Christian Horner: In der Formel 1 darf es keine "Schwalben" geben

Die Formel 1 muss ein Szenario vermeiden, in dem Fahrer absichtlich Zwischenfälle verursachen, damit Rivalen bestraft werden, mahnt Christian Horner von Red Bull

Christian Horner: In der Formel 1 darf es keine "Schwalben" geben

Die Strafen, die Lando Norris (McLaren) und Sergio Perez (Red Bull) beim Grand Prix von Österreich am Sonntag für ihr Zweikampfverhalten bekamen, sorgten nicht nur bei Fahrern und Teams für Verärgerung. Auch viele Fans und Kommentatoren waren unglücklich mit dem harten Vorgehen der Offiziellen.

Norris wurde vorgeworfen, Perez in Kurve 4 zu Beginn des Rennens von der Strecke gedrängt zu haben, während Perez später in zwei Zwischenfälle mit Charles Leclerc (Ferrari) verwickelt war. Dafür gab es jeweils eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Da die Sanktionen augenscheinlich gegen die Philosophie des "Let them race" verstoßen, mit der die Formel 1 seit einer Weile arbeitet, ist Red-Bull-Teamchef Christian Horner besorgt, dass ein schlechter Präzedenzfall geschaffen werden könnte.

Horner fürchtet Schwalben wie im Fußball

Seiner Ansicht nach dürfe die Art und Weise, wie die Strafen in Österreich verteilt wurden, nicht die Tür für Fahrer öffnen, ihre Rivalen in eine Strafe zu treiben, indem sie außen überholen und damit bewusst riskieren, abgedrängt zu werden.

"Man will nicht das Äquivalent zu Fußballern, die eine Schwalbe machen", sagt Horner, der der Meinung ist, dass keiner der drei genannten Vorfälle eine Strafe wert war. "Ich denke, wir müssen das vermeiden. Ich weiß, dass es unglaublich schwierig ist, aber ich hatte das Gefühl, dass die Vorfälle, die wir gesehen haben, vielleicht eher Rennvorfälle waren, als dass sie eine Strafe verdient hätten."

Horner meint, es sei schon lange bekannt, dass Fahrer, die versuchen, in einer Kurve außen um einen Gegner herumzufahren, sich selbst dem Auto auf der Innenseite ausliefern.

Wer außen herum fährt, "trägt das Risiko"

"Der Vorfall zwischen Checo und Lando, das ist Racing", sagt er. "Wenn man außen herum fährt, trägt man das Risiko, besonders wenn man nicht in der Position ist, vorne zu sein. Aber ich denke, dass die FIA, nachdem sie diese erste Strafe verhängt hatte, nicht keine Strafe für eine sehr ähnliche Aktion mit Charles aussprechen konnte."

"Diese Jungs sind schon als Kinder Kartrennen gefahren und wissen, dass man ein Risiko eingeht, wenn man außen herum fährt, besonders wenn man nicht in Führung liegt. Also ja, ich denke, die Strafen waren ein bisschen hart und es widerspricht dem Mantra 'Let them race', das wir in den letzten Jahren vertreten haben."

Gleichzeitig ist der Red-Bull-Teamchef aber auch der Meinung, dass Perez nicht zu ungeduldig war, als er versuchte, auf diese Weise an Norris vorbeizukommen - weil Perez wusste, wie schwierig es sein würde, den McLaren später zu überholen.

Lob für Sergio Perez trotz der zwei Strafen

"Ihm war bewusst, dass es sehr schwer werden würde, Lando zu überholen, weil er auf der Geraden so schnell war", erklärt Horner. "Deshalb hat er versucht, den Angriff früh zu machen."

"Er bekam dann noch ein paar Strafen durch die Vorfälle mit Charles. Aber ich denke, sobald er es geschafft hatte, an Daniel (Ricciardo; Anm. d. R.) vorbeizukommen und freie Fahrt zu haben, fuhr er unglaublich gut. Er ist ruhig geblieben und hatte sich bis zum Ende des Rennens genug Puffer auf Daniel aufgebaut."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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