Cockpitschutz: Stichtag für Entscheidung festgelegt, Red Bull Racing testet erneut

Red Bull will seinen neuen Cockpitschutz bei den Grands Prix von Spanien und Monaco weiteren Tests unterziehen, da am 1. Juli die Entscheidung fallen muss, welcher Schutz 2017 in der Formel 1 Einzug halten soll.

Daniel Ricciardo war der erste, der die Red-Bull-Alternative zum Halo am Freitag auf der Strecke in Russland testete und meinte, sein erster Eindruck sei positiv gewesen, sowohl bezüglich der Sicht als auch beim Ein- und Aussteigen aus dem Cockpit.

Formel-1-Renndirektor Charlie Whiting sagte, dass die FIA offen sei, welche Lösung, der Halo oder der von Red Bull, den besten Schritt für die Sicherheit darstellen würde. Er bestätigte aber auch, dass bis zum 1. Juli entschieden würde, ob 2017 ein Cockpitschutz eingeführt würde.

„Der Stichtag, den wir letzte Woche erwähnten, war der 1. Juli“, sagte er am Rande des Grand Prix von Russland. „Es wäre unvernünftig, wenn wir bis dahin keine klare Marschrichtung hätten.“

Bildergalerie: Grand Prix von Russland

 

„Normalerweise haben die Teams das Design des Chassis bis dahin fertig. Es ist nur ein kleiner Teil des Chassis und wird den Benzinverbrauch und diese Dinge nicht beeinflussen, aber es ist trotzdem Teil eines komplexen Designs.“

Whiting erklärte außerdem, dass es bei den Tests in Barcelona und Monaco um Beschichtungen für den Schutz von Red Bull gehen werde, die Regen und andere Flüssigkeiten abweisen und nicht blenden sollen.

„Red Bull wird es in Spanien und Monaco im freien Training wieder testen“, sagte Whiting. „Wir hoffen, dass sie dieses Mal für die Innenseite eine nicht blendende Beschichtung haben – sie sind optimistisch, dass sie es können – da es wohl recht schwierig sein kann, wenn es hohe Gebäude, Bäume, tiefstehende Sonne und dergleichen wie in Monaco und Monza gibt. Außerdem wird es eine Beschichtung für die Außenseite geben, die Regen abweist und verhindert, dass Dinge festkleben.“

 

 

 

 

Eine der größten Hürden, die Gefahr, dass sich der Fahrer bei einem Unfall den Kopf an dem Schutz anschlagen könnte, müssten sowohl beim Halo als auch beim Red-Bull-Schutz gebannt werden, sagte Whiting weiter.

„Momentan testen wir mit einem Dummy, wie groß der freie Raum zwischen Kopf und Cockpitschutz sein muss, damit man sicherstellen kann, dass der Kopf des Fahrers nicht mit dem Schutz in Kontakt kommt, da sie beide substantielle Strukturen sind. Das Letzte, das man will ist, dass der Kopf des Fahrers daran anschlägt.“

Diese Arbeit sollte innerhalb der nächsten beiden Wochen abgeschlossen sein.

Fotostrecke: Der Cockpitschutz von Red Bull Racing

Theoretisch könnte die FIA einen Schutz vorschreiben, Whiting erklärte aber, dass wohl eher die Teams und andere Chefs der Formel 1 entscheiden würden, was passiert. Dazu ist allerdings wieder einmal ein einstimmiger Beschluss notwendig.

„Wenn beide gleich sicher sind, dann liegt es an er Formel-1-Kommission zu bestimmen, in welche Richtung es gehen soll“, sagte er.

Was passiert aber, wenn die einen den Halo wollen und andere den Schutz von Red Bull? „Das ist eine andere Diskussion“, erklärte Whiting. „Alle wissen, dass wir das voranbringen wollen. Wir gehen nicht davon aus, das sich Teams dagegen aussprechen, einfach weil es eine Sache der Sicherheit ist.“

Bernie Ecclestone hat derweil deutlich erklärt, dass er kein Fan des Cockpitschutzes sei, egal welcher.

 

„Wir werden eine Menge Boxenstopps haben, um die Scheibe zu putzen und dergleichen. Das wird gut sein“, sagte er gegenüber Motorsport.com. Optisch gefalle ihm aber weder der Halo noch die Lösung von Red Bull. Seiner Meinung nach sollte man bezüglich des Cockpitschutzes gar nichts tun.

„Ich denke, in Simulationen schießt man mit einem Reifen auf ein stehendes Objekt und wenn sich im Rennen ein Reifen löst, bewegen sich normalerweise beide Autos. Wie kann man also mit einem stehenden Auto Simulationen durchführen? Und wie kann man dann wissen, was mit einem Rad passiert? Wenn es das Ding trifft, würde es wahrscheinlich sowieso daran abprallen.“

Auf die Aussage von Lewis Hamilton angesprochen, dass zur Formel 1 ein Element der Gefahr gehöre sagte er: „In seinem Fall weiß ich nicht, ob das Geld auch einen Unterschied gemacht hat. Wir können es schon gefährlicher machen, wenn er will.“

Die Gespräche führten Jonathan Noble und Adam Cooper

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