Daniel Ricciardo: Ein Abschiedsrennen im "Niemandsland"

Daniel Ricciardo verabschiedet von Renault mit einer schnellsten Runde, kommt aber nicht über P7 raus - Trotzdem ein versöhnlicher Abschied von Renault

Daniel Ricciardo: Ein Abschiedsrennen im "Niemandsland"

Diesen Erfolg kann ihm keiner mehr nehmen: In seiner allerletzten Runde für das Renault-Werksteam drehte Daniel Ricciardo in 1:40.926 Minuten die schnellste Rennrunde beim Großen Preis von Abu Dhabi 2020.

Ein Erfolgserlebnis am Ende eines nicht gerade spannenden Rennens für den Australier, der das auf die Strecke schiebt: "Wir wissen, dass Abu Dhabi nicht gerade die spannendsten Rennen produziert. Aber ich habe das Gefühl, genau das getan zu haben, was ich heute tun musste."

Der Australier startete von Position elf auf den harten Reifen. Das heißt, dass er die Gelegenheit nicht wahrnehmen konnte, unter VSC zum Boxenstopp zu kommen. "Ohne das hätte ich vielleicht ein bisschen Druck auf die McLarens aufbauen können", glaubt er. "Vielleicht wäre ich ein bisschen dichter an sie herangekommen."

Auf dem harten Reifen lief es sehr gut: "Das Auto war da richtig stark. Deshalb bin ich auch so lange [auf Hart] gefahren. Auf dem Medium war die Pace okay, aber da war ich bereits im Niemandsland. Ich habe Gasly gecovert, aber die McLarens waren noch immer recht flott unterwegs."

Schnellste Runde erst im zweiten Anlauf

Und so ging er auf schnellste Runde, denn er hatte in der Schlussphase als einziges Fahrzeug in den Top 10 die schnelleren mittelharten Reifen auf dem Auto. "Ich dachte schon in der vorletzten Runde, dass ich sie im Sack habe, aber dann bin ich in der letzten Kurve zu weit rausgerutscht", so der 31-Jährige.

 

"Deshalb habe ich mich in der letzten Runde richtig reingehangen. Es war schön, dass meine allerletzte Runde im Renault eine richtig schnelle gewesen ist. Eine gut Art, sich zu verabschieden."

Der Lohn: Platz sieben und damit noch einmal ebenso viele WM-Punkte inklusive des Bonuspunkts für die schnellste Runde. In der WM-Wertung bringt das zwar zwar weder ihn noch das Team weiter nach vorne, doch der künftige McLaren-Pilot ist mit sich im Reinen.

"Ich fühle mich erfüllt. Ich hatte bereits das Gefühl, als ich heute zur Strecke gekommen bin: 'Oh ja, hier geht es zu Ende.' Es war ein sehr starkes Jahr, selbst wenn es sehr chaotisch und verkürzt gewesen ist. Ich bin sehr zufrieden, wie weit wir gekommen sind."

Das gelte sowohl für ihn selbst als auch das Team. "Für Platz fünf in der Konstrukteurswertung gibt es zwar keinen Award, aber es spricht dafür, wie wir das Blatt diese Saison gewendet haben." Wobei hier anzumerken ist, das Renault nie tiefer als Platz sechs und zwischenzeitlich sogar auf Platz drei gelegen hat.

 

Ocon: Überholmanöver in der letzten Runde

Für Teamkollege Esteban Ocon wurde das Rennen in den letzten Runden noch einmal richtig interessant. Der Franzose konnte Racing-Point-Pilot Lance Stroll in der letzten Runde noch überholen. So wurde er Neunter.

"Ich wusste eigentlich gar nicht, wo wir waren und wo die anderen lagen, weil die Strategie so kompliziert war", so der Franzose, der sich 2021 an Fernando Alonso messen muss. Ocon hatte Ricciardo im Qualifying bezwungen und startete daher auf dem mittelharten Reifen.

"Wir hatten unterschiedliche Strategien. Auf dem Harten zu starten, war wohl eine solide Strategie. Deshalb war mir klar, dass er vor mir landen würde. Ich wusste nicht genau, wo wir und andere Autos lagen, etwa die McLarens."

Stroll fuhr nahezu den gesamten zweiten Stint vor ihm herum, bis zur letzten Runde. "Ich wusste, dass der Racing Point eines der Fahrzeuge war, gegen die wir kämpfen mussten. Deshalb war es sehr wichtig für mich, diesen Platz für das Team zu holen. Leider ist es nicht genug [um noch Platz vier in der Meisterschaft zu holen], aber wir haben bis zum Ende gekämpft. Es war sehr schön."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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