Daniel Ricciardo über Stroll-Kollision: "Wütend" und "frustriert"

Daniel Ricciardo gehörte beim Formel-1-Rennen in Ungarn zu den Opfern der Ereignisse am Start, danach war er einfach nur bedient

Daniel Ricciardo über Stroll-Kollision: "Wütend" und "frustriert"

McLaren-Pilot Daniel Ricciardo gehörte beim Ungarn-Grand-Prix zu den Leidtragenden des Unfalls in Kurve 1. Der Australier wurde vom schuldlosen Charles Leclerc abgeräumt, der seinerseits von Lance Stroll abgeschossen wurde. Zwar konnte Ricciardo das Rennen fortsetzen, doch im beschädigten Auto reichte es nach dem Restart nicht für Punkte.

Im Nachgang war Ricciardo ziemlich bedient. "Ich meine, wir haben alle Fehler gemacht. Es ist, wie es ist. Natürlich bin ich wütend. Ich bin frustriert", sagte er deutlich. Strolls spätes Bremsmanöver konnte er dabei nicht wirklich nachvollziehen.

"Ich weiß nicht, ob er überhaupt noch irgendwo hätte hinfahren können. Am Ende zeigte sich, dass er nirgendwo hinkonnte und im Grunde genommen auf die Wiese gehen musste. Ich denke also, dass man manchmal einfach aufgeben und sich mit der Position zufriedengeben muss, statt grundlos spät zu bremsen", meinte der 32-Jährige.

Ricciardo hadert mit verpasster Chance

Für McLaren wurde das Rennen zum Desaster, da auch Lando Norris in Kurve eins getroffen wurde, allerdings von Valtteri Bottas. Der 21-Jährige musste trotz Reparaturversuchen noch vor dem Restart aufgeben und fiel das erste Mal in dieser Saison aus.

Auch die Handgriffe an Ricciardos Fahrzeug während der Rennunterbrechung brachten nur wenig. "Das Team hat sein Bestes getan, um zu reparieren, was es konnte. Aber nach der roten Flagge war nicht genug Zeit, um den Unterboden zu entfernen und zu versuchen, das zu reparieren", erklärte er.

Statt vom Chaos zu profitieren, wie etwa Williams, wurde Ricciardo also selbst zum Opfer. "Ich weiß, dass ich heute nicht allein hier stehe mit der Frustration über den Fehler eines anderen. Aber ja, es ist schade, denn es war offensichtlich eines dieser Rennen, bei dem man so viele Möglichkeiten hat", haderte er.

Ricciardo freut sich mit Ocon

Dass in Ferrari-Pilot Leclerc ein direkter Konkurrent im Kampf um Rang drei in der Konstrukteurs-WM ebenfalls betroffen war, linderte den Schmerz bei Ricciardo keineswegs - zumal die Scuderia durch Rang drei für Carlos Sainz in der Gesamtwertung mit McLaren gleichzog.

"Um ehrlich zu sein, denke ich, dass ich in dieser Hinsicht sehr egoistisch bin. Ich denke immer nur an mich und daran, was hätte sein können", erklärte er. Gleichzeitig freute er sich aber auch mit Rennsieger Esteban Ocon und ganz allgemein darüber, dass nach einem derartigen Chaosrennen ein Überraschungsmann gewinnen konnte. "Jemand muss heute seinen Traum ausleben", sagte Ricciardo.

"Er hat zum Beispiel seinen ersten Sieg in der Formel 1 errungen, etwas, von dem er sicher geträumt hat, seit er fünf, sechs Jahre alt war. Und ich denke, wenn man, zumindest bis jetzt, sein ganzes Leben lang darauf hingearbeitet hat, bin ich froh, dass wenigstens einer diese Chance heute nutzen konnte. Darüber bin ich also glücklich. Ich bin froh, dass er gewonnen hat, ich bin froh, dass es ein weiterer Erstgewinner ist", freute er sich.

Ricciardo über Sommerpause: "Werde komplett abschalten"

Für Ricciardo endete in Budapest eine schwierige erste Saisonhälfte, die sowohl aus seiner Sicht als auch aus Sicht des Teams nicht im Ansatz die Erwartungen erfüllen konnte. Mit 50 Punkten ist Ricciardo nur WM-Neunter und steht klar im Schatten von Teamkollege Lando Norris. Entsprechend sehnte er die Sommerpause herbei.

"Ich denke, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sich zurückzuziehen. Und manchmal muss man sich zurückziehen. Und ich bin froh, dass wir eine Pause bekommen. Und ich werde komplett abschalten", kündigte er an.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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