Dank Force-India-Pleite: Robert Kubica vor Formel-1-Comeback

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Dank Force-India-Pleite: Robert Kubica vor Formel-1-Comeback
Autor: Christian Nimmervoll
Co-Autor: Erwin Jaeggi
25.08.2018, 07:31

Weil sein Vertrag als Testfahrer klug formuliert ist, wird Robert Kubica noch 2018 sein Grand-Prix-Comeback feiern, falls Lance Stroll zu Racing Point wechselt

Robert Kubicas Chancen, noch 2018 ein Renncomeback in der Formel 1 zu feiern, stehen nach der Pleite des Force-India-Teams sehr gut. Denn die meisten Beobachter im Paddock gehen davon aus, dass der Modemogul Lawrence Stroll seinen Sohn Lance von Williams zu Racing Point holen wird. Und dann wäre bei Williams der Weg frei für Kubica.

Der 33-jährige Pole, der seit Abu Dhabi 2010 keinen Grand Prix mehr bestritten hat, hat schon im Winter auf ein Stammcockpit gehofft. Williams hat damals jedoch Paydriver Sergei Sirotkin vorgezogen. Um Kubica den Testfahrerposten schmackhaft zu machen, so Informationen von 'Motorsport.com', wurde er mit einer jetzt entscheidenden Vertragsklausel geködert - die da angeblich besagt: Sollte eines der beiden Stammcockpits während der Saison frei werden, aus welchen Gründen auch immer, bekommst du deine Chance.

Noch steht nicht fest, ob und wann Stroll zu Racing Point wechseln wird. Theoretisch könnte das schon in Monza passieren, vielleicht auch erst in Singapur. Teamchef Otmar Szafnauer sagt sogar: "Soweit wir das heute sagen können, bleiben wir bei unserer aktuellen Fahrerpaarung." Also Sergio Perez und Esteban Ocon. Aber das nimmt ihm von den Insidern keiner ab.

Kubica ist jedenfalls gelassen: "Ich fühle mich bereit, sonst hätte ich den Williams-Vertrag für dieses Jahr ja nicht unterschrieben. Ich weiß genau: 'Du musst bereit sein, falls etwas passiert, denn dann brauchen sie dich!'"

"Es ist natürlich nie leicht, wenn du mitten in der Saison gegen die besten Fahrer der Welt einsteigen musst. Ich hatte zwar ein paar Gelegenheiten, das Auto zu testen, aber mir fehlt immer noch Erfahrung", sagt Kubica. Der hatte zuletzt schon im Podcast 'Beyond the Grid' erklärt, dass Erfahrung mit aktuellen Formel-1-Autos das ist, was ihn momentan noch am meisten bremst.

Aber: "Williams hat mich für diese Rolle engagiert, also haben sie keine Zweifel daran, dass ich das meistern werde." Auch in Singapur, auf einer kurvenreichen und verwinkelten Strecke, die aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen besonders knifflig sein könnte. Kubica winkt ab: "Wenn ich sage, dass ich fahren kann, dann meine ich damit die ganze Saison."

Dass jetzt die Force-India-Krise zu seiner großen Chance wird, beschäftigt den einmaligen Grand-Prix-Sieger (Kanada 2008) nicht weiter: "Manchmal musst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, ein bisschen Glück haben und Menschen um dich herum, die an dich glauben." Sollte es tatsächlich mit dem Comeback klappen, glaubt Kubica, dass er im Williams "ein gutes Tempo" einschlagen kann.

Zuletzt hatte der Pole verraten, dass er zum Zeitpunkt seines schweren Rallye-Unfalls im Februar 2011 bereits einen Vertrag unterschrieben hatte, 2012 Teamkollege von Fernando Alonso bei Ferrari zu werden. Das galt jahrelang als offenes Geheimnis im Formel-1-Paddock. Jetzt hat Kubica diese Tatsache aber erstmals selbst bestätigt.

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Rennserie Formel 1
Fahrer Robert Kubica
Teams Williams
Autor Christian Nimmervoll
Artikelsorte News