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Der legendäre Malaysia-GP 2009: Button gewinnt stehend, Räikkönen isst Eis

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Der legendäre Malaysia-GP 2009: Button gewinnt stehend, Räikkönen isst Eis
Autor:
05.04.2020, 06:08

Vor elf Jahren ging der Große Preis von Malaysia in die Geschichte ein - Zum bis heute letzten Mal gab es halbe Punkte und Kimi Räikkönen lieferte denkwürdige Bilder

Der 5. April 2009 war ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Formel 1. Jenson Button und das damals neue Brawn-GP-Team schnappten sich in Malaysia innerhalb von nur acht Tagen ihren zweiten Saisonsieg. Doch das war nur ein Aspekt eines verrückten Rennens, an das sich die Fans der Königsklasse noch für eine lange Zeit erinnern sollten.

Denkwürdig war das Rennen auch deshalb, weil ein Monsunregen dafür sorgte, dass das es zunächst unter- und später abgebrochen werden musste. Die Dunkelheit machte es unmöglich, das Rennen noch einmal zu starten. Kurios: Beim Auftakt in Melbourne hatte Button das Rennen bereits hinter dem Safety-Car gewonnen. In Sepang schaffte er nicht einmal das.

Als er von seinem Sieg erfuhr, saß er gerade in seinem Auto in der Startaufstellung und wartete auf den Neustart, der nie kommen sollte. Am Ende wurden lediglich halbe Punkte vergeben - erst zum fünften Mal in der Geschichte der Formel 1 und zum bis heute letzten Mal. Dazu kam, dass McLaren und Ferrari, die in den Vorjahren noch dominiert hatten, zu Beginn der Saison weit von der Pace weg waren.

Bei vielen Fans sind deswegen auch nicht die Bilder des jubelnden Button im Kopf geblieben - sondern jene, die Kimi Räikkönen zeigen, der kurz nach dem Abbruch ein Eis isst, obwohl sein Ferrari-Team zu diesem Zeitpunkt noch unter Hochdruck daran arbeitet, dessen Auto wieder in die Startaufstellung zu bringen.

Qualifying: Ferrari blamiert sich, McLaren zu langsam

Dabei drehte sich zu Beginn des Wochenendes alles noch um eine ganz andere Geschichte. Die Schlagzeilen dominierte die "Liegate"-Affäre rund um Lewis Hamilton. Der Weltmeister war nachträglich vom Großen Preis von Australien disqualifiziert worden, weil er den Rennkommissaren nicht die ganze Wahrheit über einen Zwischenfall erzählt hatte, bei dem er Jarno Trulli unter dem Safety-Car vorbeigewunken hatte.

Während Hamilton und McLaren wegen des Zwischenfalls unter Beschuss standen, machte Brawn im Qualifying am Samstag da weiter, wo man in Australien aufgehört hatte. Während Ferrari und McLaren weiter schwächelten, ging die Pole-Position erneut an Button. Brawn profitierte vom neuen Doppeldiffusor am Auto, der in Australien für legal befunden worden war.

Schon in Q1 gab es ein Drama, weil beide Ferrari-Piloten auf einen zweiten Run verzichteten. Weil man dachte, dass die Zeit aus dem ersten Versuch für Q2 ausreichend wäre, musste Felipe Massa in der Box hilflos ansehen, wie er auf Platz 16 durchgereicht wurde und Q2 damit verpasste. Teamkollege Räikkönen schaffte als 14. geradeso den Cut.

In Q2 erwischte es dann McLaren. Hamilton und Teamkollege Heikki Kovalainen schieden als 13. und 14. aus. Die Pole ging in Q3 an Button, der am Freitag noch kleinere Probleme hatte, im Qualifying aber wie auch schon in Melbourne zur Stelle war. Den zweiten Platz sicherte sich Toyota-Pilot Trulli, der nur 0,092 Sekunden langsamer als Button war.

Sebastian Vettel bestätigte seine gute Form mit Platz drei. Allerdings musste er in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten, weil er in Australien einen Crash mit BMW-Pilot Robert Kubica verursacht hatte. Ein Rückschlag für das Red-Bull-Team, das damals noch auf seinen ersten Sieg wartete. Rubens Barrichello wurde im zweiten Brawn Vierter, musste wegen eines Getriebewechsels aber ebenfalls fünf Positionen zurück.

Kein Doppeldiffusor? Keine Chance!

Bevor es am Sonntag losging, sorgte bereits die Startzeit für Kritik. Der Start wurde von 15:00 auf 17:00 Uhr Ortszeit verlegt, um in Europa bessere TV-Quoten zu erzielen. Die Entscheidung beinhaltete allerdings das Risiko, dass irgendwann das Tageslicht ausgehen würde, wenn es eine Verzögerung geben sollte. Das Rennen startete schließlich im Trockenen, doch Regen lag in der Luft.

Beim Start sah es für Button zunächst nicht gut aus. Nachdem er es geradeso auf Pole geschafft hatte, zogen Nico Rosberg im Williams, der durch die Strafen gegen Vettel und Barrichello auf Startplatz vier vorgerückt war, Trulli und auch Fernando Alonso im Renault mit zusätzlicher KERS-Power an ihm vorbei. Zumindest Alonso, der mit viel Sprit unterwegs war, überholte Button allerdings schnell wieder.

Somit führte ein Williams vor einem Toyota und einem Brawn. Das machte die Überlegenheit des Doppeldiffusors deutlich, denn alle drei Autos verfügten über einen. Button, der mit mehr Sprit unterwegs war, hielt sich auf Platz drei zurück, bis die beiden Fahrer vor ihm an die Box kamen - Rosberg in Runde 15, Trulli zwei Umläufe später. Anschließend nutzte er die freie Strecke aus.

Das wahre Potenzial des Brawn wurde sichtbar, als Button eine schnellste Runde fuhr, die eine ganze Sekunde schneller als die der Gegner war. Als auch er an die Box kam, blieb er anschließend in Führung. Da war es noch trocken, doch dunkle Wolken waren bereits aufgezogen. Ferrari pokerte und setzte Räikkönen auf Regenreifen. Doch weil der Regen nicht kam, zerstörte der Finne seine Reifen und fiel weit zurück.

Clevere Taktik: Glock führt Rennen kurz an

Als die ersten Tröpfchen dann einsetzten, baute Button seinen Vorsprung aus, weil er die schwierigen Bedingungen auf Slicks am besten meisterte. Als er schließlich an die Box kam, wechselte er sofort auf Vollregenreifen. Allerdings war die Strecke dafür noch zu trocken. Ein Vorteil für Toyota-Pilot Timo Glock, der auf den Intermediates um die Strecke flog.

Nachdem Button ebenfalls auf Intermediates gewechselt war, öffneten sich die Schleusen am Himmel dann vollständig - und Button legte einen vierten Stopp ein, um wieder auf Vollregenreifen zu wechseln. Erinnerungen an Donington 1993 wurden wach, und im Normalfall hätte Button durch die zahlreichen Boxenstopps einen klaren Nachteil haben müssen.

Jenson Button

Mit Nick Heidfeld und Timo Glock standen zwei deutsche Fahrer auf dem Podium

Foto: Motorsport Images

Zu seinem Glück war die Verwirrung auch bei fast allen anderen Teams ähnlich groß. Autos rutschten umher, und überall auf der Strecke bildeten sich Pfützen. Rennleiter Charlie Whiting schickte das Safety-Car raus. Fast unmittelbar danach folgte die rote Flagge. Das Rennen wurde unterbrochen und das Feld sortierte sich in der Startaufstellung neu.

"Nach meinem ersten Wechsel auf Regenreifen rutschte ich überall herum. Ich war unglaublich langsam", berichtete Button später. "Aber auf den Vollregenreifen war auch sonst niemand wirklich schneller. Ich versuchte, auf die Hinterreifen zu achten, denn ich übersteuerte. Ich wusste aber, dass es vermutlich [noch stärker] regnen würde", so der Brite.

"Am Funk sagten die Jungs, dass Timo auf den Intermediates sehr schnell war. Also kam ich rein, zog welche auf und kam hinter ihm wieder raus. [...] Ich hatte massive Probleme, diese Reifen zum Funktionieren zu bringen. Aber dann bekam Timo größere Probleme. Dann entschieden wir uns wieder für Regenreifen. Und danach ging es nur noch darum, hinter dem Safety-Car herzufahren."

Das drittkürzeste Rennen der Formel-1-Geschichte

Button führte das unterbrochene Rennen wieder an, doch dahinter herrschte Unklarheit über die Reihenfolge. Die Offiziellen mussten herausfinden, wer auf welcher Position lag, als die rote Flagge kam. Der Regen wurde mit der Zeit schwächer, und die Fahrer saßen entweder in ihren Autos oder liefern nervös in der Startaufstellung umher.

Räikkönen, der seinen Boliden mit einem KERS-Problem kurz vor der Unterbrechung abgestellt hatte, dachte, dass sein Arbeitstag bereits beendet sei. Ferrari arbeitete allerdings weiter am Auto. Es bestand die Möglichkeit, dass er es noch zum Re-Start schaffen würde - nach dessen Eis dann allerdings mit etwas Zusatzballast an Bord ...

 

Das Problem war, dass es nicht mehr heller wurde. So entschied Whiting schließlich, dass nicht mehr genug Tageslicht für einen Neustart vorhanden war. Sofort kamen die Kritiker wieder hervor, die die Verlegung der Startzeit bereits zuvor kritisiert hatten. Denn es war klar, dass es sowieso schwierig werden würde, die volle Renndistanz zu absolvieren, wenn es regnen sollte.

Button konnte das egal sein, er durfte sich über seinen nächsten Sieg freuen. Das Rennen dauerte offiziell nur 55 Minuten. Damit war es das drittkürzeste Rennen der Formel-1-Geschichte nach Australien 1991 und Spanien 1975. Zudem wurden lediglich 31 der geplanten 56 Runden absolviert. Das sorgte dafür, dass Button und der Rest der Top 8 lediglich halbe Punkte bekamen.

"Die Jungs konnten es mir nicht sagen, weil der Funk nicht mehr funktionierte, es war alles zu nass", berichtete Button später und erklärte: "Sie kamen zum Auto und sagten, dass ich gewonnen habe. Ich war natürlich sehr glücklich. Es gab nur halbe Punkte, aber für mich zählte der Sieg - nicht die Punkte." Der Sieger weiter: "Es war die richtige Entscheidung, das Rennen zu diesem Zeitpunkt abzubrechen."

Zwei deutsche Fahrer auf dem Podium

Der zweite Platz ging an Nick Heidfeld im BMW, der bei seinem ersten Boxenstopp eine kluge Entscheidung traf und Regenreifen wählte. Weil er anschließend nicht mehr wechselte, spülte es ihn im Feld nach vorne. Der zweite Platz spiegelte nicht die echte BMW-Form wider. Tatsächlich hatte sich Heidfeld kurz vor der roten Flagge gedreht und wurde noch von Glock überholt. Zu seinem Glück zählte aber die Reihenfolge eine Runde zuvor.

Glocks gute Entscheidungen - zunächst für Intermediates und dann früh für Regenreifen - zahlten sich ebenfalls aus. Er holte sich den letzten Podestplatz vor seinem Teamkollegen Trulli. Barrichello wurde Fünfter, aber sowohl er als auch Trulli hatten etwas Glück, weil sie kurz vor der Unterbrechung noch an der Box waren. Auch sie profitierten davon, dass das Ergebnis der vorherigen Runde gewertet wurde.

Mark Webber kam im Red Bull nicht über einen frustrierenden sechsten Platz hinaus, während Teamkollege Vettel ein Opfer des Wetters wurde, sich drehte und ausschied. Hamilton, der sich vor der Unterbrechung ebenfalls drehte, wurde Siebter, und Rosberg kam wegen einer schlechten Strategie - trotz seiner zwischenzeitlichen Führung - nicht über Platz acht hinaus.

Der eine Punkt für Hamilton war ein schwacher Trost für McLaren nach einem echten Alptraumwochenende. Wegen der Disqualifikation in Melbourne stand das Team nach zwei Rennen mit nur einem Zähler da. Noch schlimmer lief es für Ferrari, wo Massa Neunter wurde und Räikkönen keine zweite Chance mehr bekam. Das Weltmeisterteam war nach zwei Rennen mit null Punkten WM-Letzter.

Ein kurioser Start in eine insgesamt denkwürdige Saison ...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

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Event GP Malaysia
Autor Adam Cooper