Die Formel-1-Krise: Warum jetzt gehandelt werden muss

Die Formel 1 muss sich ihren Problemen stellen, sagt der stellvertretende Teamchef von Force India, Bob Fernley.

Denn derzeit ist unklar, wie es um die Zukunft einiger Rennställe bestellt ist.

Lotus ist zuletzt in finanzielle Schieflage geraten und wartet nun darauf, von Automobilhersteller Renault aufgekauft zu werden.

Und es gibt keine Garantie, dass die beiden Red-Bull-Teams auch in der Formel-1-Saison 2016 in der Startaufstellung stehen werden. Denn dafür fehlt Red Bull und Toro Rosso noch ein Motorenpartner.

Deshalb glaubt Fernley, dass der Formel 1 harte Zeiten bevorstehen, sollten die Verantwortlichen nicht einschreiten und den Teams helfen, die in Schwierigkeiten stecken.

„Was wir im vergangenen Jahr am meisten gefürchtet hatten, fängt jetzt wieder von vorn an“, meint Fernley im Gespräch mit Motorsport.com.

„Lotus hat finanzielle Probleme, kann sie aber hoffentlich lösen. Aber das spricht Bände für die Abkommen, die wir haben. Denn Teams wie Lotus, Force India oder Williams erhalten nicht genug Gelder aus den Einkünften der Formel 1.“

„Am anderen Ende des Spektrums wiederum, wo der Großteil des Geldes hinfließt, müssen wir aber ebenfalls bangen“, sagt Fernley. „Red Bull könnte einfach aufhören. Das ist ein durchaus mögliches Szenario.“

Was sich in der Formel 1 ändern muss

„Diese beiden Situationen bereiten mir Sorge. Denn ich glaube fest daran, dass die Privatteams das wahre Rückgrat der Formel 1 darstellen. Das habe ich schon immer gesagt. Und ohne Privatteams werden wir noch viel größere Schwierigkeiten bekommen.“

„Allerdings“, so Fernley weiter, „ist die Formel 1 größer als Red Bull. Die Formel 1 wird überleben. Nach sechs Monaten wird niemand mehr wissen, wer Red Bull war. So ist es immer. Und so wäre es auch, wenn Force India aufhören würde.“

„Das muss man akzeptieren. So funktioniert die Formel 1. In dieser Hinsicht ist es ein rücksichtsloser Sport. Dennoch sollten wir nicht riskieren, Teams zur Aufgabe zu zwingen.“

Vorstandsentscheidungen oder dergleichen könne die Formel 1 nicht kontrollieren. „Aber wir können sehr wohl schauen, dass wir unser Kerngeschäft in Ordnung halten. Und die Privatteams sind der Kern der Formel 1.“

Deshalb schlägt Fernley vor, die Preisgelder besser und vor allem fairer zu verteilen. „Denn derzeit geht der Löwenanteil an das vordere Ende der Startaufstellung. Das ist die Wurzel allen Übels.“

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