Große Chance im WM-Kampf: Macht Hamilton in Katar wieder Punkte gut?

Kann Lewis Hamilton in Katar den nächsten Schritt machen und weiter auf Max Verstappen aufholen? Die Ausgangslage ist gut, doch Doha ist unbekanntes Terrain

Große Chance im WM-Kampf: Macht Hamilton in Katar wieder Punkte gut?

Drei Rennen noch, dann wissen wir, wer Formel-1-Weltmeister 2021 ist. Doch ob wir auch ein Duell der beiden WM-Rivalen im Rennen von Katar erleben werden, das wissen wir erst in ein paar Stunden. Zwar starten Lewis Hamilton und Max Verstappen zusammen aus der ersten Reihe, doch sollte Verstappen aufgrund seines Gelbvergehens strafversetzt werden, dann bekommen wir ein ganz anderes Rennen.

Dann müsste Verstappen von weiter hinten versuchen, Boden wieder gutzumachen - und das auf einer Strecke, auf der Überholen sehr, sehr schwierig sein wird. Sollte Verstappen seinen Startplatz behalten dürfen, dann dürfte wieder alles auf den Start blicken, der in diesem Tripleheader bislang immer spannend war.

Verstappen konnte sowohl in Mexiko als auch in Brasilien Mercedes überholen und die Führung übernehmen. Weil Sergio Perez mit Startplatz elf weit weg ist, ist der Niederländer im Mercedes-Sandwich auf sich alleine gestellt. "Das ist schon okay. Wir hatten das auch früher schon, von daher gebe ich einfach mein Bestes", sagt er.

Rennen am Start entschieden?

"Die ersten 400 bis 500 Meter werden wichtig", weiß auch Christian Horner. Denn dann könnte sich das Rennen schon entschieden haben. Den Vorteil am Start hat aber Mercedes, die von der sauberen Seite starten - und das sollte in Katar ein großer Vorteil sein, glauben viele. Rahmenrennen, um die Strecke sauber zu fahren, gibt es in Doha nicht.

"Ich glaube, wer die Nase nach der ersten Runde vorne hat, der hat eine große Chance, das Rennen zu gewinnen", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei 'Sky'. "Das kann genauso Max sein, wenn er einen guten Start erwischt." Mercedes' Problem: "Es gibt überhaupt keine Daten", sagt Wolff. "Und wir haben auch keine Startübungen gemacht."

Doch die Überlegungen könnten noch vor dem Rennen eh obsolet werden, sollte Verstappen eine Gridstrafe erhalten. Da die gleiche Untersuchung auch gegen Valtteri Bottas läuft, könnte Hamilton am Start also plötzlich Pierre Gasly und Fernando Alonso hinter sich haben, die auf Soft aber zur Gefahr werden könnten.

Doch egal wie die Startaufstellung am Ende aussehen wird: Der Führende in Kurve 1 hat die beste Chance das Rennen zu gewinnen. "Das Problem ist, dass du nicht so nah hintereinander herfahren kannst", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Auch scheinen der Mercedes und der Red Bull mittlerweile recht ausgeglichen zu sein, auch wenn Rennpace schwierig einzuschätzen ist.

Mercedes mit Momentum

Zwar hatte Mercedes zuletzt im Qualifying immer die Oberhand, doch im Rennen haben sich die Vorzeichen gewandelt: Red Bull schien in Mexiko unschlagbar zu sein, in Sao Paulo war es aber plötzlich Hamilton, der alle in Grund und Boden fuhr. "Jetzt haben wir das Momentum hinter uns", sagt Wolff, weiß aber auch, dass das ganz schnell umschwingen kann.

Den großen Topspeed-Vorteil wie in Brasilien scheint Mercedes nicht mehr zu besitzen. "Der sieht jetzt ähnlich wie bei uns aus", sagt Horner und betont, dass Hamilton im Qualifying vor allem Zeit in den Kurven 6 und 7 gutgemacht hat. "Er hatte einen fantastischen Sektor durch die beiden langsameren Kurven. Der Speed auf der Geraden sah normal aus."

Doch wie es im Rennen aussehen wird, ist die große Unbekannte. Noch nie gab es ein Formel-1-Rennen auf dem Losail International Circuit, und der Kurs wurde auch erst relativ spät bestätigt, sodass sich die Daten in Grenzen halten.

Wolff: Niemand will eine WM-Entscheidung mit Crash

Horner sagt zudem, dass auch die Longruns am Freitag etwas in den Hintergrund gerückt sind, weil die Fahrer erst einmal die Strecke lernen mussten. Die Reifen stehen ohnehin im Fokus, weil sie laut dem Red-Bull-Teamchef die größte Belastung jemals aushalten müssen. Auf dem schnellen flüssigen Kurs gibt es für die Reifen keine Zeit für Erholung.

"Reifenabbau wird ein großer Faktor sein, vor allem an den Vorderreifen", glaubt er. "Es wird faszinierend zu sehen sein, wie die verschiedenen Autos unter den Bedingungen zurechtkommen werden."

Und über allem schwebt dann auch noch die Frage nach dem nächsten Duell zwischen Hamilton und Verstappen, nachdem es schon in Brasilien zur nächsten Kontroverse gekommen war. Setzen die beiden WM-Rivalen in Katar noch einmal etwas drauf? Davor hat Toto Wolff keine Angst.

"Ich glaube, jeder will ein sauberes Rennen haben. Natürlich gibt es die Sorge immer, dass es nicht sauber ist. Aber ich möchte niemanden in den Mund legen oder irgendwie andeuten, dass Max oder irgendwer anderer das vorhätte", sagt er. "Ich glaube, wir sind dann doch Sportsleute und niemand will eine WM entscheiden mit einem Crash der zwei Protagonisten."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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