"Ein bisschen geärgert": Sebastian Vettel glaubte an Abu-Dhabi-Sieg

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Autor: Dominik Sharaf
25.11.2018, 19:32

Woran Sebastian Vettels Plan, Lewis Hamilton zum Rennende mit frischen Reifen zu attackieren, scheiterte – Titelduellanten schmeicheln sich mit Sentimentalitäten

Sebastian Vettel hat beim Abu-Dhabi-Grand-Prix am Sonntag insgeheim auf den Sieg gehofft. Wie der Ferrari-Pilot nach der Zieldurchfahrt erklärt, wäre seine Erwartungshaltung vor dem Start und noch während des Rennens "relativ groß" gewesen. "Ich habe mich kurz vor Schluss ein bisschen geärgert. Ich habe mir gedacht: 'Schon wieder nur Zweiter!'", klagt Vettel, sieht jedoch ein, dass Lewis Hamilton nicht zu schlagen war: "Unter dem Strich war der erste Platz einfach nicht drin."

Grund dafür war unter anderem, dass es Vettel es in der Anfangsphase nicht gelang, Valtteri Bottas im zweiten Mercedes unter Druck zu setzen und sich frühzeitig an Hamiltons Fersen zu klemmen. "Ich habe mich unglaublich schwergetan dicht ranzukommen", meint Vettel. Im aerodynamisch schwierigen letzten Sektor ging die Lücke immer wieder auf – auch weil die Silberpfeile dort das stärkere Auto hatten. Da nützte es nichts, dass der Ferrari auf den Geraden das schnellere Auto war.     

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Erst als leichter Regen einsetzte und Bottas nach seinem Stopp Reifenprobleme bekam, schlug Vettel zu und nahm die Verfolgung auf. "Ich dachte, wir hätten vielleicht noch eine Chance, weil wir auf den acht Runden frischeren Reifen waren", sagt er. Doch Hamilton ließ an der Spitze nicht nach, hielt den Abstand bei mindestens vier Sekunden und knickte erst kurz vor dem Rennende etwas ein.

Für ein Feuerwerk fehlte es Vettel wegen zahlreicher Überrundungsmanöver am nötigen Rhythmus. Dazu musste er auch er darauf achten, seine Reifen nicht zu überfordern. "Im Endeffekt hat Lewis das Tempo vorne eben gut kontrolliert", räumt er ein, "und somit hatten wir keine doch Chance."

Nach der Zieldurchfahrt drehten die beiden Titelkonkurrenten zusammen mit Formel-1-Aussteiger Fernando Alonso eifrig Donuts. "Ich war mir erst nicht sicher, ob ich es darf. Aber dann dachte ich mir: 'Den Motor brauchen wir eh nicht mehr!'", erzählt Vettel lachend. "Ich habe es im Schonmodus gemacht und geschaut, dass er nicht zu heiß läuft." Der Deutsche begreift die Szenen auch als kleine Wiedergutmachung für schwierige Jahre, die sein früherer Dauerrivale Alonso zuletzt hatte. 

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Dazu blieb Raum für große Gesten mit Hamilton: "Ich habe versucht, ihm noch im Auto mit den Händen meine Glückwünsche zu bedeuten", meint Vettel. "Ich habe ihn so auch gefragt, ob wir nicht zusammen Donuts drehen wollen. Ich weiß nicht, ob er es verstanden hat, als wir in Kurve 8 zusammen von der Strecke runtergefahren sind. Aber auf der Zielgeraden dachte er das Gleiche."

Hamilton selbst spricht von einer "großen Ehre", dass er 2018 gegen Vettel Rennen fahren durfte. "Ich kenne ihn seit meiner Zeit in der Formel 3. Er war immer ehrlich, er arbeitet als Rennfahrer hart und er gibt im Cockpit stets alles. Ich weiß, dass er nächstes stark zurückkommen wurd", lobt er. Auch umgekehrt gibt es warme Worte, wenn Vettel von einem "verdienten" Titel für Hamilton spricht. "Und noch ein letztes Wort zu Fernando", wirft Vettel ein. "Seine vergangenen Jahre waren schwierig und wir haben ihn vermisst. Wir werden ihn vermissen. Er hatte eine tolle Karriere."

 
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