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Eine Reise in die Vergangenheit: Im Gedenken an Roland Ratzenberger

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Eine Reise in die Vergangenheit: Im Gedenken an Roland Ratzenberger
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30.04.2019, 05:09

Mit Rudolf Ratzenberger auf Zeitreise in Imola: Peter Levay beschreibt, warum er den heute startenden Film über Roland Ratzenberger gemacht hat

Am 30. April jährt sich der Todestag von Roland Ratzenberger zum 25. Mal. Der Österreicher starb nur einen Tag vor der Formel-1-Legende Ayrton Senna. Der Vater ist ein sehr enger Freund von mir und ich durfte ihn an den Ort begleiten, an dem Rolands kurzes Leben ein jähes Ende fand. Es ist bereits sein vierter Besuch in Imola, und jeder war etwas Besonderes.

1995 besuchte Rudolf Ratzenberger die Rennstrecke in Imola zum ersten Mal, ein Jahr nach dem Unfalltod seines Sohnes. Auf Einladung von Bernie Ecclestone nahm er an einer Gedenkfeier an der Unfallstelle teil.

"Für mich wurde erst bei diesem Besuch klar, weshalb Roland unbedingt in die Formel 1 wollte", erzählte er mir einmal. "Ich habe seine Rennfahrer-Ambitionen nie gutgeheißen. Ein anständiger Beruf wäre mir lieber gewesen." Erst dieser Besuch an der Rennstrecke sorgte dafür, dass Rudolf Ratzenberger die Leistung seines Sohnes bewusst wurde. Bewegendes Interview mit Rudolf Ratzenberger zu Rolands 55. Geburtstag im Juli 2015 lesen!

2004 wurde an der Tribüne gegenüber der Unfallstelle eine Gedenktafel eingeweiht. Zu dieser Gelegenheit reisten die Eltern Ratzenberger nach Imola. Der Automobilclub Bologna hatte eingeladen und mit einer feierlichen Zeremonie die Tafel enthüllt. Für die Eltern ein ganz besonderer Moment.

Einziger Wermutstropfen: Die Tribüne ist schwer zu erreichen und liegt weit entfernt vom eigentlichen Eingang zum Autodromo. Zufällig kommt dort keiner vorbei.

Mehrere Gedenkfeiern in Imola

Zehn Jahre später, im Jahr 2014, veranstaltete die Organisation Formula Passion unter der Leitung von Ex-Rai-Reporter Ezio Zhermiani eine große Gedenkfeier. Insgesamt nehmen 25.000 Menschen teil.

Unter anderem waren Gerhard Berger, Ricardo Patrese, Andrea de Cesaris, aber auch die damaligen Ferrari Fahrer Kimi Räikkönen und Fernando Alonso anwesend. Neben vielen Aktionen für Ayrton Senna gab es eine Messe für Roland, gehalten von Don Sergio Mantovani.

Eine einschneidende Begegnung war unser Aufeinandertreffen. Ich war vor Ort, um eine kleine Reportage zu drehen, als wir durch Zufall ins Gespräch kamen. Neben einer wunderbaren Freundschaft entstand in den folgenden Monaten die Idee zu einer offiziellen Film-Dokumentation. Sponsored: "Roland Ratzenberger: Der lange Weg zum kurzen Glück" jetzt auf Amazon Prime Video schauen!

Es hat in 25 Jahren noch keine einzige Dokumentation über Roland gegeben. Ich habe viele alte Kontakte reaktivieren und einige Geschichten zu Roland Ratzenberger recherchieren können, von denen selbst die Eltern nichts wussten.

Sie waren knapp fünf Jahre lang mit dem Thema konfrontiert. Keine einfache Angelegenheit. Der Film soll einen Beitrag dazu leisten, dass Roland nicht vergessen wird und möglichst viele Menschen seine bewegende Story kennenlernen. Ganz im Sinne von Rudolf.

Dieses Jahr, kurz vor Veröffentlichung des Films am 30. April, hat der Vater große Banner und Plakate dabei, die die Firma Progress für ihn designen und drucken ließ. In Salzburg wurden sie bereits an Bushaltestellen und an Litfaßsäulen angebracht. Jetzt sollen sie auch in Imola an sichtbaren Orten aufgehängt werden.

Wir sind beide auf Einladung der Minardi-Brüder dabei, denen es wichtig zu sein scheint, neben Senna auch Roland zu gedenken. Wir dürfen mit dem eigenen Auto auf die Rennstrecke, im Konvoi mit den Minardis und dem Rennleiter.

Gänsehaut-Momente an der Unfallstelle

Wir stellen unser Auto exakt dort ab, wo Rolands Simtek nach dem fürchterlichen Anprall zum Stehen kam. Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Bilder des Unfalls und die verzweifelten Versuche der Ärzte, Roland zu retten.

An der Leitplanke legen wir gemeinsam mit Gian Carlo Minardi die Blumen nieder und bringen den Banner an. Rudolf Ratzenberger ist sichtlich ergriffen: "Ich bin mir sicher, dass hier viele Menschen auf Roland aufmerksam gemacht werden können", stellt er fest.

Am 1. Mai wird es eine Gedenkveranstaltung für Senna an dessen Unfallstelle geben. "Von dort aus sollen die Fans hinunter zur Tosa geführt werden", verspricht Minardi. "Wir werden auch hier kurz innehalten und Roland gedenken."

Man spürt, dass es ihm ein persönliches Anliegen ist.

Da Rudolf Ratzenberger an der Veranstaltung am 1. Mai nicht teilnehmen kann, bitten ihn die Veranstalter bei einer Pressekonferenz wenigstens um ein paar Worte. Die versammelte Menschenmenge steht spontan auf, als er den Pressesaal betritt. Sie applaudieren. Die Anteilnahme ist spürbar.

Er bedankt sich für die Einladung und für die Möglichkeit, die ihm gegeben wurde, Banner und Poster rund um die Strecke zu verteilen. Manch einer wischt sich eine Träne ab. Den Menschen wird klar, wie wichtig es dem Vater ist, die Erinnerungen an seinen Sohn wach zu halten.

In fünf aufreibenden Jahren, in denen ich die Dokumentation erstellt habe, hat auch er eifrig mitgeholfen, alte Bilder, alte Berichte und Erinnerungen auszugraben. Roland war in dieser Zeit allgegenwärtig.

Rudolf Ratzenberger wird im Mai 86 Jahre alt. Ich hoffe, dass der Besuch in Imola bewirkt hat, dass er seinen Frieden mit den Ereignissen von 1994 findet. Das wünsche ich ihm sehr.

Mit Bildmaterial von Peter Levay.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event GP San Marino
Subevent Qualifying, Samstag
Autor Peter Levay