Erste Meter für Robert Kubica: "Das Auto ist nicht hoffnungslos", aber ...

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Erste Meter für Robert Kubica:
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
21.02.2019, 14:48

Robert Kubica durfte am Donnerstag-Vormittag seine ersten Formel-1-Runden 2019 drehen: Die Eindrücke vom FW42 sind okay, Überzeugung hört sich aber anders an

Endlich hat die Formel-1-Saison 2019 auch für Robert Kubica begonnen. Am vierten Testtag in Barcelona durfte der Pole erstmals in Geschehen eingreifen. Am Steuer des Williams FW42 fuhr er dabei 48 Runden und brachte seinem Team somit wichtige Kilometer - immerhin muss man nach zweieinhalb verpassten Tagen eine Menge aufholen.

"Es war zwar ein bisschen spät, aber besser jetzt als nie", versucht Kubica die Situation positiv zu sehen. Wie Tag vier fühlte es sich für ihn verständlicherweise nicht an, eher wie Tag eins: "Ich bin nicht wirklich gefahren, sondern mehr um die Strecke gerollt und habe Daten gesammelt und ein paar Dinge abgehakt, die wichtig für die Ingenieure und die Aerodynamik-Abteilung sind", so Kubica.

Dabei wirkte die Fahrt des Polen teilweise wirklich wie eine Rookie-Veranstaltung: Mehrfach stand er Konkurrenten bei seinen Aero-Messungen im Weg, einmal wäre das gegen Lewis Hamilton beinahe schiefgegangen, und gedreht ohne Fremdeinwirkung hat er sich auch.

Vier Sekunden aufgeholt

Lediglich für zwölf Runden habe er mit dem Williams etwas mehr pushen und seinen eigenen Speed fahren dürfen. "Ich bin seit letztem Freitag hier. Ich habe noch nie so lange gewartet, um zwölf bis 14 Runden zu bekommen, bei denen ich meine eigene Pace fahren konnte", sagt er.

 

Der Blick in die Zeitentabelle ist dabei etwas trügerisch: Mit einer Zeit von 1:21.542 Sekunden landete er rund vier Sekunden hinter der Spitze auf dem letzten Platz, dennoch hat er den Rückstand im Vergleich zu gestern zumindest halbiert. Das weiß der Pole aber natürlich einzuschätzen: "Es ist einfach, vier Sekunden aufzuholen, wenn man acht zurückliegt", winkt er ab.

Jetzt werde es hingegen schwieriger, Sekunden gutzumachen. "Es ist nicht so, als würden wir jetzt jeden Tag vier Sekunden schneller werden. Das wäre fantastisch", sagt Kubica. Gestern hatte Williams lediglich grundlegende erste Tests absolviert, bevor am Mittwochabend neue Teile an die Strecke kamen.

Kubica von Konkurrenz beeindruckt

Auch heute gingen die grundlegenden Arbeiten am Vormittag weiter, weswegen Kubica nicht mehr blieb, als nur ein grober Eindruck vom neuen Auto: "Es ist nicht so, dass das Auto hoffnungslos weit weg wäre", sagt er. "Es wird sicherlich noch etwas ans Auto kommen - vermutlich nicht viel, aber mit Sicherheit mussten wir bei einigen Dingen Kompromisse eingehen."

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George Russell, Williams FW42

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Foto: : Joe Portlock / LAT Images

Was Williams-Fans jedoch wenig Hoffnung machen dürfte, sind die Aussagen über die Konkurrenz: "Als ich die ersten Runs von den anderen am ersten Tag gesehen habe, war ich beeindruckt", gibt Kubica zu. Im Bereich von 1:21 Minuten war am Montag kein einziges Auto zu finden.

Ist also wieder eine ähnliche Saison wie 2018 zu befürchten, als Williams den letzten Tabellenplatz belegte? "Um etwas zu verbessern, müssen wir einen größeren Schritt als die anderen gemacht haben. Ansonsten werden wir dort bleiben, wo wir im vergangenen Jahr waren", weiß Kubica. Wo Williams steht, will er im Moment nicht einschätzen. Alle anderen Teams sind derzeit auf jeden Fall weiter als der Rennstall aus Grove.

Immerhin ein Auto ...

"Das ist nicht ideal, aber ich habe gelernt, dass im Leben nichts ideal sein kann", nimmt es der Pole philosophisch. Er zollt seinem Team Respekt, dass es das Auto innerhalb kürzester Zeit zusammengebaut hat. "Auf der anderen Seite müssen wir verstehen, was passiert ist, weil wir im Grunde vier Tage verloren haben", sagt er.

Vier Tage bleiben Williams nach dieser Woche noch, um sich bestmöglich auf den Saisonauftakt in Australien vorzubereiten. Nach der turbulenten und problemreichen ersten Woche wäre es dann hilfreich, so viele Kilometer wie möglich abzuspulen. Kubica: "Es wäre natürlich besser ein paar mehr Eindrücke und Gefühle vom Auto zu haben. Dann wären Fahrer und Auto besser vorbereitet. Aber die Realität ist, wie sie ist."

"Natürlich gibt es einige Kompromisse", sagt er weiter. "Aber zumindest haben wir endlich ein Auto, sodass wir uns auf unsere Arbeit konzentrieren und uns auf nächste Woche freuen können."

Mit Bildmaterial von LAT.

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