Zak Brown: McLaren kann Red Bull mit gleichem Motor schlagen

McLaren möchte mit dem Renault-Motor wieder in die Top 4 zurückkehren. Zak Brown glaubt, dass man Red Bull mit gleichem Material hinter sich lassen kann.

Für einen Formel-1-Fahrer gilt die alte Regel, dass der erste Gegner immer der eigene Teamkollege ist. Überträgt man dieses ungeschriebene Gesetz auf die Teams, dann gilt es für die Rennställe, immer zunächst die Konkurrenten zu schlagen, die mit dem gleichen Motor unterwegs sind. Und weil McLaren 2018 erstmals mit Renault-Motoren an den Start gehen wird, bedeutet das, dass das Werksteam der Franzosen und Red Bull die ersten Gegner für das Team aus Woking sein werden.

"Unser erstes Ziel wird es sein, Red Bull und Enstone zu schlagen", bestätigt Rennleiter Eric Boullier, und McLaren-Boss Zak Brown antwortet auf die Frage, ob man die Bullen 2018 tatsächlich hinter sich lassen kann: "Ich denke, das können wird." Er räumt jedoch ein: "Es wird sich zeigen, ob wir es direkt beim ersten Rennen schaffen." Denn die neue Partnerschaft mit Renault muss sich zunächst einspielen.

"Ich denke, wir müssen vorsichtig damit sein, zu früh irgendwelche Erwartungen aufzustellen", ist sich auch Brown bewusst. Ein Fehler, den McLaren zu Beginn der Partnerschaft mit Honda machte. Damals kündigt man noch vor dem ersten Rennen vollmundig Siege und Meisterschaften an. Am Ende der Saison wird das Abenteuer mit den Japanern nach drei Jahren nun voraussichtlich ohne einen einzigen Podestplatz enden.

McLaren will zurück an die Spitze

Doch genau dorthin möchte McLaren mittelfristig wieder zurück. Im Hinblick auf den Saisonauftakt 2018 in Melbourne erklärt Brown: "Ich würde nicht sagen, dass wir ein Podium erwarten - aber wir hoffen es." Leicht wird das allerdings nicht werden, denn aktuell fahren Mercedes, Ferrari und Red Bull vorne in einer eigenen Liga. Ob der neue Motor dafür sorgen wird, dass McLaren sofort wieder ganz vorne mitspielen kann?

"Wir sollten eines der großen vier Teams sein", betont Brown den eigenen Anspruch des Traditionsrennstalls. "Das soll aber nicht heißen, dass wir erwarten, die Saison dort zu beenden", fügt er allerdings schnell hinzu. "Wir haben ganz sicher alles, was wir wollen, um konkurrenzfähig zu sein", stellt er klar und erklärt, dass der Renault-Motor zuletzt "super stark" gewesen sei. Und auch das eigene Chassis stimme ihn "sehr zuversichtlich".

Wie gut das McLaren-Chassis wirklich ist, lässt sich in diesem Jahr nur erahnen. 2017 wird sich ein klareres Bild ergeben. Doch damit steigt natürlich auch der Druck. In den vergangenen Jahren konnte man schwache Leistungen stets mit dem unterlegenen Honda-Motor begründen. Diese Möglichkeit wird es 2017 nicht mehr geben, wenn man mit dem gleichen Material wie Renault und Red Bull fährt.

"Vorhersagen sind immer schwierig"

"Es gibt natürlich Druck - aber das bringt der Sport so mit sich", lacht Brown und erklärt selbstbewusst: "Ich bin mir sicher, dass wir konkurrenzfähig sein werden." Wie konkurrenzfähig McLaren sein wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Will man in die Top 4 zurückkehren, müsste man zunächst einmal Force India verdrängen - und das dürfte kein Selbstläufer werden.

"Ich denke, wir können besser sein. Aber Vorhersagen sind immer schwierig", grübelt Brown und erklärt, dass Force India momentan einen "guten Job" mache. Doch ein Top-4-Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft wäre ohnehin nur der Anfang der "Wiedergeburt" von McLaren. Langfristig möchte man in Woking auch endlich wieder Rennsiege und Weltmeisterschaften feiern. Aber diese Hoffnung gibt es dort bekanntlich bereits seit Jahren ...

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