Formel 1 Monaco 2018: Red Bull dominiert auch zweites Training

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Formel 1 Monaco 2018: Red Bull dominiert auch zweites Training
Christian Nimmervoll
Autor: Christian Nimmervoll
24.05.2018, 14:43

Neuer Streckenrekord und sagenhafte Longruns: Red Bull hat den Trainings-Donnerstag dominiert - WM-Leader Lewis Hamilton klagt über starkes Untersteuern

Red Bull hat das Donnerstagstraining zum Grand Prix von Monaco in Monte Carlo dominiert und mit Daniel Ricciardo auch in FT2 einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Der Australier meisterte den Traditionskurs im Fürstentum in 1:11.841 Minuten. Damit unterstreicht sein Team die Favoritenrolle, die Red Bull inzwischen selbst annimmt.

Ergebnis: 2. Training in Monaco

"Die Longruns haben weder bei Mercedes noch bei Ferrari gut ausgesehen", sagt Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Unsere Fahrer fühlen sich wohl. Wenn unser Chassis wo zeigen kann, wie gut es ist, dann hier. Ja, da kommen wir in so etwas wie eine Favoritenrolle."

Der erste Red-Bull-Verfolger Sebastian Vettel (Ferrari) hatte 0,572 Sekunden Rückstand. Lewis Hamilton (4./Mercedes) fehlten sogar 0,695 Sekunden. Obendrein ist nicht nur ein Red Bull schnell: Max Verstappen belegte mit 0,194 Sekunden Rückstand Platz zwei. Erfreulich auch: Seine Rückwärtsgang-Aktion in FT1 zog keine Strafe nach sich.

Bei den Longrun-Simulationen am Ende des Nachmittagstrainings bot sich ein ähnliches Bild: Red Bull mit Vorsprung auf Ferrari und Mercedes, die in etwa auf Augenhöhe lagen. Besonders beeindruckend: Ricciardo und Verstappen konnten in Runde 22 beziehungsweise 18 auf ihrem Hypersoft-Satz noch unter 1:15 Minuten fahren. Das gelang den anderen Topteams überhaupt nie!

"Es war ein guter Tag. So kann's weitergehen", strahlt Ricciardo. "Die Strecke verändert sich bis Samstag noch stark, aber das war mal ein guter Anfang. Beide Autos liegen voran und die Longruns waren auch gut."

Video: Der Rundenrekord in Monaco

Hamilton war am Vormittag immerhin noch Dritter, mit weniger als vier Zehntelsekunden Rückstand. "Aber am Donnerstagmorgen", seufzt Sportchef Toto Wolff, "waren wir vergangenes Jahr auch noch stark." Am Ende belegte Hamilton 2017 P13 in der Startaufstellung und P7 im Rennen.

Hamilton klagte über starkes Untersteuern, insbesondere auf dem Supersoft-Pirelli, der im Rennen eher kein Thema sein wird. Generell standen die Rennvorbereitungen nicht im Vordergrund: "Die Longruns sind eh egal. Es dreht sich alles um das Qualifying", sagt zum Beispiel Brendon Hartley (11./Toro Rosso/+1,381).

Vorjahressieger Vettel fiel unserem Reporter am Streckenrand durch die extrem niedrige Bodenhöhe auf - kein Auto setzte bei der Tabak-Kurve lauter am Asphalt auf als der Ferrari. Später gab's 100 Euro Geldstrafe für den Deutschen, weil er in der Boxengasse 61 statt der erlaubten 60 km/h fuhr. In die FIA-"Blitzerfalle" tappten heute gleich mehrere Piloten.

"Red Bull hat stark ausgeschaut", analysiert Vettel, schränkt aber ein: "Das ist dieses Jahr nicht das erste Mal so. Inwieweit es am Samstag auch noch so ist, wird sich zeigen." Die Longruns seien sowieso "ein bisschen wurscht. Da ist es wichtiger, vorne zu stehen. Trotzdem: An der Balance können wir noch arbeiten. Gerade im zweiten und dritten Sektor. Das Auto rutscht mir noch ein bisschen zu viel."

Die Positionen sieben bis zehn machten das Renault-Werksteam und das Renault-Kundenteam McLaren untereinander aus. Nico Hülkenberg war auf P7 Schnellster des Quartetts, das innerhalb von 0,153 Sekunden lag. Hartley auf P11 lag ebenfalls noch in Schlagdistanz. Erst dahinter klaffte eine etwas größere Lücke.

Besonders enttäuschend: Das Haas-Team auf den Positionen 16 (Kevin Magnussen) und 18 (Romain Grosjean). "Am meisten Schwierigkeiten bereitet uns der erste Sektor. Da sind wir Letzter, mit zwei, drei Zehntel Abstand zum Vorletzten", ärgert sich Technikchef Günther Steiner.

Zur Ehrenrettung hat er wenigstens Teilerklärungen parat: Bei Magnussen streikte am Vormittag die Benzineinspritzung, sodass er nicht mehr als sieben Runden fahren konnte, und bei Grosjean stimmte am Nachmittag mit dem Unterboden etwas nicht. "Wir waren nicht, wo wir sein wollen", sagt Steiner. Haas matcht sich damit im hinteren Feld mit den üblichen Verdächtigen Sauber und Williams.

Die Unterbrechung der Session nach etwa 25 Minuten hatte damit aber nichts zu tun. Vielmehr war - wieder einmal - ein Gullydeckel lose geworden. Diesmal zwischen Casino und Mirabeau. Bis dieser wieder verschweißt war, vergingen ein paar Minuten ...

Der Freitag ist in Monaco - zumindest für die Formel 1 - traditionell trainingsfrei. Das heißt, dass die Teams mehr Zeit haben als sonst, die Trainingsdaten auszuwerten. Das vielleicht wichtigste Qualifying des Jahres findet am Samstagnachmittag um 15:00 Uhr statt.

Video: Ayrton Senna, der Monaco-Meister

 

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