F1-Experte Brundle: Absetzung von Michael Masi würde nichts ändern

Inmitten der Spekulationen über die Zukunft von Michale Masi sagt Sky-Experte Brundle, dass dessen Entlassung die Probleme der Formel 1 nicht lösen würde

F1-Experte Brundle: Absetzung von Michael Masi würde nichts ändern

Für sein Vorgehen beim Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi hat FIA-Rennleiter Michael Masi viel Kritik einstecken müssen. Nicht wenige forderten seinen Rücktritt oder Rausschmiss. Doch nach Ansicht von Martin Brundle würde das die allgemeinen Bedenken hinsichtlich der Integrität des Sports nicht ausräumen.

"Was ich mit absoluter Sicherheit weiß, ist, dass ein Wechsel von Michael Masi das Problem nicht lösen wird", sagt der Sky-Experte. Er findet: "Das ist eine viel zu große Aufgabe für eine Person, um sie in einer Saison mit 23 Rennen zu bewältigen."

"Früher, als Charlie (Whiting, Masis Vorgänger) und Herbie (Blash, Whitings Assistent; Anm. d. R.) noch 16 bis 18 Rennen betreuten, startete Charlie das Rennen und Herbie war praktisch der Rennleiter, bis Charlie von der Startrampe zurückkam. Sie hatten alles unter Kontrolle", erinnert sich Brundle an frühere Zeiten.

Brundle: F1-Rennleiter braucht mehr Unterstützung

"Aber es wächst einfach exponentiell", sagt er weiter, "sodass Masi, wenn er bleibt, eine Menge Unterstützung um sich herum braucht, und ich vermute, das ist es, was sie sich im Moment anschauen. Und wer würde jetzt eigentlich in seine Fußstapfen treten wollen?"

Gleichzeitig betont Brundle, dass Masi "nur noch ein Leben hat", wenn sowohl er als auch die FIA wollen, dass er weitermacht. "Ich weiß also nicht, ob das wirklich haltbar ist."

Brundles Sky-Kollege Johnny Herbert hat dazu eine klare Meinung. Er hält Masi nach allem, was passiert ist, für untragbar: "Ich denke, er hat der Formel 1 zu viel Schaden zugefügt. In der Position, in der er sich befindet, muss man Vertrauen haben, und ich denke, dass dieses Vertrauen komplett und vollständig verschwunden ist."

Schwierige Nachfolge: Wer könnte Masi beerben?

Doch Herbert weiß, dass sich potenzielle Nachfolger nicht gerade aufdrängen. "Das Problem ist, durch wen man ihn ersetzen kann. Denn natürlich ist die Erfahrung desjenigen, der diese Position übernimmt, sehr wichtig", so der dreifache Grand-Prix-Sieger.

"Michael hatte das große Glück, unter Charlie Whiting zu arbeiten, als dieser noch an der Spitze stand, und er hat dabei eine Menge gelernt. Gibt es jemanden, der für mich im Moment heraussticht, um ihn zu ersetzen? Nein, und das ist die Krux."

Masi wurde für seine Handhabung der späten Safety-Car-Phase, vor allem des Restarts, beim Grand Prix von Abu Dhabi 2021 heftig kritisiert. So erlaubte er nur den überrundeten Autos zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen, das Safety-Car zu passieren. Zudem wurde das Safety-Car eine Runde zu früh reingeholt.

Das führte dazu, dass Hamilton in der letzten Runde die Rennführung und damit auch die Weltmeisterschaft an Verstappen verlor. Mercedes kündigte an, gegen das Ergebnis des Berufung einzulegen. Zuvor war ein Protest gegen das Safety-Car-Verfahren, den man unmittelbar nach dem Rennen eingereicht hatte, gescheitert.

Von einer Berufung sah Mercedes dann aber doch ab, nachdem die FIA eine interne Untersuchung angekündigt hatte. Hamilton hat sich seit den Titelniederlage nicht mehr zu seiner Zukunft geäußert. Teamchef Toto Wolff hatte erklärt, dass sowohl er als auch Hamilton von den Ereignissen "desillusioniert" seien.

Die FIA gab jüngst ihre erste Erklärung zu diesem Thema seit der Ernennung von Mohammed Ben Sulayem zum Präsidenten ab. Darin heißt es, dass sich die Analyse der Ereignisse in Abu Dhabi auch auf den Einsatz des Safety-Cars konzentrieren wird.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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