Felipe Massa

F1-Kolumne von Felipe Massa: GP von Singapur keine Enttäuschung

In seiner neuen F1-Kolumne für Motorsport.com spricht Felipe Massa über die Leistung von Williams beim Grand Prix von Singapur, der für das Team keine Enttäuschung war.

Ich hatte erwartet, dass es in Singapur für uns schwierig werden würde, was auch immer wieder bestätigt wurde. Es macht mich glücklich, das Rennen wenigstens in der Nähe der Top 10 beendet zu haben.

Wir haben am Marina Bay Circuit ein unvorhersehbares Rennwochenende erlebt, was in Singapur regelmäßig der Fall ist. Das Qualifying war für mich alles anderes als erfolgreich. In der finalen Runde des Q1 habe ich einen Fehler gemacht und die Streckenbegrenzung berührt.

Dieser Fehler hat mich 6 oder 7 Zehntel gekostet, weshalb ich es auch nicht ins Q2 geschafft habe. Ich glaube nicht, dass wir ins Q3 gelangt wären, aber ich entschuldige mich dafür, nicht das volle Potenzial ausgeschöpft zu haben.

Die Wettervorhersage hat sich am Sonntag bestätigt. Kurz vor dem Rennen, begann es zu regnen und genau vor dem Start wurde er intensiver. Daher war es schwierig, die richtigen Reifen zu wählen.

Im Qualifying in Monza, einer Strecke, die wenig Grip bietet, war es die richtige Entscheidung, die Regenreifen zu nutzen. Ich hatte das Gefühl, dass es auch in Singapur klappen könnte, da wir auf normalen Straßen unterwegs waren, die in der Regel im Nassen nur wenig Bodenhaftung liefern.

Der einzige große Unterschied zu Monza war die Temperatur. Ich dachte, es wäre weniger risikoreich mit den Regenreifen von hinten ins Rennen zu starten, gerade in den 1. Runden. Ich dachte, ich hätte so eine gute Chance, einige Plätze gut zu machen und die Piloten zu überholen, die sich für Intermediates entschieden haben.

Meine Entscheidung machte Sinn, aber nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich die falschen Reifen gewählt hatte. Ich war deutlich langsamer als meine Konkurrenten im Mittelfeld.

Ich hatte keine Chance, in den 1. Kurven des Rennens Positionen zu gewinnen, da die Piloten auf den Intermediates von Beginn an schneller waren als ich.

Nachdem sich die Zeiten stabilisiert und mein Team den Zeitenunterschied der Reifen analysiert hatte, kam das Safety-Car auf die Strecke, da Daniil Kvyat einen Unfall gebaut hatte. Ich dachte, es wäre der perfekte Moment, um die Reifen zu wechseln.

Ich habe mein Team per Funk kontaktiert, doch ich bekam die Anweisung, auf der Strecke zu bleiben. Die Strategen wollten sich den Wechsel auf Intermediates sparen, um dann sofort auf Slicks zu wechseln. Obwohl ich mit der Entscheidung nicht einverstanden war, blieb ich draußen.

Ich habe einige Plätze gut gemacht, da einige Piloten für einen Reifenwechsel an die Box kamen. Als das Rennen wieder lief, waren wir jedoch sehr langsam. Es war schwierig, die Rennpace zu finden und ich verlor in nur 3 Runden 20 Sekunden auf das Hauptfeld.

Nachdem ich dann doch für Intermediates an die Box gekommen war, war ich sofort 5,5 Sekunden schneller. Von diesem Moment an war das Renntempo gut. Ich hatte aber keine Chance, die verlorene Zeit wieder aufzuholen, weshalb ich es nicht schaffte, das Rennen in den Top 10 zu beenden.

Immerhin erhielt Williams 4 Punkte, da Lance Stroll das Rennen innerhalb der Punkteränge beendet hatte. So haben wir es geschafft, Renault in der Konstrukteurswertung weiter hinter uns zu halten. Das waren die positiven Neuigkeiten an einem schwierigen Rennwochenende.

Start-Crash

Nach dem Rennen, gab es im Fahrerlager viel Gesprächsbedarf wegen des Start-Crashs. Ich habe beim Start nicht mitbekommen, was passiert ist, da ich nur Wasser vor mir auf der Strecke sah.

Ich habe mir die Bilder im TV angesehen und denke, dass Sebastian Vettel etwas zu aggressiv zu Werke ging, als er versuchte, seine Führung zu verteidigen. Sein Manöver hat den Unfall ausgelöst. Max Verstappen ist sehr jung, aber ich glaube nicht, dass er einen Fehler gemacht hat.

Sebastian ist aber in der Situation, um den WM-Titel zu kämpfen und daher ist es für ihn sicher nicht einfach. Ich hätte damit gerechnet, dass er nur Lewis Hamilton hinter sich halten wollte, da eigentlich nur die beiden Piloten um den Titel kämpfen.

Bildergalerie: Felipe Massa beim Grand Prix von Singarpur

Eine F1-Saison besteht aus vielen Situationen wie diese. Manchmal sind sie nicht wichtig, aber wenn es so eng zugeht, wie in dieser Saison, kann so etwas den Unterschied machen.

Ich erinnere mich noch immer daran, was in Singapur im Jahr 2008 passiert war. Es war einer der unglücklichsten Rennen meiner Karriere. Ich werde nie vergessen, welchen Einfluss dieses Rennen auf den Ausgang meiner Saison hatte.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung Singapur
Rennstrecke Marina Bay Street Circuit
Fahrer Felipe Massa
Teams Williams
Artikelsorte Kolumne
Tags f1, felipe massa, formel 1, gp von singapur, kolumne, marina bay circuit, williams
Topic Felipe Massa