F1-Qualifying Istanbul 2021: Valtteri Bottas auf Pole, Mick fährt in Q2

Lewis Hamilton holt zwar die schnellste Zeit im Qualifying, doch aufgrund seiner Strafe steht Teamkollege Valtteri Bottas auf Pole - Mick Schumacher stark in Q2

F1-Qualifying Istanbul 2021: Valtteri Bottas auf Pole, Mick fährt in Q2

Mercedes hat im Qualifying der Türkei das bestmögliche Ergebnis geholt und Lewis Hamilton Startplatz elf gesichert. Der Brite war in der wechselhaften Session der schnellste Mann, muss aber zehn Startplätze zurück. Dadurch erbt Teamkollege Valtteri Bottas die Pole, der nach dem ersten Q3-Versuch noch geführt hatte, am Ende aber 0,130 langsamer war.

Für Max Verstappen (Red Bull) blieb nur der dritte Platz, der ihm aber am Sonntag einen Startplatz in der ersten Reihe einbringt. Der Red-Bull-Pilot hatte keine Chance gegen die beiden Silberpfeile, morgen aber trotzdem eine gute Ausgangsposition. Dahinter stark: Charles Leclerc (Ferrari) mit Platz vier und Pierre Gasly (AlphaTauri) mit Platz fünf.

Die weiteren Positionen in den Top 10 belegen Fernando Alonso (6./Alpine), Sergio Perez (7./Red Bull), Lando Norris (8./McLaren), Lance Stroll (9./Aston Martin) und Yuki Tsunoda (10./AlphaTauri).

Für Sebastian Vettel (Aston Martin) war das Qualifying nach Q2 beendet. Als Elfter verpasste er den Sprung um eineinhalb Zehntelsekunden. Stark war hingegen Mick Schumacher (Haas), der als 14. zum zweiten Mal in dieser Saison den Einzug in Q2 schaffte!

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Warum startet Lewis Hamilton trotz Pole nur als Elfter?

Schon vor der Qualifikation stand fest, dass der Mercedes-Pilot um zehn Startplätze strafversetzt wird. Sein Team tauscht den Verbrennungsmotor seiner Antriebseinheit aus. Weil das bereits das vierte von drei erlaubten Elementen ist, gibt es per Reglement eine Strafversetzung um zehn Plätze. Damit wird Hamilton am Sonntag von Rang elf aus ins Rennen gehen.

 

Mit der Poleposition hat Hamilton somit die größtmögliche Schadensbegrenzung betrieben, denn besser als Platz elf hätte es für ihn nicht ausgehen können. Trotzdem startet er damit neun Positionen hinter seinem WM-Rivalen Max Verstappen.

Der hatte in Sotschi übrigens alle Motorenteile gewechselt und musste daher am Ende des Feldes starten. Das ist der Unterschied zu Hamiltons Fall.

Hätte Valtteri Bottas die Pole holen dürfen?

Danach sah es zunächst aus. Der Finne war im ersten Versuch in Q3 sogar 22 Tausendstelsekunden schneller als sein Teamkollege und hatte die Zeit vor allem im ersten Sektor gewonnen, wo er mehr als zwei Zehntelsekunden schneller war.

Im zweiten Versuch fuhr Hamilton deutlich früher aus der Box und knackte Bottas' Zeit. Weil auch alle anderen Polekandidaten schon im Ziel waren, hätte Bottas seine Runde theoretisch abbrechen können, weil ihm die Pole sicher war und er Hamilton nur noch einen Platz weiter nach hinten hätte verdrängen können. Doch seine Runde fuhr er zuende.

Warum schied Sebastian Vettel in Q2 aus?

Schon in Q1 kam er als 15. gerade einmal als Letzter weiter, doch den Einzug in Q3 verpasste er am Ende als Elfter lediglich um 0,153 Sekunden. Dass die Top 10 für Aston Martin möglich gewesen wären, hat Teamkollege Lance Stroll als Neunter gezeigt.

"In Kurve 1 hatte ich Probleme. Dort habe ich zwei Zehntelsekunden verloren, als ich auf eine feuchte Stelle kam", erklärt er. "Das hat uns den Q3-Einzug am Ende wahrscheinlich gekostet. In solchen Situationen ist natürlich immer auch ein bisschen Glück dabei. Vielleicht war ich einfach einer derjenigen, die die feuchten Stellen nicht richtig gelesen haben und einfach eine falsche Linie gewählt haben."

Wie konnte es Mick Schumacher in Q2 schaffen?

Der andere Deutsche war die große Überraschung des Qualifyings. Mick Schumacher lag in Q1 sogar vor Vettel und nahm seinem Teamkollegen Nikita Masepin erneut fast drei Sekunden ab. Für den Haas-Piloten war es der erste Auftritt in Q2. Zwar zog er schon in Frankreich in den zweiten Abschnitt, konnte dort aufgrund eines Unfalls aber nicht teilnehmen.

In Istanbul profitierte Schumacher von den Bedingungen. Er fuhr bei abtrocknender Strecke zur richtigen Zeit eine starke Runde und konnte sich so am Ende von Q1 noch aus den unteren Fünf lösen. Sein Geheimnis: "Die Runde fertig fahren, das Auto auf der Strecke halten und dann einfach Vollgas geben."

 

Damit kegelte er andere Kandidaten raus, die nicht mehr damit gerechnet hatten.

Eine bessere Zeit wurde ihm in Q2 aber verwehrt, weil Lance Stroll direkt vor ihm in Kurve 1 abgeflogen war.

Warum schied Daniel Ricciardo in Q1 aus?

Der McLaren-Pilot war einer dieser Kandidaten. Der Australier musste nach den starken Startplätzen in Monza und Sotschi eine Enttäuschung hinnehmen und wurde nur 16.

Zwölf Sekunden vor Ablauf der Zeit fuhr er über den Zielstrich und schien als Neunter sicher zu sein. Doch die Zeiten purzelten noch einmal, sodass sich Ricciardo plötzlich unter dem Strich wiederfand und auch nicht noch einmal konterte.

Warum blieb Carlos Sainz in Q2 in der Garage?

Carlos Sainz hatte Daniel Ricciardo im letzten Moment noch aus Q2 geschmissen, doch dort trat der Spanier gar nicht mehr an. Denn auch der Ferrari-Pilot hat eine Motorenstrafe und muss vom Ende des Feldes aus starten. Daher brauchte er in Q2 auch keine Zeit mehr setzen und blieb in der Garage.

 

Wobei das nicht ganz stimmt: Kurz vor Ende fuhr er doch raus und gab Teamkollege Charles Leclerc Windschatten. Der stand nach einem Dreher in der Zielkurve noch nicht in den Top 10 und bekam von Sainz eine kleine Hilfestellung, die ihn auf Platz sieben brachte.

Hätte es George Russell in Q3 schaffen können?

Kurze Antwort: ja. Der Williams-Pilot war in den ersten beiden Sektoren schneller als Lando Norris und hätte diesen somit aus den Top 10 befördern können. Doch ein Rutscher in der Schlusskurve sorgte dafür, dass Russell seine Runde nicht beenden konnte und als 13. in Q2 hängen blieb. "Sorry, Jungs", funkte er. "Nein. Nein. Nein. Das war eine gute Runde."

 

Wie waren die Bedingungen in Q1?

Wechselhaft. Weil es drei Minuten nach Beginn der Session regnen sollte, wollten alle Piloten zu Beginn eine Runde auf immer noch leicht feuchter Piste hinlegen. Wirklich nass wurde es während der Session aber nicht: Zu keiner Zeit kamen die Intermediates oder die Regenreifen zum Einsatz. Am Ende von Q1 wurde die Strecke sogar schon wieder schneller.

Welche Stelle war im Nassen besonders knifflig?

Eindeutig Kurve 1. Am häufigsten wurden Piloten in dieser Kurve auf dem falschen Fuß erwischt. Der erste war Ferraris Carlos Sainz, gefolgt von Max Verstappen. AlphaTauris Yuki Tsunoda nahm sogar den Werbeaufsteller mit, bevor es Nikita Masepin an der Stelle gleich zweimal erwischte. In Q2 flogen auch Sergio Perez und Lance Stroll dort ab, ohne jedoch anzuschlagen.

 

Wie ist die Reifensituation im Rennen?

Weil keine Intermediates verwendet wurden, müssen die Top 10 auf den Reifen starten, mit denen sie in Q2 ihre schnellste Runde gefahren haben. Mit Ausnahme von Yuki Tsunoda, der Soft genutzt hat, waren alle auf Mediums unterwegs. Auch Lewis Hamilton muss von Startplatz elf damit starten.

Ausgenommen davon ist Sebastian Vettel, der durch Hamiltons Strafversetzung zwar in die Top 10 gespült wurde, aber freie Reifenwahl hat.

Kann sich Max Verstappen die WM-Führung am Sonntag zurückholen?

Favorit auf den Rennsieg ist Max Verstappen angesichts von 0,328 Sekunden Rückstand nicht. Doch weil Lewis Hamilton nur auf Platz elf startet, ist es wahrscheinlich, dass der Niederländer die Türkei als WM-Führender verlässt. Wird er Zweiter, kann Hamilton selbst mit einem dritten Platz und der schnellsten Rennrunde nur punktetechnisch aufschließen. Dank der höheren Anzahl Siege wäre Verstappen vorne.

 

Die besten Siegchancen dürfte aber Valtteri Bottas haben, weil der Mercedes stärker scheint. Es wäre Bottas' erster Saisonsieg. "Valtteri wird wegfahren und Lewis wird im Rennen nach vorne fahren", glaubt Verstappen.

"Es wird nicht einfach sein, um auch Lewis hinter mir zu halten mit der Pace, die sie hier am Wochenende haben. Ich glaube nicht, dass wir morgen im Rennen mit Mercedes kämpfen können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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