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Fahrer loben McLaren-Teamchef: "Man muss sich nur die Resultate anschauen"

Sainz & Norris berichten über den Führungsstil von McLaren-Teamchef Andreas Seidl - Daniel Ricciardo verrät, warum er sich schon auf die Zusammenarbeit freut

Fahrer loben McLaren-Teamchef: "Man muss sich nur die Resultate anschauen"

Seit Mai 2019 lenkt Andreas Seidl die Geschicke bei McLaren. Unter seiner Führung gelang dem Team der rasche Aufschwung zum stärksten Mittelfeldteam. Seine ehemaligen und gegenwärtigen Fahrer sprechen in den höchsten Tönen vom Deutschen. "Man muss sich nur die Resultate anschauen", meint etwa Carlos Sainz. Was macht den Führungsstil von Seidl aus?

"Ich mag es nicht, Menschen miteinander zu vergleichen", schickt Sainz voraus. Das sei weder "fair noch gut". Daher weigert er sich auch Seidl mit seinen anderen ehemaligen Teamchefs (Franz Tost, Cyril Abiteboul) zu vergleichen. "Das kann einen schnell in eine unangenehme Situation bringen", weiß er.

Aber: "Andreas hat einen sehr guten Job für McLaren gemacht. Man muss sich nur die Resultate anschauen und wie weit das Team in den letzten 18 Monaten, in denen er für die Mannschaft gearbeitet hat, gekommen ist", findet Sainz.

Norris: Er weiß, wie er das Beste aus den Fahrer herausholt

Die Statistik spricht für den Deutschen: 2019 gelang McLaren WM-Platz vier (145 Punkte) und ein dritter Rang in Brasilien. 2020 konnte die Truppe den Aufwärtstrend bestätigen. Mit zwei Podestplätzen und insgesamt 202 Punkten schaffte das Traditionsteam WM-Rang drei.

"Ich habe nur positive Worte für Andreas übrig. Ich bewundere ihn. Ich habe in den vergangenen Monaten sehr viel von ihm gelernt, auch über seinen Führungsstil." Etwa im Umgang mit den Piloten. Mehrfach hat der bodenständige Bayer auf seine talentierten Fahrer verwiesen, als er auf das Erfolgsgeheimnis von McLaren angesprochen wurde.

"Ich möchte mich dafür bei Andreas bedanken, weil man als Fahrer natürlich immer gelobt werden möchte vom Chef. Das ist immer gut. Andreas weiß mehr als jeder andere, wie ich arbeite, wie ich die Rennen angehe und er weiß auch, wo wir Punkte [zu Beginn des Vorjahres] verloren haben."

Carlos Sainz, Andreas Seidl

Carlos Sainz lobt die Zusammenarbeit mit Seidl

Foto: Motorsport Images

Seidl wisse außerdem genau, was noch möglich gewesen wäre, hätte Sainz weniger Probleme erlebt, und wozu der Bolide fähig gewesen ist. "Es gibt nichts Schöneres, als wenn dein Boss, der jedes Rennen genau mitverfolgt, dich evaluiert. Aber ich weiß nicht, wie ich mit dem Lob umgehen soll."

Nachsatz: "Mein Vater sagt immer, dass Lob einen nur schwächer mache, daher sagt er mir so etwas erst gar nie", schmunzelt der Spanier. Ex-Teamkollege Lando Norris stimmt Sainz' Darstellung zu. Auch der Brite lobt den Führungsstil des Deutschen.

"Er ist mein erster richtiger Teamchef in der Formel 1, daher ist es schwierig für mich, ihn zu vergleichen. Aber er ist ein sehr bodenständiger Kerl, der versteht, wie es den Fahrern geht und was sie brauchen. Und er weiß, wie er den Fahrern erlaubt, ihr Bestes abzurufen."

Ricciardo: Werde wie ein Schwamm sein

Außerdem ist Norris von der Weise begeistert, wie Seidl das Team auf bestmögliche Art führt. "Er involviert uns und alle, die involviert sein müssen. Und er bekommt das Beste aus uns raus." Trotz großer Umbrüche in der Organisation habe es Seidl geschafft, die Atmosphäre und die Arbeitsmoral intern hochzuhalten. "Er ist ein großer Teil davon."

Neuzugang Daniel Ricciardo freut sich bereits auf die Zusammenarbeit mit Seidl. Er machte bereits im Jahr 2014 Bekanntschaft mit ihm. "Es gab die Idee, dass ich zu der Zeit Le Mans mit Porsche fahren könnte. Wir hatten Kontakt und haben darüber gesprochen."

Dazu kam es zwar nicht, doch sieben Jahre später wird er dennoch unter der Führung von Seidl fahren. "Ich freue mich sehr darauf. Ich habe schon viel Gutes über ihn von Leuten gehört, die mit ihm gearbeitet haben." In seiner Karriere hat der Australier bereits einige Erfahrungen mit Teamchefs gesammelt.

Bei HRT absolvierte er zunächst unter Colin Kolles sein Debüt, später bekam er es mit Franz Tost bei Toro Rosso und Christian Horner und Helmut Marko bei Red Bull zu tun. Zuletzt fuhr Ricciardo unter dem Ex-Renault-Teamchef Cyril Abiteboul.

"Da waren schon ein paar starke Charaktere dabei", grinst der Australier. "Ich habe von allen gelernt und versucht, von ihren Eigenschaften zu profitieren. Besonders wenn man jung ist, braucht man erfahrene Leute um sich, um von ihnen zu lernen - wie ein Schwamm, [der alles aufsaugt]."

Deshalb werde er auch beim Wechsel zu McLaren versuchen, "ein Schwamm zu bleiben" und sich mithilfe von Seidl und dem Team zu verbessern.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer