Fernando Alonso: Indy-500-Deal wäre unter Ron Dennis unmöglich gewesen

Der neue McLaren-Chef Zak Brown hat laut Fernando Alonso großen Anteil daran, dass ein Abstecher zum Indy 500 mit Verzicht auf den Grand Prix von Monaco durchführbar ist. Unter Ron Dennis hätte dies anders ausgesehen.

Nicht zuletzt aufgrund der Bemühungen von Zak Brown darf McLaren-Pilot Fernando Alonso am 28. Mai dieses Jahres das legendäre Indy 500 in Indianapolis bestreiten und darf dafür aufgrund der terminlichen Überschneidung den Formel-1-Grand-Prix von Monaco in Monte Carlo auslassen.

Brown, der vor wenigen Monaten die Leitung der McLaren-Gruppe übernommen hat, unterbreite Alonso den Indy-Vorschlag ursprünglich als Scherz. Doch dank des Entgegenkommens von IndyCar-Chef Mark Miles, des Teams Andretti Autosport rund um Michael Andretti und des gemeinsamen Motorenpartners Honda schickt McLaren bei der 101. Auflage des Indy 500 wieder ein Auto ins Rennen. Im Cockpit sitzt Alonso. Gestemmt wird der Einsatz vom Andretti-Team, doch die Nennung läuft unter McLaren.

Wäre ein solcher Deal auch möglich gewesen, würde Ron Dennis bei McLaren noch das Sagen haben? "Vermutlich nicht", bekennt Alonso und unterstreicht: "Zak hat einen weiteren Blick als andere Teamchefs, die ich vorher hatte."

"Er sieht den Motorsport anders. Er sieht McLaren größer und nicht länger ausschließlich auf die Formel 1 konzentriert", lobt Alonso den neuen McLaren-Boss Brown und stellt heraus: "Er ist ein echter Racer. Es ist großartig, dass McLaren Zak im vergangenen Jahr an Bord geholt hat."

Allerdings gibt Alonso auch zu, dass die aktuelle sportliche Krise von McLaren-Honda in der Formel 1 geholfen hat, den Indy-Deal in trockene Tücher zu bringen: "Wenn das Auto in diesem Jahr konkurrenzfähig wäre und wir 43 Punkte hätten wie die anderen Jungs (die WM-Führenden Lewis Hamilton und Sebastian Vettel; Anm. d. Red.), dann kann man es sich nicht erlauben, 25 mögliche Punkte zu verlieren, weil man ein Rennen auslässt."

Indianapolis wurde Le Mans vorgezogen

Hintergedanke bei Alonsos Indy-500-Start ist die "Triple Crown", sprich ein Sieg bei den 3 großen Rennen weltweit: Grand Prix von Monaco, Indy 500 und 24 Stunden von Le Mans. Bislang ist dieser Dreifachschlag genau einem Fahrer gelungen: Graham Hill.

Alonso hat bereits 2 Monaco-Siege auf seinem Konto. Nun schickt er sich nun an, das Indy 500 bei seinem 1. Start zu gewinnen, wie es im vergangenen Jahr Alexander Rossi und davor 9 andere Indy-Rookies geschafft haben.

Grundsätzlich kann sich Alonso auch nach 2017 weitere Indy-500-Starts vorstellen. Sein Debüt im "Brickyard" hatte er ohnehin erst für 2018 geplant, doch aus oben genannten Gründen wurde aus Browns Scherz schon für 2017 Realität.

Und Alonso offenbart auch, dass er in diesem Jahr sogar schon ein Cockpit bei den 24 Stunden von Le Mans hätte bekommen können. "Das lag für dieses Jahr ganz klar auf dem Tisch. Weil Eric (McLaren-Rennleiter Eric Boullier; Anm. d. Red.) Franzose ist, machte er sich für Le Mans stark. Weil Zak Amerikaner ist, hat er sich wiederum für das Indy 500 stark gemacht."

"Dank der Partnerschaft McLaren-Honda war es für dieses Jahr sehr attraktiv, das Indy 500 anzugehen. Le Mans ist etwas, das ich wohl so früh wie möglich angehen werde. Ich weiß nicht, ob es schon nächstes Jahr klappt oder in den folgenden Jahren", so Alonso, der in diesem Zusammenhang noch einmal betont, dass die Formel 1 weiterhin Priorität genießt.

"Die Formel 1 steht ganz oben an. Wenn ich andere Rennen zusammen mit der Formel 1 fahren kann, wie in diesem Jahr, ist es okay. Wenn nicht, werde ich nur Formel 1 fahren", stellt Alonso klar.

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Rennserien Formel 1 , IndyCar
Fahrer Fernando Alonso
Artikelsorte News
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