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Ferrari: Nicht unmöglich, zwei Nummer-1-Fahrer zu haben

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto erklärt, wie sich die interne Dynamik zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc für ihn darstellt

Ferrari: Nicht unmöglich, zwei Nummer-1-Fahrer zu haben

"Ich habe mich nie als Nummer 2 gefühlt", bekräftigte Sebastian Vettel gestärkt durch seinen Singapur-Triumph vor dem Russland-Wochenende. Bei Ferrari gebe es nur eine Nummer 1, die Scuderia selbst. Das betonte auch Teamchef Mattia Binotto immer wieder in den vergangenen Wochen, als er auf die interne Dynamik angesprochen wurde. Er glaubt daran, zwei Topfahrer im Team halten zu können.

"Mercedes hatte zwei Spitzenfahrer zur selben Zeit und sie haben die Meisterschaften gewonnen. Sie haben mit Hamilton und mit Rosberg gewonnen", erinnert der Italiener auf die Machtverteilung im Gegensatz zu den Silberpfeilen angesprochen. "Es ist daher nicht unmöglich", meint er.

Während sich Ferrari als einziges Topteam nicht klar für eine Nummer 1 ausgesprochen hat, ist die Hierarchie bei Mercedes und auch Red Bull eindeutig sichtbar. Die Roten haben darauf verzichtet und mussten sich deshalb in den Wochen nach den beiden Siegen von Charles Leclerc unangenehmen Fragen stellen.

Der Monegasse bekam Aufwind nach der Sommerpause, zunächst durch den Erfolg gegen Lewis Hamilton in Belgien. Vettel wurde als "Edelhelfer" in den Ardennen bezeichnet, da er wesentlichen Anteil am Erfolg hatte. In Italien folgte der erneute Tiefpunkt des Deutschen, schon im Qualifying wurde es hinter den Kulissen laut.

Im Windschatten-Poker ging der viermalige Weltmeister leer aus, woraufhin Spannungen zwischen den Piloten entstanden. Sein Dreher im Rennen und der enttäuschende 13. Rang beim Ferrari-Heimspiel waren noch schwieriger zu verkraften, da sich Leclerc vor den Augen der Tifosi den zweiten Sieg holte.

In Singapur drehte Vettel dank kluger Strategie den Spieß um. Im Qualifying musste er seinem zehn Jahre jüngeren Teamkollegen noch den Vortritt lassen, im Rennen beendete er dank des Undercuts in der richtigen Runde seine Durststrecke - ganz zum Unbehagen von Leclerc.

"Ich bin sehr glücklich mit unseren Fahrern. Es ist eine Mischung aus Erfahrungsschatz, aber auch Jugend und Talent. Für Charles ist Seb als Teamkollege ein Schlüsselfaktor", glaubt Binotto. Der 21-Jährige kann in seinem erst zweiten Formel-1-Jahr viel vom mehrfachen Champion lernen.

"Wir gehen damit aber nicht schlecht um. Wir managen unsere Fahrer im Rennen und sagen ihnen, was wir probieren wollen." Beide Piloten werden demnach gleich behandelt. Deshalb ist der Teamchef auch bislang zufrieden, wie das Team die Fahrer in den Rennen im Griff hatte. "Das war bisher ziemlich stark."

Während Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach Singapur gewarnt hat, dass sich die beiden Ferrari-Fahrer gegenseitig Punkte wegnehmen und diese Dynamik in eine stärkere Rivalität und Disharmonie ausarten könnte, bleibt Binotto gewohnt gelassen: "Ich sehe das nicht als Problem oder Einschränkung an."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer