Ferrari nur in Sektor eins schnell: Vettel muss sich mit Rang vier begnügen

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Ferrari nur in Sektor eins schnell: Vettel muss sich mit Rang vier begnügen
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Adam Cooper
27.10.2018, 21:59

Sebastian Vettel scheitert an fehlendem Grip in den Kurven und wird in Mexiko von Rang vier starten - Hoffnung stirbt zuletzt: "Vielleicht schlägt sich Red Bull selbst"

Für Sebastian Vettel ist die letzte WM-Chance noch einmal kleiner geworden. Der Ferrari-Pilot muss das Rennen in Mexiko morgen unbedingt gewinnen, doch im Qualifying landete der Deutsche nur auf Rang vier. Zwar hatte er "nur" 0,211 Sekunden Rückstand, doch er musste anschließend zugeben: "Ich denke, die Red Bull waren heute außer Reichweite." Und auch WM-Rivale Lewis Hamilton war noch einmal schneller als er.

Trotzdem war Vettel mit seiner Leistung recht zufrieden: "Ich denke nicht, dass noch so viel drin war", sagt er. Seine erste gezeitete Runde in Q3 hatte ihn sogar auf Rang zwei hinter Max Verstappen gebracht, doch weil er im zweiten Versuch nicht zulegen konnte, flogen Daniel Ricciardo und Hamilton auch noch vorbei. 

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"Ich wusste, dass ich etwas versuchen muss, weil Red Bull deutlich schneller war", sagt er über den finalen Versuch. "Doch leider ist das nicht passiert." Vettel versuchte noch etwas aggressiver ans Werk zu gehen, doch übertrieb es etwas und musste mit einem ausbrechenden Heck kämpfen. In Kurve 3 kostete das noch nicht so viel Zeit, doch im letzten Sektor schon. Er wollte dort zaubern, denn er wusste, dass er dort immer viel Zeit verliert.

Ferrari beklagt mangelnden Abtrieb

Der Kurs hat die Schwachstellen des Ferrari deutlich aufgedeckt. Im ersten Sektor waren die Roten noch der Klassenprimus, doch dort geht es fast nur geradeaus. Dreieinhalb Zehntelsekunden nahm Vettel dort sogar Pole-Mann Ricciardo ab, doch umso schwächer waren die Sektoren zwei und drei. Vier Zehntelsekunden verlor Vettel dort auf Red Bull, und auch im dritten Sektor ließ er deutlich Zeit liegen.

 

"Mercedes und Red Bull sind stärker", weiß Vettel. "In den Kurven haben wir einfach nicht so viel Grip wie sie." Die Gründe dafür sind bekannt: Ferrari fehlt es in der Höhenluft einfach an Abtrieb. Zwar fährt man mit dem höchstmöglichen Abtrieb, "aber der eigentliche Abtrieb ist geringer als in Monza", sagt Kimi Räikkönen, der Sechster wurde. "Das ist nicht ideal."

Und so muss Ferrari damit zurechtkommen, dass man morgen nur von den Rängen vier und sechs starten wird. Verloren ist für die Scuderia aber noch nichts: "Wir haben ja eine gute Geschwindigkeit auf der Geraden", macht sich Vettel Mut und hofft auf gute Überholchancen. Zumal die Chancen am Start nicht so schlecht stehen: Der Weg in die erste Kurve ist lang, und man hat drei Autos vor sich, die Windschatten spenden können.

Vettel setzt auf Zuverlässigkeit

"Das hilft uns vielleicht", sagt Vettel, weiß aber um die Gefahren in den ersten Kurven, wo er im vergangenen Jahr mit Hamilton kollidiert war. "Das Problem ist, dass es normalerweise keinen Platz gibt. Wir werden sehen, wie die anderen starten und wie wir starten und dann sehen wir, was passiert."

Warnung sollten ihm die vergangenen Rennen sein, wo er regelmäßig früh in Kollisionen verwickelt war. Der Ferrari-Pilot hatte schon zugegeben, dass die Dreher beim Überholen möglicherweise in seinem Hinterkopf sein könnten, doch sollte es eine Möglichkeit geben, werde er sie nutzen, wie er ankündigt.

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H runs wide across the grass

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H runs wide across the grass

Foto: Simon Galloway / Sutton Images

"Aber es ist ein langes Rennen, und ich denke, es wird wichtiger sein, die Reifen später zu managen, als am Start Boden gutzumachen", sagt Vettel weiter. "Es wird darauf ankommen, wie gut man am Ende des Stints ist und wie stark man pushen kann." Die Pneus standen nach dem Freitag stark in der Kritik, weil sie so stark abgebaut haben. Doch zumindest konnten die Toppiloten den Hypersoft für den Rennstart vermeiden, sodass die meisten wohl nur einen Stopp machen wollen.

Und sollte das alles nichts helfen, bleibt immer noch das Problem Hoffnung. Red Bull hatte in dieser Saison schon mehrfach Zuverlässigkeitsprobleme und bei Max Verstappen auch an diesem Wochenende schon zwei Defekte. "Wir haben vermutlich bislang die beste Zuverlässigkeit", sagt Vettel. "Die Red Bull sind sehr schnell und hart zu schlagen. Aber vielleicht schlagen sie ja sich selbst ..." 

 

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