FIA-Präsident Jean Todt schließt Rückkehr zu lauten F1-Motoren aus

Der Präsident des Automobil-Weltverbands (FIA), Jean Todt, sieht keine Chance für ein Comeback von V10-Saugmotoren in der Formel 1.

Das erklärt der frühere Formel-1-Teamchef in der jüngsten Ausgabe des FIA-Magazins Auto.

Dort sagt Todt: "Die Gesellschaft würde es nicht akzeptieren."

Die Formel 1 müsse dem eingeschlagenen Weg treu bleiben und weiterhin auf Technologien setzen, die relevant seien für den normalen Straßenverkehr. Das bedeutet: kleine, aufgeladene Motoren plus Hybridsysteme. Denn das sei auch, was die Hersteller wollen, meint Todt.

"Ich bin mir sicher: Wenn wir die Motoren von vor 10 Jahren wieder einführen, würden es die Hersteller nicht unterstützen. Meiner Meinung nach würden mindestens 3 oder 4 die Formel 1 verlassen." Das könne die Rennserie nicht riskieren.

Außerdem dürfe die Formel 1 nicht schon wieder neue Regeln einführen. Die aktuelle Motorenformel stamme schließlich erst aus dem Jahr 2014.

Sound-Vergleich: F1-Motoren der Vergangenheit

 

Was ist finanziell sinnvoll?

"Und wir alle wissen, wie wichtig Stabilität ist", sagt Todt. "Du brauchst einerseits viel Wettbewerb. Andererseits musst du dein Investment auch schützen. Du kannst nicht jedes Jahr in eine neue Technologie investieren. Das ist finanziell nicht nachhaltig."

"Es beschweren sich ohnehin alle über die Kosten im Motorsport und in der Formel 1. Es sind Kosten, die ich als absurd bezeichnen würde."

Daher habe man gar keine andere Wahl, als das aktuelle Reglement beizubehalten, sagt Todt. "Inzwischen sind die Klimaveränderung und die Umweltverschmutzung sehr große Themen. Diesen Themen müssen wir uns stellen. Die Formel 1 muss als gutes Beispiel vorangehen."

"Da können wir es uns nicht erlauben, für unnötige Umweltverschmutzung zu sorgen. Das wäre das falsche Image." Die Ära der V10- oder V12-Saugmotoren sei also endgültig vorbei.

Die Zukunft der Formel 1

Die Formel 1 der Zukunft, so Todt weiter, könnte stattdessen auf Wasserstoff als Antriebstechnologie setzen.

"Ich denke, der Motorsport verändert sich. Und er wird sich weiter verändern. Wir müssen daher sicherstellen, die besten Zutaten darin zu vereinen."

"Es sollte uns nicht so sehr darum gehen, was im nächsten Jahr passiert, sondern wo die Formel 1 2021 oder 2030 steht."

"Der Kern des Sports bleibt. Doch für das große Gesamtbild muss der Sport sich dahin bewegen, wohin sich auch die Gesellschaft entwickelt."

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