FIA stellt klar: Ferraris mysteriöse Kamera-Kühltasche ist legal

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FIA stellt klar: Ferraris mysteriöse Kamera-Kühltasche ist legal
Autor: Dominik Sharaf
27.08.2018, 08:22

Ein gelber Kühlbeutel, den die Mechaniker vor dem Start über die Onboard-Kamera ziehen, widerspricht laut Charlie Whiting keiner Regel – Sinn und Zweck rätselhaft

Der Ferrari-Mannschaft droht wegen ihrer vor den Starts zu den Formel-1-Grands-Prix gekühlten Onboard-Kameras kein Ärger seitens des Automobil-Weltverbandes FIA. Wie Rennleiter Charlie Whiting im Nachgang des Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps – wo die Kühltaschen erneut zum Vorschein kamen – sagt, sei die Sache legal. "Es existiert da einfach keine Regel", so Whiting.

Dass die Konkurrenten auf den Trick aufmerksam geworden sind, ist wahrscheinlich. Ihn nachgeahmt oder sich bei den Sportkommissaren darüber beschwert haben sie nicht. "An mich ist niemand herangetreten", bestätigt Whiting, glaubt aber wohl, dass Mercedes es beobachten würde: "Es könnte einer der Tricks sein, die Lewis erwähnt hat", spielt er auf viel beachtete Aussagen Hamiltons an.

Whiting sieht ohnehin keine Grundlage für ein Verbot – alleine schon, weil sich Ferrari nicht bemüht, die Sache zu kaschieren: "Wenn sie etwas tun würden, was sie nicht dürfen, würden sie wohl kaum eine grelle gelbe Tüte dafür verwenden", sagt der Rennleiter mit einem süffisanten Lächeln.

Die Scuderia behauptet, die Kühlung verfolge den Zweck, die sensible Elektronik der Kameras zu schützen. Doch es ranken sich zahlreiche Theorien um den wahren Hintergrund, denn äußerst selten unternehmen Formel-1-Teams etwas, von dem sie sich keinen Leistungszuwachs versprechen.

Eine Möglichkeit ist, dass Ferrari die Temperaturen in der Airbox verringert, um am Start mehr Leistung zu haben. Eine weitere Theorie besagt, dass der Kühlbeutel zur Ablenkung dient. Die Roten könnten so von seinen Teilen, die wirklich relevant sind, ablenken. Immerhin versperrt die Tasche die Kameralinse, weshalb bis kurz vor dem Start keine Onboard-Aufnahmen existieren. Vor dem Rennen bleiben die Vorbereitungen und auch die Lenkradeinstellungen also verborgen.

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