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Formel 1 2018: Ferrari SF71H

Formel 1 2018: Ferrari zeigt Neuwagen - ist es Vettels Mercedes-Killer?

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Formel 1 2018: Ferrari zeigt Neuwagen - ist es Vettels Mercedes-Killer?
Autor: Sven Haidinger
22.02.2018, 14:14

Ferrari präsentiert seinen neuen Boliden für die Saison 2018: Mit dem SF71H will Sebastian Vettel Mercedes entthronen und den Titelfluch in Maranello beenden

Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Kimi Raikkonen, Ferrari, Sebastian Vettel, Ferrari, Marc Gene, Ferrari, Maurizio Arrivabene, Ferrari
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H
Kimi Raikkonen, Ferrari, Sebastian Vettel, Ferrari, Marc Gene, Ferrari
Ferrari SF71H
Ferrari SF71H front detail
Ferrari SF71H halo detail
Ferrari SF71H rear detail

Auch Ferrari hat endlich die Hüllen fallen lassen: Die Scuderia präsentierte am Donnerstag den SF71H (alle Präsentationen 2018 auf einen Blick), mit dem Sebastian Vettel seine offene Rechnung aus dem Vorjahr begleichen und den ersten WM-Titel mit den Roten einfahren will. Er würde damit eine Ferrari-Durststrecke von zehn Jahren ohne Fahrer-Titel beenden.

Der Bolide, dessen Rot-Ton sich wider Erwarten nicht verändert hat und der eine Evolution des Vorjahresautos ist, wurde erneut unter der Leitung von Technikchef Mattia Binotto entwickelt, der für den Ferrari-Aufwind im Vorjahr verantwortlich zeichnet. Er setzt beim Design erneut auf die vorgelagerten Seitenkästen, die für das Vorjahresauto so charakteristisch waren, das Heck ist noch einmal schlanker geworden. Den Radstand hat Ferrari laut eigenen Angaben "leicht geändert". Da der SF70H aus dem Vorjahr einen deutlich kürzeren Radstand als der Mercedes aufwies, deutet das auf eine Verlängerung hin.

Dass die roten Flächen auf dem Boliden zugenommen haben, hat auch mit dem Formel-1-Ausstieg von Ex-Hauptsponsor Santander zu tun. Bei der Fahrerwahl hält man neben Vettel am 38-jährigen Routinier Kimi Räikkönen fest, mit dem sich der viermalige Weltmeister hervorragend versteht.

Kann Ferrari seinen Reifenvorteil retten?

Speziell auf langsamen Strecken und im Umgang mit den Pirelli-Reifen erwies sich der Ferrari im Vorjahr als stärkstes Auto - mit dem neuen Wagen, der intern als "Projekt 669" bezeichnet wird, will man Mercedes auch auf schnellen Strecken die Stirn bieten. Man darf gespannt sein, ob sich Ferrari seinen Ruf als Reifenspezialist bewahrt, denn der Vorteil, den man von den gelungenen Tests im Jahr 2016 mit der neuen Reifengeneration hatte, könnte sich in Luft auflösen, da die Konkurrenz ein Jahr Zeit hatte, sich ebenfalls einzustellen.

Ein Schlüsselaspekt wird dieses Jahr auch die Zuverlässigkeit sein - ein Bereich, in dem sich die Scuderia dringend verbessern muss. Im Vorjahr verlor man den Titel in der zweiten Saisonhälfte vor allem wegen technischer Probleme bei der Antriebseinheit.

Was kann der neue Motorenchef?

Gerade in diesem Bereich hat Ferrari-Boss Sergio Marchionne, der Teamchef Maurizio Arrivabene an der kurzen Leine hält und die Entscheidungen trifft, einige personelle Änderungen durchgeführt: Motorenchef Lorenzo Sassi ist zu Mercedes übergelaufen und wurde durch Eigengewächs Corrado Iotti ersetzt, der bereits seit Ende der 1990er-Jahre für die Scuderia arbeitet.

Die Signale aus seiner Abteilung sind positiv: Bei der überarbeiteten Antriebseinheit, die seit einiger Zeit auf dem Prüfstand laufe, habe man alle Ziele erreicht. Die Zuverlässigkeit sei im Griff, außerdem habe man die Leistung verbessert. Außerdem soll Iotti ein neues Zylinderkopf-Konzept entwickeln, das die Vorkammerzündung optimiert und im Laufe der Saison eingeführt werden könnte. Damit will man den Qualifying-Vorteil von Mercedes endlich egalisieren.

So will Ferrari den Mercedes-Vorteil im Qualifying egalisieren

Im Gegensatz zu Mercedes setzt man nicht auf einen komplett neuen Motor, sondern hat nach den Defekten im Vorjahr das Hauptaugenmerk auf bessere Haltbarkeit gelegt. Wenn sich diese Verbesserungen auf der Strecke widerspiegeln, ist das auch ein Verdienst der Spanierin Maria Mendoza, die Marchionne im Vorjahr von der Serienproduktion abzog, um die Qualitätskontrolle in Maranello auf Vordermann zu bringen. Finanziell ist Ferrari gewohnt gut aufgestellt, auch wenn mit Santander der Hauptsponsor über Bord gegangen ist.

Video: Das Farbdesign des Ferrari SF71H

Nicht nur sportlich, sondern auch politisch steht Ferrari vor einem spannenden Jahr: Boss Marchionne hat zuletzt immer wieder mit einem Ausstieg aus der Formel 1 und mit einer Piratenserie gedroht, sollte Liberty Media beim Reglement und bei den Verhandlungen über die kommerziellen Verträge ab 2021 nicht auf die Wünsche der Scuderia eingehen. Um sich politisch besser aufzustellen und quantitativ mehr Druck auf die neuen Formel-1-Besitzer auszuüben, versucht er, die Kundenteams Sauber und Haas von Ferrari abhängig zu machen und zu instrumentalisieren.

Macht es Vettel Lauda und Schumacher nach?

Eine Formel 1 ohne Ferrari wäre für viele unvorstellbar: Das traditionsreichste und erfolgreichste Team ist seit Gründung der Königsklasse des Motorsports am Start, erhält im Vergleich mit den anderen Rennställen den größten Anteil der Formel-1-Einnahmen und hat mit Abstand die meisten Fans.

Und das, obwohl die Scuderia immer wieder schwierige Zeiten durchmachte: 1975 war es der Österreicher Niki Lauda, der Ferrari nach elf Jahren ohne WM-Titel erlöste. Im Jahr 2000 gelang Michael Schumacher ein ähnliches Kunststück, als er die Ferraristi nach 21 Jahren ohne WM-Krone beschenkte und eine beispiellose Erfolgsära einläutete. Das will Vettel, der in sein viertes Ferrari-Jahr geht und seinen Vertrag mit den Roten im Vorjahr bis Ende 2020 verlängerte, seinem Freund und Idol nachmachen. Schumacher benötigte für seinen ersten Ferrari-Titel übrigens fünf Jahre.

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