Formel 1 in Sepang: Wird der neue Streckenbelag zum entscheidenden Faktor?

Bei Reifenlieferant Pirelli glaubt man, dass der neue Streckenbelag in Malaysia eine ganz eigene Herausforderung für die Teams sein werde.

"In diesem Jahr gibt es ziemlich viele Modifikationen an der Strecke", sagte der Technikchef der Italiener, Mario Isola, gegenüber Motorsport.com. "Wir haben den Asphalt schon gemessen, denn unsere Kollegen der Superbikes waren vor ein paar Monaten, kurz nachdem der neue Belag aufgetragen worden war, dort, und wir haben sie gebeten, ihn mit unserem Lasersystem zu messen."

Die Strecke hat nicht nur einen weniger rauen Belag bekommen, auch die Bodenwellen wurden entfernt und die Randsteine in einigen Kurven geändert, was einen Einfluss auf die Linienführung haben wird. Einer der Hauptgründe für die Maßnahme war, die Folgen des oft sintflutartigen Regens auf der Strecke zu verringern. 

"Der Belag ist etwas weniger aggressiv als in der Vergangenheit", erklärte Isola. "Außerdem ist ein neuer Belag, besonders am Anfang, ziemlich schnell. Wenn wir den Belag in Malaysia messen, wird er anders sein als im Juni. Die Bodenwellen sind weg, also ist die Strecke komplett flach und auch die Überhöhung in manchen Kurven ist total anders."

Die genauen Folgen dieser Änderungen seien schwierig zu prognostizieren, aber die Rundenzeiten würden sicher nicht mit denen der Vergangenheit vergleichbar sein, da sich auch die Linie zum Teil ändern werde, glaubt Isola.

Man könne zwar nicht von einer neuen Strecke sprechen, aber "andere Rauheit hat andere Reifentemperaturen zur Folge, andere Abnutzung und so weiter. Keine Bodenwellen bedeutet, dass man das Auto tiefer abstimmen kann, was andere Abtriebslevel zur Folge hat und natürlich auch einen Einfluss auf das Auto hat." 

Im Gegensatz zu Spielberg, wo die Strecke vor dem Formel-1-Rennen ebenfalls einen neuen Belag bekommen hatte, bekamen die Teams, dank des Superbike-Gastspiels in Sepang, für Malaysia im Vorfeld Informationen über den neuen Belag, bevor sie die Reifenbestellung bei Pirelli abgeben mussten.

"In Österreich konnten wir den Ingenieuren die Informationen nicht rechtzeitig schicken", sagte Isola. "Daher hatten wir uns mit den Teams geeinigt, Ingenieure zu schicken, den Belag zu messen und ihnen eine zusätzliche Woche für die Entscheidung zu geben. In Ungarn konnten wir den Belag vor ihrer Wahl messen. In allen drei Fällen konnten sie die Reifen wählen, nachdem wir ihnen die Informationen über den Belag gegeben hatten."

Das Gespräch führte Adam Cooper

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Malaysia
Rennstrecke Sepang International Circuit
Artikelsorte News
Tags formel 1, malaysia, pirelli, reifen