Formel 1 in Spa: Sechster Saisonsieg von Nico Rosberg, heftiger Unfall von Kevin Magnussen

Mercedes-Pilot Nico Rosberg feierte in Spa seinen sechsten Saisonsieg, den ersten beim Grand Prix von Belgien vor Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton. Schwerer Unfall von Kevin Magnussen.

In einem ereignisreichen und spannenden Grand Prix von Belgien holte Nico Rosberg nach 1:44:51,058 Stunden den 19. Sieg seiner Formel-1-Karriere, den ersten in Spa. In der WM-Wertung verkürzte der Mercedes-Pilot den Abstand auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton damit auf neun Punkte.

"Es war ein tolles Wochenende. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr zufrieden", sagte Rosberg auf dem Podium. "Ich kann mir vorstellen, dass ihr [die Zuschauer] lieber Verstappen hier gesehen hättet, aber er ist noch jung und hat noch viel Zeit. Das Team hat mir ein tolles Auto hingestellt. Glückwunsch natürlich auch an Lewis. Von ganz hinten auf den dritten Platz gefahren!"

Zweiter wurde Daniel Ricciardo, der in Spa zum dritten Mal in Folge auf dem Podium stand. Lewis Hamilton, der aus der letzten Reihe gestartet war, schaffte es, nach den 44 Rennrunden als Dritter auf dem Podium zu stehen und stellte einen neuen Rekord auf. Niemand hatte es in der Geschichte der Formel 1 zuvor geschafft, von so weit hinten aufs Podium zu fahren.

Nico Hülkenberg wurde Vierter und feierte auf der Fahrerstrecke Spa sein bestes Saisonergebnis. Dank des fünften Platzes seines Teamkollegen Sergio Perez hat Force India seinen Konkurrenten Williams in der Konstrukteurswertung hinter sich gelassen.

Sebastian Vettel wurde nach einem Crash in der ersten Kurve Sechster, die beiden anderen am Unfall Beteiligten, Kimi Räikkönen und Max Verstappen, kamen auf den Plätzen 9 und 11 ins Ziel.

Fernando Alonso, der nach seiner Startplatzstrafe als 22. losgefahren war, überquerte die Ziellinie im McLaren als Siebter vor Valtteri Bottas im Williams. Felipe Massa komplettierte die Top 10. Pascal Wehrlein war nach einem Auffahrunfall auf Jenson Button ausgefallen.

Nach einem heftigen Unfall von Kevin Magnussen in Radillon wurde das Rennen in Runde 6 unterbrochen, bis die Leitplanken und Reifenbarrieren repariert waren. Der Renault-Pilot hatte sich ausgangs Eau Rouge auf dem Randstein gedreht und war seitlich so heftig in die
Streckenbegrenzung eingeschlagen, dass sogar der Kopfschutz seines Renault in hohem Bogen davonflog.

Magussen konnte sich glücklicherweise selbst aus dem Wrack seines Autos befreien und blieb weitgehend unverletzt, wurde später aber ins Krankenhaus geflogen, um "eine kleine Schnittverletzung am linken Knöchel" genauer zu untersuchen.

Zwischenfälle

Trotz strahlendem Sonnenschein, trockener Fahrbahn und bester Sichtverhältnisse krachte es schon in der ersten Kurve und die Leidtragenden waren die beiden Ferraris von Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel und Lokalmatador Max Verstappen.

Der Niederländer war schlecht vom Start weggekommen, während beide Ferraris an dem Red Bull Racing vorbeigeschossen waren. In La Source wollte er innen an den beiden roten Autos vorbei, dabei kam es zur Berührung zwischen den drei, der Niederländer entledigte sich des Frontflügels seines RB 12 und Räikkönens Ferrari trug ebenfalls einen Schaden davon. Nach Boxenbesuchen am Ende der ersten Runde waren der Ferrari und der Red Bull Racing am Ende des Feldes.

Auch weiter hinten kamen einige nur zwei Runden weit. Carlos Sainz schied nach einem Reifenschaden hinten rechts aus, der auch den Heckflügel des Toro Rosso beschädigte. Pascal Wehrlein fuhr Jenson Button vor Les Combes ins Heck, die Folge war, dass beide ihre Autos abstellen mussten und Buttons 300. Formel-1-Rennen sehr schnell zu Ende war. In derselben Runde musste auch Marcus Ericsson seinen Sauber mit einem technischen Defekt abstellen.

In Runde 6 folgte der Unfall von Magnussen, der eine Rennunterbrechung zuf Folge hatte. 

Kollision: Sebastian Vettel, Ferrari SF16-H; Kimi Räikko#önen, Ferrari SF16-H
Kollision: Sebastian Vettel, Ferrari SF16-H; Kimi Räikkönen, Ferrari SF16-H

Foto XPB Images

Profiteure des Chaos waren unter anderem Fernando Alonso und Lewis Hamilton, die von den Startplätzen 22 und 21 bis auf die Ränge 4 und 5 nach vorne gekommen waren. Hamilton konnte im Laufe des restlichen Rennens noch Nico Hülkenberg überholen, der weiter aud seinen ersten Podiumsbesuch in der Formel 1 warten muss. Alonso musste sich dagegen geschlagen geben und lam als Siebter ins Ziel.

In Runde 13 kam es beinahe zu einem Crash zwischen Räikkönen und Verstappen. Der Red-Bull-Racing-Pilot wechselte bei einem Überholversuch des Finnen auf der Geraden die Spur und Räikkönen konnte einen heftigen Auffahrunfall nur mit viel Glück verhindern. "Das ist absolut lächerlich!" schimpfte der Finne daraufhin über Funk.

Teamkollege Sebastian Vettel wühlte sich derweil durchs Feld und kam bei einem Überholmanöver so nahe an Romain Grosjean im Haas heran, dass sich die Reifen der beiden Autos leicht berührten.

Berührungen gab es in Spa an diesem Sonntag überhaupt genügend. Unter anderem kamen sich Nico Hülkenberg und Fernando Alonso sogar in der Boxensausfahrt in die Quere, Max Verstappen boxte in Les Combes Sergio Perez im Force India etwas unsanft aus der Kurve, als dieser versuchte, den Red Bull Racing zu überholen. Wenig später quetschte sich der Mexikaner mit Gewalt an Felipe Massa vorbei.

Zum Rennergebnis geht es hier

 
 
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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Belgien
Unterveranstaltung Rennen, Sonntag
Rennstrecke Spa-Francorchamps
Artikelsorte Rennbericht
Tags belgien, formel 1, rennen, spa