Formel 1 in Ungarn: Lewis Hamilton gewinnt in Ungarn und übernimmt WM-Führung

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton feierte seinen fünften Ungarn-Sieg vor Pole-Mann Nico Rosberg und Daniel Ricciardo. Sebastian Vettel wurde Vierter.

Lewis Hamilton krönte sich am Sonntag zum Rekordsieger in Ungarn. Der Mercedes-Pilot hat als einziger Fahrer im Feld zum fünften Mal den Grand Prix von Ungarn gewonnen und seinen 58. Karrieresieg gefeiert. Zweiter wurde Nico Rosberg vor Daniel Ricciardo.

 

Hamilton lehte den Grundstein zum Sieg bereits in der ersten Kurve, als Rosberg überholte und die Spitze übernahm. Durch den Sieg übernahm Hamilton auch die Führung in der WM-Wertung und führt nun mit sieben Punkten Vorsprung auf Rosberg.

„Der Start war heute alles. Ich hatte einen guten Start, wurde vor der ersten Kurve innen von einem Red Bull angegriffen, aber alles ging gut“, freute sich Hamilton. „Im Rennen war es nicht immer einfach, sich durch den Überrundungsverkehr zu arbeiten, aber auch das hat letzten Endes alles funktioniert. Welch ein Tag!“

Rosberg hing seinem Teamkollegen zwar das ganze Rennen lange mehr oder weniger knapp im Heck, fand aber keinen Weg vorbei.

„Es kam heute wirklich auf den Start an. Mit Daniel außen neben mir und Lewis innen neben mir wurde es ziemlich eng“, erklärte er. „An Lewis vorbeizukommen, war danach nicht mehr möglich. Jetzt freue ich mich auf mein Heimrennen. Das wird fantastisch.“

 

Daniel Ricciardo überquerte die Ziellinie mit einem Rückstand von mehr als 27 Sekunden auf den Sieger, konnte sich in den letzten Runden aber mit Zähnen und Klauen gegen die Angriffe von Sebastian Vettel verteidigen.

„Das ist jetzt das dritte Mal hintereinander, dass ich auf dieser Strecke auf das Podest gefahren bin. Ich freue mich total“, sagte Ricciardo.

Vettel kam nur knapp eine Sekunde hinter dem Australier ins Ziel. Der Ferrari-Pilot hatte in Ungarn viel Grund, sich zu ärgern. Er hing zwei Mal hinter Überrundeten fest und schimpfte via Funk, wo denn die blauen Flaggen seien.

Der erste, der den Unmut des Deutschen erregte, war Felipe Massa im Williams, einige Runden später beschwerte er sich über einen weiteren Brasilianer – Felipe Nasr im Sauber. „Blaue Flagge, komm schon, also echt jetzt!“

Fünfter wurde Max Verstappen, der sich mit allen Tricks gegen die Attacken von Kimi Räikkönen verteidigte. Der Finne wurde Sechster und hat mit seinem Kontrahenten sicher noch ein Hühnchen zu rupfen, nachdem der ihm bei Überholversuchen zwei Mal im Zick-zack vors Auto gefahren war.

Bildergalerie: Grand Prix von Ungarn

 

Der 18-Jährige war sich aber keiner Schuld bewusst, etwas falsch gemacht zu haben. „Ich finde es gut, dass man Kimi endlich mal am Funk gehört hat“, witzelte er. „Nein, im Ernst. Ich habe kein Problem mit unserem Duell. Ich glaube, alles war fair. Sollte ich eine Strafe bekommen, wäre das sehr seltsam. Ich hab nur einmal die Spur gewechselt.“

Etwas anders sah Räikkönen die Situation, ließ sich aber zu keiner direkten Anschuldigung hinreißen. „Es ist nicht an mir, zu entscheiden, ob das korrekt war oder nicht. Es ist nur so, dass in der Vergangenheit schon Fahrer für deutlich harmlosere Vergehen bestraft wurden“, meinte er.

Fernando Alonso fuhr mit Platz sieben sein bisher bestes Ergebnis des Jahres ein, hatte jedoch bereits eine Runde Rückstand.

Carlos Sainz musste sich im Toro Rosso mit Platz acht zufrieden geben, Valtteri Bottas wurde Neunter. Nico Hülkenberg holte im Force India den letzten WM-Punkt. Pascal Wehrlein beendete den Grand Prix von Ungarn auf Platz 19.

Das Rennen in der Chronologie

Bei heißen 31 Grad Luft- und 52 Grad Streckentemperatur waren die angekündigten Regenschauer ausgeblieben und das Rennen wurde pünktlich gestartet. Gewinner des Starts war Lewis Hamilton, der seinen Teamkollegen und Polesitter Nico Rosberg in der ersten Kurve hinter sich ließ – und sich sofort von seinen Verfolgern absetzte.

Die großen Gewinner des Starts im mittleren und hinteren Feld waren Fernando Alonso, der als Sechster aus der ersten Runde zurückkam und Esteban Gutiérrez, der von Startplatz 15 auf 12 nach vorne geschossen war. Auch Pascal Wehrlein hatte einige Plätze gutgemacht und war 17.

Für Jenson Button war der Grand Prix von Ungarn im Prinzip schon nach sechs Runden zu Ende. „Das [Brems]pedal fällt durch“, hatte der McLaren-Pilot an seine Box gefunkt und bekam zur Antwort: „Wir haben Hydraulikdruck verloren. Nicht schalten.“ Der Brite wollte aufgeben, durfte aber nicht.

„Jenson, bleib draußen, bleib draußen“, kam die Antwort von der Boxenmauer, die er begeistert aufnahm. „Fantastisch. Das wird ein echtes Scheißrennen“, maulte Button von Platz 22. Wenig später kam es noch schlimmer für den Weltmeister von 2009. Wegen verbotener Anweisungen über Funk – „nicht schalten“ – bekam er eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt.

Sieben Runden vor Schluss dann das endgültig Aus für den McLaren. Nach Rauchentwicklung im Heck des Autos holte ihn sein Team an die Box.

 

Positionswechsel waren in Ungarn – wie üblich – Mangelware. Einzig Kimi Räikkönen und Max Verstappen balgten sich um Position fünf und kamen sich ein paar Mal rechte nahe. Der jüngste Fahrer im Feld biss sich am ältesten aber die Zähne aus und fand keinen weg vorbei am Finnen. Erst als Räikkönen in Runde 30 zum Reifenwechsel fuhr, hatte der Niederländer freie Fahrt.

In Runde 57 krachte es zwischen den beiden. Der Finne war nach seinem Stopp hinter den Red Bull Racing zurückgefallen und hatte versucht, den zu überholen. Verstappen fuhr vor ihm jedoch zick-zack und Räikkönen blieb mit dem Frontflügel seines Ferrari am Gegner hängen. Glücklicherweise war der Schaden aber nicht so schlimm und er konnte weiterfahren.

An der Spitze hatte sich Rosberg immer näher an Hamilton heran gerobbt und sieben Runden vor Schluss wurde es spannend zwischen den Silberpfeilen. Nach einem Verbremser und kleinem Ausflug neben die Strecke hatte Hamilton gewaltig Zeit eingebüßt und Rosberg saß seinem Kontrahenten fast im Heck. Zwei Runden später war das aber alles wieder Makulatur, denn Hamilton hatte sich wieder abgesetzt und fuhr schließlich knapp zwei Sekunden vor Risberg über die Ziellinie.

Für Unterhaltung sorgte bei der zweiten Runde Boxenstopps Sergio Perez. Erst als der Mexikaner schon fast zum Stand gekommen war, kam seine Crew aus der Box gerannt und brachte die neuen Reifen mit. Perez verpasste die Punkte als Elfter nur ganz knapp.

Ergebnis Grand Prix von Ungarn:

PosFahrerChassisMotorZeitRückstand
1  Lewis Hamilton  Mercedes Mercedes 1:40:30,115  
2  Nico Rosberg  Mercedes Mercedes 1,977 1,977
3  Daniel Ricciardo  Red Bull TAG 27,539 27,539
4  Sebastian Vettel  Ferrari Ferrari 28,213 28,213
5  Max Verstappen  Red Bull TAG 48,659 48,659
6  Kimi Räikkönen  Ferrari Ferrari 49,044 49,044
7  Fernando Alonso  McLaren Honda 1 Runde 1 Runde
8  Carlos Sainz Jr.  Toro Rosso Ferrari 1 Runde 1 Runde
9  Valtteri Bottas  Williams Mercedes 1 Runde 1 Runde
10  Nico Hülkenberg  Force India Mercedes 1 Runde 1 Runde
11  Sergio Perez  Force India Mercedes 1 Runde 1 Runde
12  Jolyon Palmer  Renault Renault 1 Runde 1 Runde
13  Esteban Gutierrez  Haas Ferrari 1 Runde 1 Runde
14  Romain Grosjean  Haas Ferrari 1 Runde 1 Runde
15  Kevin Magnussen  Renault Renault 1 Runde 1 Runde
16  Daniil Kvyat  Toro Rosso Ferrari 1 Runde 1 Runde
17  Felipe Nasr  Sauber Ferrari 1 Runde 1 Runde
18  Felipe Massa  Williams Mercedes 2 Runden 2 Runden
19  Pascal Wehrlein  Manor Mercedes 2 Runden 2 Runden
20  Marcus Ericsson  Sauber Ferrari 2 Runden 2 Runden
21  Rio Haryanto  Manor Mercedes 2 Runden 2 Runden
   Jenson Button  McLaren Honda
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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Ungarn
Unterveranstaltung Rennen, Sonntag
Rennstrecke Hungaroring
Fahrer Lewis Hamilton , Nico Rosberg , Sebastian Vettel , Daniel Ricciardo
Teams Mercedes , Red Bull Racing , Ferrari
Artikelsorte Rennbericht
Tags formel 1, rennen, ungarn