Formel-1-Kommission stimmt für neues Motorenreglement

Die Pläne der Motorenhersteller zu Kostensenkung und engerem Wettbewerb haben von der Formel-1-Kommission nachträglich grünes Licht erhalten.

Anfang der Woche hatte die Formel-1-Kommission zunächst nur für die neuen Chassis- und Aerodynamik-Regeln ab der Saison 2017 gestimmt. Die Abstimmung über das neue Motorenreglement musste jedoch verschoben werden, weil beim Treffen in Biggin Hill bei London in nicht alle dafür wichtigen Parteien anwesend waren.

Am heutigen ersten Trainingstag zum Grand Prix von Russland in Sochi hat man die Abstimmung zum Motorenreglement in Form einer elektronischen Abstimmung nachgeholt. Das Ergebnis: Dem Plan der Hersteller, die Kosten im Verlauf der kommenden zwei Jahre zu reduzieren und gleichzeitig für einen engeren Wettbewerb untereinander zu sorgen, wurde zugestimmt.

Mehr noch: Wie die FIA in einem Schreiben bestätigt, "unterstützt" auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone den Plan. Somit ist davon auszugehen, dass die Regeländerungen anlässlich der nächsten Sitzung des FIA-Weltrats ratifiziert werden.

Das neue Motorenreglement im Detail

Somit werden ab der Formel-1-Saison 2018 pro Auto und Saison nur noch drei Antriebskontingente (Verbrennungsmotor, Turbolader, MGU-K, MGU-H, Energiespeicher, Steuerelektronik) straffrei zugelassen sein. Wird von einem oder mehreren der sechs Komponenten ein viertes Exemplar eingesetzt, gibt es eine Strafe.

Im Sinne der Kostenreduzierung werden der Energiespeicher (Batterie) und die Steuerelektronik standardisiert. Dadurch werden die Kosten für Kundenteams im Jahr 2017 um eine Million Euro und im Jahr 2018 um weitere drei Millionen Euro gedrückt.

Was die Pläne für einen engeren Wettbewerb auf dem Sektor der Motorenhersteller betrifft, hat man sich darauf geeinigt, das Token-System zum Ende der laufenden Saison 2016 einzustampfen. Ab 2017 werden schrittweise Einschränkungen für bestimmte Teile der Antriebseinheit (Material und Größe) eingeführt. Zudem wird der Ladedruck der Turbo-Motoren begrenzt.

Darüber hinaus verpflichten sich die Hersteller (derzeit Mercedes, Ferrari, Renault und Honda), ihre Antriebseinheiten für alle Kundenteams zu einem identischem Preis anzubieten.

Abschließend widmet man sich auch dem Thema Sound. Spätestens zur Saison 2018 sollen die Formel-1-Boliden wieder laut werden. Entsprechende Tests laufen bereits.

Mit Informationen von Jonathan Noble

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