Formel 1 Monza 2018: Ferrari am Freitag auf Doppelsieg-Kurs

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Formel 1 Monza 2018: Ferrari am Freitag auf Doppelsieg-Kurs
31.08.2018, 14:35

Ferrari lässt sich vom Horror-Crash von Marcus Ericsson nicht beeindrucken und stellt am Freitag beim Grand Prix von Italien den Favoritenanspruch

Spa-Sieger Sebastian Vettel hat sich beim Ferrari-Heimspiel in Monza den ersten Platz im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Italien gesichert. Vettel schaffte bei trockenen Bedingungen eine Bestzeit von 1:21.105 Minuten und verwies seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen um 0,270 Sekunden auf den zweiten Platz.

Das Training in Zahlen:

Vettel hatte immer wieder mit Untersteuern in der Parabolica-Kurve zu kämpfen, trotzdem kam sein WM-Rivale Lewis Hamilton nicht an seine Bestzeit heran. Der Mercedes-Fahrer wurde mit 0,287 Sekunden Rückstand Dritter. Etwa ähnlich groß war der Abstand bei den Longrun-Tests - auch da hatte Ferrari Vorteile. Erst in den allerletzten Runden der Session konnte Mercedes das Ferrari-Tempo mitgehen.

Für Ferrari spricht auch, dass bei den Roten beide Fahrer vorne liegen, während Hamilton um 0,411 Sekunden schneller war als sein Teamkollege Valtteri Bottas (4.). Interessant der Blick auf die besten Sektoren: War Ferrari in Spa nur auf den Highspeed-Stücken schneller, aber in den Kurven langsamer als Mercedes, so fuhr Vettel diesmal in allen drei Sektoren schneller als Hamilton.

Dabei flog Vettel nach einer Stunde eingangs Parabolica ab. "Jetzt weiß ich wenigstens, was dort nicht geht!", trägt er den harmlosen Zwischenfall mit Fassung. "Ich dachte, es würde sich ohne Einschlag ausgehen, aber ich habe die Leitplanken leicht berührt. Eine Heckflügel-Endplatte war leicht beschädigt, sonst war das Auto okay."

 

Foto:

Für Vettel also ein guter Tag, und Mercedes scheint auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Ferraris einziger Gegner zu sein. Red Bull ist nur dritte Kraft. Teamchef Christian Horner sagt: "Wir haben im Vergleich zu Mercedes und Ferrari viel Flügel weggenommen, um auf den Geraden an sie heranzukommen. Das wirkt sich in den Kurven 6, 7 und in der Zielkurve aus."

Im Endeffekt fehlte eine Sekunde auf Vettel, wobei Max Verstappen (5.) um 0,142 Sekunden schneller war als Daniel Ricciardo - insofern überraschend, als Ricciardo mit dem neuen Spec-C-Motor von Renault fährt, der drei Zehntelsekunden bringen soll. Der Motor sei ein Fortschritt, findet Ricciardo - aber die Zeit verliert er in den Lesmos im Mittelsektor. Und Verstappen ätzt: "Das ist unsere schlechteste Strecke. Ich rechne nicht mit einem Wunder."

 

Überschattet wurde die Session von einem echten Horror-Crash von Marcus Ericsson. Beängstigende Parallele: 40 Jahre nach dem Tod seines Landsmannes Ronnie Peterson bei einem Startunfall in Monza überlebte der Sauber-Pilot bei rund 330 km/h fast an gleicher Stelle einen furchterregenden Abflug!

"Keine Ahnung, was da passiert ist!", funkte Ericsson Sekunden nach dem Einschlag - du ließ damit Millionen TV-Zuschauer aufatmen, die befürchten mussten, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte. Formel-1-Experte Alexander Wurz im Interview mit dem 'ORF': "Da bist du nur noch blinder Passagier in einem ballistischen Geschoß."

Was war passiert? Ericsson erreichte mit geschätzt 330 km/h die erste Schikane, trat auf die Bremse - doch das DRS klappte nicht zu. Das sollte beim Bremsen eigentlich automatisch passieren. Mit aufgeklapptem DRS hatte er weniger Anpressdruck an der Hinterachse. "Dann verzieht es ihm das Auto, das ist ganz normal", erklärt Wurz.

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Marcus Ericsson, Sauber C37 crash

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Marshals and the crashed car of Marcus Ericsson, Alfa Romeo Sauber C37 in FP2

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Foto: : Mark Sutton

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Ericsson kam gerade aus dem Medical-Center zurück an die Sauber-Box, da brach Teamkollege Charles Leclerc sein Training ab. Denn unmittelbar nach Ende der Unterbrechung stellte Leclerc fest, dass auch an seinem Sauber das DRS klemmt. Erst nach einer gründlichen Untersuchung schickte Sauber den Monegassen wieder auf die Strecke.

Vom Ericsson-Unfall wurde der spannende Kampf im Mittelfeld etwas überschattet. Die beiden Force Indias (Racing Point) sicherten sich mit 1,8 Sekunden Rückstand die Positionen sieben und acht, knapp vor Leclerc, der gegen Ende recht unbeeindruckt auf Zeit fuhr. Und Nico Hülkenberg (Strafe, mit Ricciardo in der letzten Startreihe) belegte im Renault P10.

Inwieweit die heute gesammelten Erkenntnisse auch für Qualifying und Rennen relevant sind, sei dahingestellt. Die Session am Vormittag (Bestzeit Sergio Perez) wurde komplett verregnet, und so war die Strecke am Nachmittag noch ziemlich "grün". Gut möglich, dass sich die Kräfteverhältnisse mit mehr Grip noch etwas verschieben werden.

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