Formel 1 2017

Formel-1-Regeln 2017: Fahrer geteilter Meinung

Die geplanten Änderungen beim Technischen Reglement der Formel 1 ab 2017 finden keine uneingeschränkte Zustimmung bei den Fahrern. Lewis Hamilton, Romain Grosjean und Antonio Felix da Costa hätten andere Ideen.

Drei Sekunden sollen die Formel-1-Autos nächstes schneller sein, hauptsächlich durch breitere Reifen und mehr Abtrieb. Allerdings sollen sie auch 20 Kilogramm schwerer werden und genau das ist der Punkt, den viele Fahrer bemängeln.

„Ich habe das Reglement für 2017 gesehen, ich habe die Bilder gesehen, wie die Autos aussehen werden“, sagte Romain Grosjean in einem exklusiven Interview mit Motorsport.com.

„Ich habe Probleme zu sehen, wo sie sexy sein sollen, ganz besonders mit so einem Heckflügel. Dann der Frontflügel… 20 Kilo schwerer, das ist ein bisschen seltsam.“

„Es wäre schön, wenn wir mehr mit eingebunden würden. Im Grunde sagen alle Fahrer immer, dass sie gerne mehr gefragt würden, wir haben Ideen, ruft uns einfach an.“

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Ins gleiche Horn stößt auch Lewis Hamilton. „Wir haben einige Ideen, was man verbessern könnte“, erklärt der aktuelle Weltmeister.

„Wir wissen, was im Auto nicht gut ist, ganz besonders die Fahrer, die schon seit 10 oder 15 Jahren dabei sind. Wir haben alle möglichen Regeländerungen mitgemacht und wissen, was funktioniert hat und was nicht.“

Die Autos 20 Kilogramm schwerer zu machen, werde nicht funktionieren, glaubt er. „Das ist einfach lächerlich. Sie waren super, als sie 600 Kilogramm wogen. Das war viel besser für die Reifen. Je schwerer man das Auto macht, desto mehr strapaziert man die Reifen, also werden die sich noch viel schlimmer anfühlen und Pirelli bekommt noch mehr Druck. Und dann noch mehr Abtrieb...“

Man müsse die Regeln gar nicht großartig ändern, um die Autos drei Sekunden schneller zu machen, findet Hamilton. „Macht sie einfach leichter. Sie sind total schwer. Ich hätte lieber ein anderes Auto. Ich hätte lieber einen V12 und große, breite Reifen.“

In unserer Fotostrecke sehen Sie, wie die Autos 2017 aussehen sollen.

Der ehemalige Red-Bull-Racing-Ersatzfahrer Antonio Felix da Costa, der zur Zeit in der Formel E und der DTM fährt, ist zwar nicht unmittelbar von den Änderungen betroffen, aber „alles, was die Formel 1 in drei, vier oder fünf Jahren macht, wird auch von allen anderen Formel-Serien übernommen werden“ sagte der Portugiese gegenüber Motorsport.com.

„Es ist gut, dass heutzutage alles sicherer ist, es gibt kaum noch Todesfälle und das ist großartig. Als Fahrer glaube ich aber, dass ein gewisses Element an Gefahr da sein muss.“

Die Formel 1 sei nun mal ein gefährlicher Sport, betonte er. „Und darum gibt es auch nur 20 Fahrer in dieser Kategorie und keine 100.000. Und das sollte auch so bleiben.“

Von geschlossenen Cockpits hält er wenig. „Sind geschlossene Cockpits sicherer? Ja. Aber wie lange gibt es in der Formel 1 denn schon offene Cockpits? Ich hätte gerne in den 1980er- und 1990er-Jahren gelebt. Damals war alles viel einfacher, es gab nicht so viel Politik. Es war nur, 'Fahrer, Auto, los geht’s'.“

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Sein Formel-E-Kollege Lucas di Grassi, der 2010 mit Virgin in der Formel 1 unterwegs war, zählt dagegen zu den Unterstützern der geschlossenen Cockpits.

„Idealerweise werden die Cockpits so geschlossen sein wie bei den Prototypen“, sagte di Grassi im Interview mit Motorsport.com.

„Das ist die beste Lösung für die Aerodynamik und die Sicherheit der Fahrer.“

Die Gespräche führten Federico Faturos, Basile Davoine, Benjamin Vinel und Pablo Elizalde

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