Formel-1-Reglement 2016: Was ist neu?

Die Formel 1 ist eine ewige Baustelle. Kaum ein Jahr, in dem sich nichts am Reglement ändert. Von 2015 auf 2016 hat sich zwar nicht viel getan, ein paar kleine Änderungen gab es aber doch. Unser Überblick!

Nach Klagen der Fans, dass die 2014 eingeführten V6-Turbomotoren klingen würden wie Rasenmäher, begann man sich Gedanken zu machen, wie man den Sound der Autos wieder verbessern könnte. In diesem Jahr versucht man, das durch einen geänderten Auspuff zu erreichen. Neben dem „normalen“ Auspuffrohr gibt es nun eines oder sogar zwei zusätzliche „Wastegate“-Rohre, durch die die Abgase vom Turbolader geleitet werden.

Auf dem Gebiet der Motoren gibt es aber noch weitere Änderungen.

Neu ist auch, dass die Hersteller ihre Kundenteams mit Motoren unterschiedlicher Spezifikationen beliefern dürfen. So fährt Toro Rosso 2016 mit einem Ferrari-Motor der 2015er-Spezifikation.

Zum ersten Mal in der Geschichte gibt es in diesem Jahr 21 Grands Prix. Aufgrund der zwei zusätzlichen Veranstaltungen (Aserbaidschan und die Rückkehr des Grand Prix von Deutschland) erhöht sich die Anzahl der Motoren, die ein Fahrer in der Saison verbrauchen darf, von vier auf fünf.

Ein leidiges Thema bezüglich des Motors war im vergangenen Jahr auch das Token-System für die Weiterentwicklung der Aggregate. Dieses System bleibt allerdings auch 2016 bestehen und die Hersteller dürfen in diesem Jahr wieder 32 der kostbaren Punkte verbrauchen.

Zusätzliche Reifenmischung

Zu den bisherigen Trockenreifenmischungen Hart, Medium, Soft und Supersoft kommt 2016 noch eine fünfte, Ultrasoft, dazu. Beim Test nach dem Grand Prix von Abu Dhabi im vergangenen Jahr wurde die Mischung zum ersten Mal getestet und die Teams gehen davon aus, dass sie nur bei ein paar ausgewählten Rennen zum Einsatz kommen wird: Monaco, Kanada, Österreich, Singapur und Abu Dhabi.

Eine weitere Neuerung auf dem Reifensektor ist, dass die Teams größere Freiheiten bei der Auswahl der Pneus haben.

Die Teams bestimmen innerhalb einer bestimmten Frist vor jedem Rennen, welche Auswahl sie getroffen haben und Pirelli bringt drei statt bisher zwei verschiedene Mischungen Trockenreifen mit.

Pro Wochenende bekommt jeder Fahrer 13 Sätze Trockenreifen. Zehn dieser Sätze darf er selber wählen, was bedeutet, er könnte auch alle drei Mischungen einsetzen.

Zwei Sätze, von denen mindestens einer im Rennen eingesetzt werden muss, bestimmt Pirelli, einer – die weichste verfügbare Mischung – ist reserviert für Q3 und wird danach zurückgegeben. Fahrer, die es nicht in Q3 schaffen, haben diesen Satz für das Rennen zur Verfügung.

Von der Gesamtzahl der Reifensätze müssen die meisten auch weiterhin schon vor dem Rennen zurückgegeben werden: Ein Satz nach 40 Minuten des ersten Freien Trainings, einer am Ende des Trainings. Zwei am Ende des zweiten Freien Trainings und zwei am Ende des dritten Freien Trainings.

Pirelli hat bereits bekanntgegeben, dass in den ersten vier Saisonrennen in Australien, Bahrain, China und Russland die Mischungen Medium, Soft und Supersoft zur Auswahl stehen werden.

Mehr Sicherheit im Cockpit und virtuelle Realität

Die Seitenwände des Cockpits werden 20 Millimeter höher und können einer größeren Aufprallkraft widerstehen.

In Interesse der Sicherheit hat die FIA auch bestimmt, dass jedes Auto mit einer Hochgeschwindigkeitskamera ausgestattet wird, um Unfälle aufzuzeichnen, damit diese besser analysiert werden können. Außerdem werden alle Fahrer bei den Rennen und allen Tests Geschwindigkeitsmesser im Ohr tragen, die bei Unfällen ebenfalls Daten aufzeichnen.

Die letzte Änderung 2016 betrifft das virtuelle Safety-Car, das 2015 eingeführt wurde. Das wird nun auch in den Trainings zum Einsatz kommen, um Abbrüche möglichst zu vermeiden. Nach einer solchen virtuellen Safety-Car-Phase wird DRS sofort wieder aktiviert.

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