Formel-1-Rückblick 2016

Formel-1-Rückblick 2016: Manor

Motorsport.com bewertet die Leistungen der Formel-1-Teams in der Saison 2016. Heute: Wie Manor beinahe den 10. Platz in der Konstrukteurswertung ergatterte, in Brasilien aber noch von Sauber abgefangen wurde.

Technische Höhepunkte

von Giorgio Piola und Matt Somerfield

Aufgrund des eingeschränkten Budgets des Teams ist Manor gegenüber den anderen Teams immer im Nachteil, insbesondere durch die umfangreichen Regeländerungen für das Jahr 2017.

Trotzdem hat Manor es geschafft, den MRT05 im Laufe der Saison markant zu verbessern. Vor allem mit dem Monaco-Update hat das Team sich von den anderen Mercedes-Kunden abgehoben.

Die Modifikationen betrafen vor allem die mittlere Säule am Heckspoiler. Diese Lösung nutzte Toro Rosso bereits im Jahr 2015. Später wurde sie von allen Ferrari-Kundenteams eingesetzt. Auch McLaren griff im Jahr 2016 auf ein ähnliches Design zurück, bei dem die Säule und der Auspuff zusammenlaufen. 

So wurde nicht nur die Steifigkeit des Fahrzeugs verbessert, sondern hat auch das Gewicht reduziert und die Form der Auspuffwolke optimiert. Der Monkey Seat wurde im Laufe des Jahres ebenfalls verbessert (siehe rote Pfeile). Seine Komplexität wurde erhöht, um aerodynamische Vorteile zu gewinnen. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Monkey Seat, Diffusor, Auspuff und Heckflügel zu verbessern. 

Manor MRT05 monkey seat, Monaco GP
Manor MRT05: Monkey-Seat, GP Monaco

Foto: Giorgio Piola

Bewertungen der Saison

Jonathan Noble: 6

Nachdem Manor lange Zeit allein am Ende des Feldes zu sehen war, hat sich das Team im Jahr 2016 deutlich verbessert. Die neuen Besitzer und Sportdirektor Dave Ryan haben es geschafft, Manor in einen soliden Rennstall zu verwandeln.

Aufgrund des geringen Budgets hat Manor noch immer Probleme, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Sie haben aber tapfer gekämpft und haben sich auch von der Enttäuschung, dass Sauber sie in Brasilien noch überholt hat, nicht kleinkriegen lassen. 

Noch nicht klar ist, ob Invesitionen helfen werden, die Kassen aufzufüllen und damit das Auto für die Saison 2017 weiter zu verbessern.

Oleg Karpov: 5

Es ist sehr schade, dass Manor den 10. Platz in der Meisterschaft noch verloren hat. Sie hatten sich diese Position wirklich verdient. Der lange Weg, den das Team gehen musste, um auf das Feld aufzuschließen, ist vorbei und es wäre symbolisch gewesen, die Saison nicht auf dem letzten Rang zu beenden.

Hoffentlich wird der Sieg von Sauber in der letzten Sekunde Manor in der Zukunft nicht allzu sehr beeinflussen. 

Glenn Freeman: 7

In den Anfangsjahren der "neuen" Teams von 2010 schien es weit hergeholt, dass Teams wie Virgin/Marussia, Lotus/Caterham oder HRT jemals Glauwürdigkeit gewinnen würden.

Manor hat es jedoch nicht nur mit Glück ins Q2 geschafft. Der Punktgewinn in Österreich war natürlich auch ein Grund zum Feiern. Sie hätten es verdient, im Jahr 2016 vor Sauber zu stehen. 

Kate Walker: 6

Manor war das einzige Team, das mit 2 Rookies am Steuern an den Start ging. Sie haben den 10. Platz in der Konstrukteurswertung erst im vorletzten Rennen verloren, weil Felipe Nasr auf Platz 9 landete. Die Hoffnungen des Teams wurden somit zerschlagen.  

Nachdem Rio Haryantos Finanzierung fehlschlug, wurde Manor zu einem Mercedes-Entwicklungsteam. Sie gaben den Talenten Esteban Ocon und Pascal Wehrlein die Möglichkeit, sich für höhere Aufgaben zu beweisen. Der Franzose hat es letztendlich sogar geschafft. 

Pablo Elizalde: 6

Mit dem Mercedes-Motor hat Manor seine Leistungsfähigkeit enorm gesteigert. Im Jahr 2015 hatten die Briten mit dem alten Ferrari-Motor noch große Probleme.

Aufgrund der Entwicklungen war es Manor jedoch nicht möglich, regelmäßig um Positionen im Mittelfeld zu kämpfen. Wehrleins Leistungen haben jedoch viele Menschen sehr überrascht. Den 10. Platz noch an Sauber zu verlieren, war aber ein großer Schock. 

Guillaume Navarro: 6

Manor kann nach der Saison 2016 enttäuscht sein, auch wenn sie im Vergleich zu den Spitzenteams so gut wie noch nie waren.

Das Team dachte, das Auto sei schnell genug, um regelmäßig zu punkten. Es war jedoch ein herber Rückschlag, als Sauber im vorletzten Rennen noch an Manor vorbeizog. Zudem sollte das fulminante Debüt von Haas mit einem Ferrari-Motor nicht außer Acht gelassen werden. 

Erwin Jaeggi: 8

Das Team hat es gerade so durch den Winter geschafft und trotzdem das Auto weiterentwickelt. Der Bolide wurde nicht nur zuverlässiger, er war auch schnell genug, um im Mittelfeld mitzuhalten. Manor war es wirklich wert, gerettet zu werden.

Das großartige Rennen von Mercedes-Nachwuchspilot Pascal Wehrlein in Österreich brachte dem Team einen Meisterschaftspunkt ein.

Lange schien es, als würde das Team aus England den 10. Platz in der Konstrukteurswertung holen. Erst im vorletzten Rennen der Saison musste sich Manor noch geschlagen geben. Hoffentlich kann ein neues Investment die Wettbewerbsfähigkeit des Teams im Jahr 2017 weiter steigern. 

Jacobo Vega: 7

Das Jahr 2015, als Manor noch einen Ferrari-Motor einsetzte, war nicht einfach. Mit dem Mercedes-Motor hat es in der Saison 2016 aber einige gute Rennen abgeliefert. Immerhin holte Wehrlein einen Punkt, was beinahe für Platz 10 in der Konstrukteurswertung gereicht hätte.

Die  guten Leistungen von Ocon und Wehrlein haben sich wirklich ausgezahlt. Ausnahme war das Regenrennen in Brasilien, in dem Sauber noch an Manor vorbeizog. 

Endergebnis: 6,83/10

Pascal Wehrlein, Manor Racing
Pascal Wehrlein, Manor Racing

Foto: XPB Images

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Fahrer Rio Haryanto , Pascal Wehrlein , Esteban Ocon
Teams Manor Racing
Artikelsorte Feature
Tags f1, fazit, manor, rückblick, saisonrückblick
Topic Formel-1-Rückblick 2016