Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik: Neuerungen beim Grand Prix von China

In unserer großen Technikanalyse zum Grand Prix von China in Schanghai schauen Giorgio Piola und Matt Somerfield genau hin, was es Neues gab bei Mercedes, Ferrari, McLaren, Red Bull und Co.

Red Bull Racing: Frontflügel

Red Bull Racing: Frontflügel
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Red Bull Racing hat in China eine Idee von Mercedes aufgegriffen und einen gezackten Streifen an einem Flap des Frontflügels angebracht. Diese Zacken haben einen direkten Einfluss auf den Luftstrom und verbessern so die Gesamtleistung des Flügels. Allerdings wurde das Update weder im Qualifying noch im Rennen eingesetzt, könnte aber in Russland weiter erprobt werden.

Red Bull Racing: Diffusor

Red Bull Racing: Diffusor
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Detailarbeit hat Red Bull Racing im Heckbereich geleistet: Dort (siehe Pfeil) wurde eine kleine nach oben gerichtete Platte in den äußeren Ausläufer des Diffusors eingebaut. Auch damit soll der Luftstrom optimiert werden.

Ferrari: Bremsen

Ferrari: Bremsen
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In China hat Ferrari keine größeren Neuerungen eingeführt, sondern wird beim Europa-Auftakt mit einem neuen Paket aufwarten. Beim Grand Prix in Schanghai experimentierte das Team jedoch mit den Bremsen, die dort nicht im Übermaß gefordert sind. Deshalb wechselte Ferrari zu einer Bremsscheibe mit etwa 850 bis 900 statt 1.200 Löchern oder mehr. Zudem probierte der Traditionsrennstall unterschiedliche Kühlungsmechanismen aus.

Zum Thema: Bremsscheiben

Zum Thema: Bremsscheiben
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Hier hat unser Experte Giorgio Piola eine Übersicht zur Entwicklung der Formel-1-Bremsscheiben in den vergangenen Jahren erstellt.

McLaren: Frontpartie

McLaren: Frontpartie
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Bei McLaren wurde die Unterseite der Frontpartie modifiziert. Das Team hat ein senkrechtes Luftleitblech in der Mitte des Fahrzeugs angebracht. Etwas Ähnliches ist auch bei Ferrari zu sehen, allerdings weitaus weniger auffällig. Beide Vorrichtungen sollen den Luftstrom unter der Nase glätten und die Gesamtleistung verbessern – vor allem in langsamen und mittelschnellen Kurven.

Haas F1: Frontflügel

Haas F1: Frontflügel
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Haas hatte am Hauptflügel die zentrale einzelne Finne durch zwei Finnen ersetzt, von denen eine länger ist als die andere. Gleichzeitig wurde die „r“-Kaskade entfernt und durch eine horizontale Finne ersetzt (Pfeil). Diese horizontale Finne ist an der Seite der Hauptkaskade befestigt, ihre Steifigkeit wird durch eine kleine, seitliche Unterstützung erhöht. Der Flügel wurde aber schnell zur Seite gelegt, da klar war, dass es sinnlos sein würde zu versuchen, ihn abzustimmen und etwas zu gewinnen. Romain Grosjean musste ihn nach seinem Unfall mit Marcus Ericsson in der ersten Kurve als Ersatz nutzen und beschrieb das Auto als „unfahrbar“.

Mercedes: Vorderradbremse

Mercedes: Vorderradbremse
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Bei Mercedes gab es nur Änderungen an den Bremskanälen, um kleine Probleme zu lösen, die sich in den ersten beiden Rennen gezeigt hatten und auch, um zusätzlich Leistung zu gewinnen.

Mercedes: Bremse

Mercedes: Bremse
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Über dem Lufteinlass wurde eine dreieckige Finne angebracht, die den Einlass nicht nur schützen sollte, sondern auch einen Einfluss auf die Aerodynamik hatte. Die Finne beeinflusst den vom Reifen erzeugten Luftstrom und verbessert die Performance des Seitenkastens und der umliegenden Komponenten.

Mercedes: Heck

Mercedes: Heck
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Was wir hier sehen, ist zwar nicht neu, aber es zeigt, dass Mercedes der Temperatur der hinteren Bremsen besondere Aufmerksamkeit widmet und seit die Reifendrücke vorgeschrieben sind, eine Heizung um die Bremstrommel legt, um sie zu erwärmen.

Toro Rosso: Heckflügel

Toro Rosso: Heckflügel
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Der neue Heckflügel in China hatte oben einen zusätzlichen Flap, der das Auto schneller machen sollte. Der Flap zeigte an der hinteren Kante zwei höher gewölbte Krümmungen, die zweifellos einen Einfluss auf den Luftstrom um die gesamte Struktur haben. Die Krümmungen winden sich in Richtung einer kürzeren Sehnenlänge an der äußeren Seite des Flaps, und lassen erkennen, wie sie den Vortex kontrollieren, der von der Verbindung zwischen Flap und Endplatte generiert wird. Das kann jedoch den Abtrieb negativ beeinflussen und den Luftwiderstand erhöhen. Beide Fahrer entschieden sich im Qualifying und Rennen aber dafür, mit der älteren Konfiguration mit einer viel flacheren Krümmung und nur zwei Lüftungsschlitzen fahren (obere Einfügung). Bei nassen Bedingungen war auch der Y150-Winglet im Einsatz (untere Einfügung).

Toro Rosso: Heckbereich

Toro Rosso: Heckbereich
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An der Hinterradaufhängung ist ein großer Lufteinlass zu sehen, der aus der Aufhängung und dem Bremskanal geformt wird, um die Bremsen besser zu kühlen.

Williams: Bremse

Williams: Bremse
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Williams nahm in China weitere Änderungen an den vorderen Bremskanälen vor und machte im Qualifying zum ersten Mal einen Schlitz in die Bremstrommel, in dem ein Metalleinsatz kontrollieren sollte, wie die Hitze von den Bremsen an den Reifen strömt und so die Temperatur und den Druck des Reifens verändert.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP China
Unterveranstaltung Techische Analyse, Giorgio Piola
Rennstrecke Shanghai International Circuit
Teams Red Bull Racing , Ferrari , McLaren
Artikelsorte Analyse
Tags aerodynamik, analyse, design, f1, formel 1, technik
Topic Formel-1-Technik mit Giorgio Piola