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Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik: Wozu ein "Gurney-Flap" am Frontflügel gut ist

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Formel-1-Technik: Wozu ein "Gurney-Flap" am Frontflügel gut ist
Autor:
Co-Autor: Jake Boxall-Legge
06.04.2019, 10:35

Die FIA verbot ab dem Großen Preis von Bahrain 2019 das Abmontieren des "Gurney-Flaps" am Frontflügel, aber was bewirkt die Abrisskante eigentlich?

Clevere Formel-1-Teams sollen beim Großen Preis von Australien die aerodynamische Balance ihrer Fahrzeuge stark verändert haben, indem sie nach dem Qualifying unter Parc-Ferme-Bedingungen den sogenannten "Gurney-Flap" vom Frontflügel abmontiert und an einer anderen Stelle des Fahrzeugs wieder angebracht haben. Die FIA kann einen solchen Vorfall bislang nicht bestätigen, geht jetzt aber gegen solche Maßnahmen vor. Der Kniff ist ab sofort verboten.

Was aber würde ein solcher Schritt überhaupt bringen? Bekannt ist, dass ein "Gurney-Flap" am Heckflügel für zusätzlichen Anpressdruck sorgt. Der Flap ist nach dem US-amerikanischen Rennfahrer Dan Gurney benannt, der den Kniff am Heckflügel erstmals im Jahr 1971 bei IndyCar-Testfahrten ausprobiert hat. Seit Jahrzehnten ist die Abrisskante am Heckflügel ein probates Mittel im Motorsport, um Anpressdruck zu einem vergleichsweise geringen Preis beim Luftwiderstand zu erzeugen.

Natürlich sorgt ein "Gurney-Flap" auch am Frontflügel für mehr Anpressdruck. Seine Hauptaufgabe in der modernen Formel 1 ist die Beeinflussung des Luftstroms hin zu den Vorderreifen und dem aerodynamisch anspruchsvollen Barge-Board-Bereich. An seiner Kante bildet sich ein Wirbel heraus, der den Druckunterschied an den beiden Seiten des Hauptflügelblatts verstärkt. Das sorgt für mehr Anpressdruck.

Alfa Romeo C38, Frontflügel

Alfa Romeo gehört zu den Teams, die einen "Gurney" am Frontflügel nutzen

Hinter dem Flügel bilden sich zwei Wirbel, die den vom Flügel geteilten Luftstrom zusammenführen und so geglättet zum Rest des Autos leiten. Bildlich gesprochen sorgt ein "Gurney-Flap" für denselben Effekt wie ein steiler angestellter Frontflügel, hat aber dabei einen geringeren Luftwiderstand.

Mittels der "Gurney-Flaps" kann ein Fahrer auf mehr Abtrieb auf einer "Alles-oder-nichts"-Runde im Qualifying zurückgreifen. Das Fahrzeug lenkt williger ein und reagiert generell knackiger auf Bewegungen am Lenkrad.

Die "Gurney-Flaps" nach dem Qualifying zu entfernen, kann eine aerodynamische Schieflage im Rennen ausgleichen. Ein wenig Abtrieb an der Vorderachse zu entfernen, kann dabei helfen, den Reifenverschleiß zu verringern, was im Rennen im Gegensatz zum Qualifying gewünscht ist.

Mit Bildmaterial von Piola.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Heiko Stritzke