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Formel-1-TV-Rechte für Deutschland: Da tut sich was!

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Formel-1-TV-Rechte für Deutschland: Da tut sich was!
27.01.2019, 10:42

RTL, Sky, DAZN, F1 TV: Hinsichtlich der Live-Übertragungen der Formel 1 in Deutschland gibt es neue Indizien und viele Fragezeichen - Mick Schumacher spielt dabei eine Rolle

Die gute Nachricht vorweg: Die Formel 1 wird auch 2019 im deutschen Free-TV zu sehen sein - und zwar wie gewohnt beim Kölner Privatsender RTL. Doch hinter den Kulissen tut sich was am Rechtemarkt. Denn neben RTL mischen mit Sky und DAZN zwei weitere Player mit, für die der Grand-Prix-Sport ein Thema sein könnte. Noch mehr, seit Mick Schumacher im Dunstkreis der Formel 1 angekommen ist.

Der 19-Jährige ist neuerdings offizieller Ferrari-Junior und geht 2019 in der Formel 2 für Prema an den Start. Die Formel 2 ist die letzte Stufe vor der Formel 1, in der sein Vater einst für einen deutschen Boom gesorgt hat. Die Reichweiten, die Mick-Artikel auf Fachportalen wie unserem erreichen, schlagen selbst jene von Lewis Hamilton & Sebastian Vettel bei weitem. Was zu einer Änderung in der TV-Landschaft führen könnte.

Der große Traum von einem vollen Motodrom mit "Schumi"-Sprechchören wird 2019 noch nicht wahr. Die Formel 2 fährt nämlich nicht im Rahmenprogramm des Grand Prix von Deutschland in Hockenheim - aus Veranstaltersicht ein schwerer Irrtum von Rechteinhaber Liberty Media: "Wir haben gegenüber der Formel 1 klar kommuniziert, dass wir das gerne für 2019 erreichen würden", bedauert Ring-Marketingchef Jorn Teske gegenüber der 'Bild'-Zeitung.

Dafür könnte die Formel 2 mit Mick Schumacher im Fernsehen stattfinden. RTL hat gegenüber Liberty Interesse daran bekundet, die Rennen zu zeigen. Ein denkbares Szenario: Ein Sender der RTL-Mediengruppe (zum Beispiel n-tv) überträgt die Formel-2-Rennen live - und Highlights werden im Vorprogramm der Formel 1 gezeigt.

 

RTL möchte Formel 2 mit Mick Schumacher zeigen

Auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' bestätigt RTL das grundsätzliche Interesse und Gespräche mit dem Rechteinhaber. Seitens Liberty heißt es: "Wir befinden uns in Deutschland in aktiven Gesprächen und werden einen Senderpartner bestätigen, sobald diese Gespräche abgeschlossen sind."

Dem Vernehmen nach ist RTL nicht der einzige Player, der sich um die Formel 2 bemüht. Sinn ergeben könnte die Nachwuchsserie auch für einen Special-Interest-Sender, denn die Schumacher-Fangruppe (und damit die Anzahl potenzieller Abonnenten) ist riesig. Da kommt etwa der Streamingdienst DAZN ins Spiel. Der äußert sich auf Anfrage nicht zum Thema - dementiert ein mögliches Interesse aber auch nicht explizit.

Und dann ist da noch der Pay-TV-Sender Sky, der 2018 eine Auszeit von der Formel 1 eingelegt hat. Auch Sky würde Mick Schumacher gut zu Gesicht stehen. Durch das Ende des Formel-1-Vertrags hat der Anbieter zehntausende Abonnenten verloren. Die zurückzuholen, wäre aus Sky-Sicht wünschenswert. An konkreten Plänen, dem deutschen Motorsport-Publikum wieder etwas zu bieten, wird schon seit Sommer 2018 gearbeitet.

Treffen in London über Sky-Comeback

Treffen zwischen Verantwortlichen von Liberty, Sky und Sky-Eigentümer Comcast zum Thema haben laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' bereits im Herbst 2018 stattgefunden. In Libertys FOM-Büro in London. Parallel dazu berichten mehrere unserer Leser übereinstimmend, dass ihnen Hotline-Mitarbeiter von Sky mitgeteilt haben, dass das Comeback der Formel 1 beim Pay-TV-Anbieter am 2. Februar offiziell werden soll.

 

Allerdings wird es, so die Gerüchteküche, für 2019 noch nicht den ganz großen Wurf mit einem eigenen Programmangebot geben. Stattdessen ist im ersten Schritt angedacht, das FOM-eigene F1-TV-Abo-Angebot in den neuen Dienst Sky Q zu integrieren - so, wie das zum Beispiel auch mit Netflix der Fall ist.

Liberty gibt indes keine Zahlen heraus, wie gut oder schlecht F1 TV 2018 in Deutschland performt hat, was Abonnenten angeht. Das Angebot war schlecht. Für 64,99 Euro Jahresgebühr gab's nur 17 von 21 Rennwochenenden, ruckelnde Live-Streams, keine Vor- und Nachberichte - und obendrein keine exklusive Tonspur, sondern den gleichen Kommentar wie bei RTL. Dass so viele Abonnenten gewonnen werden konnten, erscheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich.

Deutsches F1 TV: Weiter mit RTL-Tonspur?

Eine Integration von F1 TV in Sky Q würde auf mehreren Ebenen Sinn ergeben. Liberty würde auf diese Weise potenzielle Kunden innerhalb der Sky-Abonnenten ansprechen. Gleichzeitig könnte für die deutsche Tonspur wieder das bewährte (und bei vielen Fans beliebte) Kommentatorenduo Sascha Roos und Marc Surer eingesetzt werden. Auch wenn man bei RTL aktuell davon ausgeht, weiterhin die Tonspur für F1 TV zu liefern.

Roos und Surer wurden (das haben sie unter anderem im Formel-1-Podcast 'Starting Grid' bestätigt) 2018 von Liberty kontaktiert. Zuletzt nicht mehr. Vielleicht, weil es ohnehin eine Kooperation zwischen F1 TV und Sky geben wird? Zumindest offiziell ist das kein Thema: "Wir haben derzeit keine Pläne für eine Partnerschaft mit Sky", behauptet ein Formel-1-Sprecher auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Fest steht dafür: Am 30. Januar findet in München (also ganz in der Nähe der Büros von Sky Deutschland) ein von Liberty organisiertes Treffen zum Thema F1 TV statt. Via F1FanVoice.com wurden auf der ganzen Welt ausgewählte Fans (die dafür 40 Euro bekommen) dazu eingeladen, an sogenannten "Fokusgruppen" teilzunehmen. Bei diesen Meetings will Liberty in Face-2-Face-Diskussionen mit Fans herausfinden, wie F1 TV in Zukunft besser werden kann.

 

Fokusgruppen-Treffen in der Nähe von Sky in München

Liberty bestätigt die Recherchen von 'Motorsport-Total.com' in Bezug auf die Fokusgruppen und erklärt: "Das Hauptziel dieser Gruppen ist, a) das derzeitige Nutzerverhalten zu verstehen und den Service für bestehende Kunden zu verbessern und b) Barrieren für Nicht-Kunden abzubauen. Dies ist eine landläufige Praxis innerhalb unserer Marktforschungsabteilung."

Knapp zwei Monate vor dem Saisonauftakt in Melbourne (Australien) gibt es also noch viele Fragezeichen, was die deutsche TV-Berichterstattung über die Formel 1 angeht. Nur die RTL-Zuschauer müssen sich nicht auf große Änderungen einstellen. Am bewährten Kommentatorenduo (Heiko Waßer und Christian Danner) wird ebenso festgehalten wie am Reporterteam rund um Aushängeschild Kai Ebel.

Der RTL-Vertrag mit der Formel 1 läuft noch bis Ende 2020. Und RTL war 2018, ohne Konkurrenz von Sky, sehr erfolgreich: Im Schnitt sahen 4,54 Millionen Zuschauer die 21 Rennen - ein Plus von 150.000 gegenüber 2017. Der durchschnittliche Marktanteil lag bei 26,1 Prozent. Insgesamt lagen die Live-Übertragungen 2018 zwölfmal über 2017er-Niveau. Umso bemerkenswerter, als vier Rennen in den Zeitraum der Fußball-WM fielen ...

Mit Bildmaterial von Privat.

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