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Formel-1-Zaungast Alonso: McLaren mit überraschenden Stärken

Fernando Alonso bescheinigt dem McLaren MCL34 einige starke Bereiche, sieht aber noch viel Arbeit für das Team - Warum er auch 2019 eine aktive Rolle einnimmt

Erstmals seit 2002 verfolgt Fernando Alonso wieder eine Formel-1-Saison als Beobachter. Lange blieb der zweimalige Weltmeister aber nicht fern, denn schon bei den Testfahrten in Barcelona stellte er Beobachtungen von Streckenrand aus an. Im Fokus stand dabei natürlich sein letzter Arbeitgeber, für den er weiter als Botschafter tätig ist. Dazu nahm er auch an Team-Meetings teil.

Dem McLaren MCL34 bescheinigt Alonso, der in diesem Jahr zumindest bis Le Mans weiter im LMP1-Boliden von Toyota Platz nimmt und erneut das Indianapolis 500 der IndyCar-Serie bestreitet, einige überraschende Stärken. Jedoch braucht er seine Wahl, in diesem Jahr nicht selbst in der Formel 1 zu fahren, wohl nicht zu bereuen. Denn McLaren wird wohl einige Bereiche des Autos umbauen müssen, um konkurrenzfähig zu werden.

Wie ist es nun mit dem Boliden gelaufen ist? Alonso bemüht seine Lieblings-Floskel: "Wir lernen eine Menge." Angesichts seiner Einblicke in die Meetings weiß er ungefähr, wo sein Team steht. Die schlechte Nachricht: "Ein paar Bereiche des Autos müssen überarbeitet werden. Wir müssen weiter gut Entwicklung leisten." Klingt, als würde die Durststrecke für das Team aus Woking, das von seinem Selbstverständnis her eigentlich um WM-Titel kämpfen sollte, erst einmal weitergehen würde.

Doch es gibt Hoffnung: "Einige andere Bereiche sind überraschend gut. Generell können wir sagen, dass wir zwei positive Wochen hatten. Es ist noch nicht perfekt, aber es scheint in die richtige Richtung zu gehen."

Vermittler zwischen Daten und Fahreindrücken

Alonso wird den McLaren MCL34 im Laufe der Saison selber testen, um Carlos Sainz und Rookie Lando Norris bei der Entwicklungsarbeit zu unterstützen. Er glaubt, dass er mit seinem Feedback den Fahrern wird helfen können. Denn diese sind in der Saison 2019 beide neu im Team und wissen daher nicht um alle Prozesse, die zum diesjährigen Fahrzeug geführt haben. Alonso hingegen hat den kompletten Überblick - und ein mögliches Comeback in der Hinterhand, sollte McLaren wieder zum Topteam werden.

Zak Brown, Carlos Sainz, Fernando Alonso

Alonso beobachtete die Fahrzeuge in Barcelona vom Streckenrand genau

"Dieses Auto wurde vergangenes Jahr im Juni geboren", begründet er seine Rolle. "Da haben wir unsere Probleme, Schwächen und Philosophien bereits identifiziert. Wir haben sie offen in vielen Meetings diskutiert und haben reichlich Simulatorarbeit geleistet. Jetzt haben wir 2019 und das Auto fährt. Aber sie (Sainz und Norris; Anm. d. Red.) werden einige Hintergründe unserer Lösungen und Designphilosophien nicht ganz genau kennen. Genau da kann ich meinen Input geben."

Außerdem nimmt er eine Mentor-Rolle unter anderem für Rookie Lando Norris ein. "Es dürfte helfen, wenn man zusätzlich zu den Ingenieuren auf einen Fahrer mit 18 Jahren Erfahrung zählen kann, der die meisten Kniffe und Tricks auf jeder Strecke kennt. Speziell, wenn man in seinem ersten Jahr ist", sagt der 37-Jährige. "Die Ingenieure sehen nur die Telemetriedaten. Ich kann ein wenig Verbindungsglied spielen zwischen den Daten und dem, was der Fahrer wirklich fühlt oder welche Message durch den Funk geschickt werden soll."

Mit Bildmaterial von LAT.

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