Franz Tost über Daniil Kwjat: "Seine beste Zeit liegt noch vor ihm"

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Franz Tost über Daniil Kwjat:
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11.02.2019, 16:19

Franz Tost glaubt, dass Daniil Kwjat seine wahre Stärke in der Formel 1 bislang noch gar nicht gezeigt hat - Die dritte Chance dürfte aber endgültig seine letzte sein

Man könnte das Verhältnis zwischen Daniil Kwjat und Toro Rosso mittlerweile bereits als "On-Off-Beziehung" bezeichnen. 2014 fuhr der Russe erstmals für die "Jungbullen", stieg 2015 nach nur einem Jahr zu Red Bull auf, nur um 2016 nach den ersten vier Saisonrennen wieder zu Toro Rosso zurückversetzt zu werden. 2017 wurde er gleich zweimal auf die Ersatzpunkt gesetzt, bevor er die Red-Bull-Familie 2018 endgültig verließ.

Nach nur einem Jahr, das er bei Ferrari als Simulatorfahrer verbrachte, kehrt er 2019 nun zum wiederholten Male zu Toro Rosso zurück. Für Kwjat ist es die dritte und wohl endgültig letzte Chance. Teamchef Franz Tost ist davon überzeugt, dass der mittlerweile 24-Jährige diese nutzen kann. "Ich glaube wirklich, dass er eine weitere Chance in der Formel 1 verdient. Ich habe den Eindruck, dass seine beste Zeit noch vor ihm liegt", so Tost.

"Niemand hat je an seinen fahrerischen Fähigkeiten gezweifelt", betont der Österreicher, der Kwjat bereits bestens kennt. Dieser habe seinen Speed in der Formel 1 "von Anfang an" bewiesen. "Als sein Wechsel zu Red Bull Racing notwendig wurde, sah es so aus, als könnte er für die Herausforderung bereit sein", erklärt Tost und ergänzt: "Er zeigte einige sehr gute Leistungen, aber es ist immer eine Herausforderung, unter Druck zu performen."

"Rückblickend können wir jetzt sagen, dass es einfach noch zu früh war", so der 63-Jährige, laut dem Piloten in der Regel "zwei oder drei Jahre" brauchen, um in der Formel 1 ihr persönliches Leistungsmaximum zu erreichen. Kwjat wurde jedoch bereits in seinem zweiten Jahr Nachfolger von Sebastian Vettel bei Red Bull. Weil er Anfang 2016 zu viele Fehler machte, wurde er durch Max Versteppen ersetzt und zurück zu Toro Rosso geschickt.

Dort sei es für ihn nach seiner Degradierung "psychologisch" schwierig gewesen, erklärt Tost. 2017 verlor er schließlich auch dort seinen Platz, und 2018 ging das Red-Bull-Juniorteam mit Pierre Gasly und Brendon Hartley an den Start. Während Tost hofft, dass Kwjat seine Auszeit gutgetan hat, will der Russe selbst sich nicht dazu äußern, ob er im vergangenen Jahr reifer geworden ist.

"Ich weiß, dass es einige Spekulationen darüber gab", sagt er und erklärt: "Ich ziehe es vor, meine Antworten auf der Strecke zu geben. Ich möchte einfach ins Auto steigen und sehen, was passiert." Ferrari sei er für sein Jahr in Maranello auf jeden Fall dankbar. "Es war eine tolle Erfahrung", verrät Kwjat. Außerdem hätten ihm seine Einsätze im Simulator geholfen, "in Form" zu bleiben.

Bei Toro Rosso wird Kwjat 2019 Verantwortung übernehmen müssen, denn gegenüber Rookie Alexander Albon wird er bei Toro Rosso - auch wegen seiner Vorgeschichte - der Pilot sein, von dem man deutlich mehr erwartet. Sollte er die Erwartungen erneut nicht erfüllen können, wäre es wohl endgültig das letzte Mal, dass er für Toro Rosso fährt. Denn bereits jetzt bekam Kwjat mehr Chancen als jeder andere Red-Bull-Pilot in der Vergangenheit.

Mit Bildmaterial von Sutton.

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Rennserie Formel 1
Autor Ruben Zimmermann