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"Ganzes Stück hinter Mercedes": Muss Ferrari sogar Red Bull fürchten?

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"Ganzes Stück hinter Mercedes": Muss Ferrari sogar Red Bull fürchten?
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23.05.2019, 18:30

Ferrari kann mit dem Donnerstag in Monaco nicht zufrieden sein: Der Sieg scheint außer Reichweite und Red Bull droht die Nummer 2 zu werden

Eigentlich war Ferrari schon klar, dass Monaco für das Team kein gutes Pflaster sein würde, dennoch darf das Ergebnis vom Training am Donnerstag als ernüchternd betrachtet werden. Sebastian Vettel konnte zwar Dritter werden, hatte dabei aber fast acht Zehntelsekunden Rückstand auf Mercedes - auf der kürzesten Strecke des Kalenders mehr als eine Welt. Charles Leclerc wurde mit Reifenproblemen nur Zehnter.

"Wir sind nicht ganz so zufrieden", muss Vettel nach dem Training einräumen. Sein Ferrari sei einfach zu nervös, rutsche zu viel und habe allgemein zu wenig Grip. "Wir haben viel ausprobiert, aber es hat nicht so funktioniert", gibt der Deutsche zu und sagt: "Wir haben ein paar Probleme. Im Vergleich zu Mercedes fehlt uns etwas Pace."

"Wir sind ein ganzes Stück hinter Mercedes", muss auch Teamkollege Charles Leclerc einsehen. Der Monegasse hatte am Nachmittag Probleme, das Auto in das richtige Fenster zu bekommen, sieht aber noch ausreichend Luft nach oben: "Ich bin keine einzige saubere Runde gefahren, daher sind wir so weit zurück", sagt er. "Aber auf einem Niveau mit Mercedes sind wir nicht, von daher müssen wir uns ranhalten."

Gegen Red Bull wird es eng

Doch nicht nur Mercedes droht zum Problem zu werden: Auch gegen Red Bull könnte es an diesem Wochenende knapp werden. Nur 57 Tausendstelsekunden lag man vor Pierre Gasly, der eigentlich schnellere Red Bull von Max Verstappen war nach einem Problem mit der Kühlung lange in der Box und hätte sehr wahrscheinlich noch zulegen können. Ob die Bullen vor Ferrari seien, weiß Vettel nicht, aber: "Es wird auf jeden Fall sehr eng."

Man merkt, dass sich die Erwartungen bei Ferrari verschoben haben. Dass man nicht einmal mehr von einem Sieg ausgeht, hätte nach den Wintertestfahrten keiner bei der Scuderia gedacht, doch mittlerweile muss man kleinere Brötchen backen: "Ein solider zweiter Platz bei den Teams wäre schon großartig", sagt Leclerc, "und dafür müssen wir arbeiten."

Natürlich möchte man es auch kurzfristig mit den Silberpfeilen aufnehmen, doch bei den Roten ist man auf dem Boden der Realität angekommen. Von der Pole-Position wagt im Team erst gar niemand zu sprechen. "Realistisch gesehen wird das sehr schwierig", weiß Leclerc, "aber natürlich werden wir alles versuchen. Wir werden alles dafür geben."

Problempunkt Reifen

Das Problem ist dabei jedoch der SF90. Er kommt mit den langsamen Kurven in Monaco nicht so gut zurecht - das hatte sich bereits in Barcelona angedeutet. Hinzu kommen Schwierigkeiten mit den Pirelli-Reifen. "Wir tun uns etwas schwer, den Reifen in das kleine Arbeitsfenster zu bringen. Vielleicht fällt das anderen ein bisschen einfacher, vielleicht geht uns da ein bisschen was ab", sagt Vettel. Vor allem auf eine Runde gesehen bekommt man den Reifen schlecht aufgewärmt und verliert dadurch Zeit.

 

Das Problem hatte Ferrari in den vergangenen Rennen schon einmal gehabt und ist für das Qualifying am Samstag eine große Bürde. Und wenn man dann hinter den Red Bull landen sollte, wird es im Rennen richtig schwierig. Denn Überholen ist auf dem Circuit de Monaco fast ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man nicht deutlich schneller ist. Und dann droht eine Prozession, bei der man den Anschluss nach ganz vorne verliert.

"Im Rennen war es uns die letzten Jahre leider nicht möglich, die ganzen 78 Runden lang Attacke zu machen, weil es die Reifen nicht erlaubt haben", hadert Vettel und hofft auf Besserung. Doch auch in diesem Jahr ist davon auszugehen, dass der Hauptteil der Fahrer nur auf einen Reifenwechsel setzt und den Rest der Zeit spazieren fährt.

Von Verbremsern und Hoffnung

Von daher sind die Longruns auch mehr zu vernachlässigen als auf anderen Strecken. Apropos Longrun: Den versaute sich Vettel heute durch einen Verbremser in der ersten Kurve. Statt wie viele andere den Notausgang zu wählen, blieb Vettel knapp vor den Reifenstapeln stehen und strapazierte dabei seinen Reifen.

"Eigentlich wollte ich geradeaus fahren, aber dann dachte ich, dass ich auch hier anhalten kann", erklärt der Deutsche die Szene. "Ich wusste, dass es gut ausgehen würde. Es war nicht viel Platz, aber okay. Die Reifen waren etwas kalt, und davon wurde ich überrascht."

 

Im Rennen ist so ein Fehler deutlich kostspieliger, doch die Zeichen deuten schon auf ein schwieriges Wochenende hin. Doch was macht Ferrari in Monaco eigentlich noch Hoffnung? "Wir haben ein starkes Team. Ich denke, wir haben viel Erfahrung - auch hier", betont Vettel. Zudem sei es gut, dass man in Monaco einen Tag Pause habe. "Ein bisschen mehr Zeit, vielleicht mehr ins Detail zu gehen", so der viermalige Weltmeister.

Er ist überzeugt davon, dass im Ferrari noch ein bisschen Potenzial schlummert - vor allem im Hinblick auf die Reifen. "Wenn wir das besser in den Griff bekommen, geht es auch nochmal nach vorne. Am Samstag sollten sich die Dinge etwas beruhigen. Vielleicht ist es auch etwas wärmer, was uns helfen könnte."

Tributhelm an Niki Lauda

Abgesehen des Sportlichen gab es am Donnerstag aber noch ein anderes Thema, das Vettel - und vielen anderen - auf dem Herzen lag: Niki Lauda. Zu Ehren des verstorbenen Österreichers packte er ein spezielles Helmdesign aus, das an Laudas Ferrari-Tage angelehnt ist. "Hinten sind auch noch ein paar seiner größten Momente drauf. Es sieht recht cool aus. Es ist ganz schön, ihn noch ein paar letzte Runden mit um Monaco zu nehmen", erklärt Vettel.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel nimmt Niki Lauda ein letztes Mal mit um Monaco

Foto: LAT

Lieber wäre es ihm aber gewesen, wenn er ein anderes Design hätte fahren können: "Ich hätte lieber, dass ich das Helmdesign an diesem Wochenende nicht getragen hätte und der Niki noch bei uns wäre ..."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Norman Fischer