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Gasly: Emotionaler Text über Red Bull & Hubert "hat Kapitel geschlossen"

Pierre Gasly hat in einem sehr persönlichen Gastbeitrag tief in seine Gefühlswelt blicken lassen: Dieser Text hat ihm geholfen, ein Kapitel seines Lebens zu verarbeiten

Gasly: Emotionaler Text über Red Bull & Hubert "hat Kapitel geschlossen"

AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly hat in einem ergreifend emotionalen Gastbeitrag für 'The Players Tribune' seine Gedanken über den Unfalltod seines Freundes Anthoine Hubert niedergeschrieben. Zum ersten Mal erzählt der Franzose über seinen persönlichen Trauerprozess nach dem Horrorunfall in Belgien 2019, außerdem über seine Degradierung von Red Bull zu Toro Rosso. Damit habe er "das Kapitel abgeschlossen".

Das Jahr 2019 markierte zwei markante Einschnitte im Leben von Gasly. Zunächst sollte er zum Topteam Red Bull befördert werden, in der Sommerpause jedoch unerwartet wieder zu Toro Rosso zurückkehren. Wenig später verunfallte sein bester Freund im Formel-2-Rennen in Spa-Francorchamps tödlich.

In dem Beitrag beschreibt er seine Beziehung zu Hubert, etwa dass er den Jungen mit dem orangen Helm im Kart als schärfsten Konkurrenten ansah. Später freundete sich der 13-jährige Gasly im Internat mit seinem Landsmann an. "Mit der Zeit wurde er vom ernsthaften Kind mit dem orangen Helm zu meinem Freund - zu meinem Bruder."

"Ich wusste, dass mein Freund gegangen war"

Als er nach dem Qualifying in Belgien die Aufnahmen von dem Unfall sah, habe er sofort gewusst, dass etwas Schlimmes passiert sei, schreibt Gasly. "Ich begann zu zittern. Ich konnte meine Hände nicht mehr spüren. Ich konnte nicht hören, was alle sagten. Meine Atmung wurde unregelmäßig", erinnert er sich an die bangen Stunden.

"Meine Hände wurden so schweißnass, dass es mir schwerfiel, mein Telefon herauszuziehen, um in den sozialen Medien nach Neuigkeiten zu suchen." Auch den Moment, in dem er die traurige Nachricht vom Tod Huberts erfahren hat, wird er niemals mehr vergessen.

"Nach dem Debrief rannte ich in das Fahrerlager, um meine Eltern und meine Freundin zu sehen, weil ich wusste, dass sie mehr Informationen haben würden. Ich erinnere mich, wie ich die Treppe herunterkam und sie alle nur schluchzend sah", so der 25-Jährige.

"Ich konnte sehen, dass sie untröstlich waren. Und ich verstand, was es bedeutete. Ich wusste, dass mein Freund gegangen war." Diese sehr persönlichen Einblicke haben Fans auf der ganzen Welt berührt, unzählige Male wurde der Text auf sozialen Netzwerken geteilt.

Am Rande des Auftaktwochenendes in Bahrain verrät er: "Ich habe so viel Feedback von so vielen Menschen, anderen Athleten, Journalisten, Fans und auch von Anthoines Familie erhalten." Er habe einfach aufschreiben wollen, wie er sich gefühlt hat und seinen Gefühlen Ausdruck verleihen.

"Denn wir sind schließlich alles nur Menschen. Das wird in dem Sport manchmal vergessen. Und es ist gut, sich daran zu erinnern." Außerdem erzählt er, wie es überhaupt zu dem Gastbeitrag kam: "Ich habe das im Winter gemacht, jetzt ist es erschienen. Das habe ich natürlich mit dem Team zuvor diskutiert."

"Diese Zeit hat mich dazu gemacht, was ich heute bin"

Auch im Privaten habe er viele Dinge besprochen, die er später in dem Text gemeinsam mit einem Journalisten verarbeitet hat. "Es gab sehr viele Dinge, die ich teilen wollte. Alles, was ich geschrieben habe, war fair. Auch die Emotionen, die darin rüberkommen, sind meine."

Manchmal sei es einfacher, Gefühle niederzuschreiben, anstatt darüber zu sprechen. "Das war mir wichtig. Jetzt habe ich zumindest das Gefühl, dass ich das Kapitel abgeschlossen habe und ich fühle mich persönlich gut, um weiterzumachen und dieses Kapitel hinter mir zu lassen."

Er spüre nun, wie ihm eine Last von seinen Schultern genommen wurde. Der Prozess hin zum fertigen Text sei allerdings nicht einfach gewesen, schließlich seien das nicht die einfachsten Momente seines Lebens gewesen. "Man erlebt immer Herausforderungen im Leben, was auch immer man tut, nicht nur ich. Jeder kann das nachvollziehen, egal was er tut, und es ist wichtig, sich ihnen zu stellen."

Das präge eine Person, als Fahrer und als Mensch, fährt er fort. "Und diese Periode meines Lebens hat mich wirklich zu dem gemacht, was ich heute bin." Nachsatz: "Und auch wenn es schwierig war, habe ich nie aufgegeben. Ich hatte immer eine klare Vorstellung davon, was ich will."

Nach der schwierigen Phase fühle er sich nun besser. "Ich will nicht mehr Details preisgeben. Ich denke, ich habe alles gesagt, was ich zu der Geschichte teilen wollte."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer