"Gebt mir eine Kettensäge!": Toto Wolff kritisiert Halo erneut

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Autor: Maria Reyer
Co-Autor: Adam Cooper
22.02.2018, 13:15

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff kann sich mit dem Cockpitschutz Halo nicht anfreunden - Er fordert einen optischen Aufputz - Gewicht spielt ebenfalls eine Rolle

Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1, Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, Toto Wolff, Executive Director Me
Mercedes AMG F1 W09 halo detail
Toto Wolff, Mercedes AMG F1
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Toto Wolff, Executive Director Mercedes AMG F1
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Mercedes AMG F1 W09 halo detail
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, Toto Wolff, Executive Director Mercedes AMG F1, Billy Monger
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Toto Wolff, Mercedes AMG F1
Mercedes AMG F1 W09
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09

"Das ist das hässlichste Ding, das leider je auf ein Auto gekommen ist." Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat bereits Ende des Vorjahres seinen Unmut über den Cockpitschutz Halo geäußert - und sprach damit wohl einigen Kritikern aus dem Herzen. Obwohl der Österreicher den Heiligenschein am liebsten "absägen" würde, wiederholt er im Rahmen der Mercedes-Präsentation am Donnerstag seinen Standpunkt: Aus Sicherheitsgründen sei das Konzept begrüßenswert. Wolff fordert aber, dass das Halo "optisch ansprechend" gestaltet wird.

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"Mich beeindruckt es nicht. Würde man mir eine Kettensäge geben, würde ich es absägen. Was hier eingeführt wurde, ist aus ästhetischen Gründen nicht ansprechend", bekräftigt der Motorsportchef seine Ansicht. Er führt jedoch auch ins Treffen, dass die FIA zahlreiche Tests und Szenarien durchgespielt habe: "Insgesamt hat sich gezeigt, dass das Halo für den Fahrer mehr Sicherheit bietet", verteidigt er die Initiative der FIA. Dennoch scheint er zwiegespalten zu sein: "So sehr die Statistik auch beeindruckt - immerhin kann das Halo einen Doppeldeckerbus aushalten -, es ist immer noch ein Formel-1-Auto."

Nachdem die Einführung des Halo für die Saison 2018 schlagend wurde, äußerten viele Experten und sogar Fahrer Bedenken. Vor allem nach dem Unfall von Fernando Alonso in Australien 2016 stellten sich viele die Frage, ob der Spanier mit dem Halo am McLaren aus dem Wrack aussteigen hätte können. "Natürlich könnte es Momente geben, wo der Fahrer eingeschlossen wird, das könnte womöglich passieren, aber insgesamt ist es mit Halo sicherer als ohne", ist Wolff überzeugt.

Halo-Gewicht für Schwerpunkt "eine Katastrophe"

Die Teams stellte die obligatorische Verwendung des Halo ebenfalls vor entscheidende Fragen: Wie soll der Luftstrom nun optimal um den Bügel geleitet und die Balance verteilt werden? "So ein Riesendruck obendrauf ist natürlich für den Schwerpunkt eine Katastrophe - optisch nicht ideal - aber es ist für alle das Gleiche", gibt der Wiener zu. Das Halo wiegt deutlich über fünf Kilogramm. Zwar wurde das Minimalgewicht für 2018 von 728 auf 733 Kilogramm erhöht, dennoch übersteigt der Schutzbügel diese fünf Kilogramm mehr Spielraum.

Bereits Mercedes-Technikchef James Allison sprach von einer "beträchtliche Herausforderung" aufgrund des Gewichts. Wolff fordert nun: "Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir es optisch ansprechend machen. Dass wir den Schutz des Fahrers aufrechterhalten, aber gleichzeitig eine Lösung finden, die einfach cool aussieht." Bereits Timo Glock sprach von einem optischen "Graus", damit reiht er sich in die lange Liste der Halo-Kritiker ein.

 

Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09

Foto Sutton Images

Auch die Sicht der Piloten wurde immer wieder als Kritikpunkt eingebracht. Nach den ersten Ausfahrten der neuen Boliden scheinen die Fahrer allerdings Entwarnung zu geben. Sowohl Daniel Ricciardo als auch Valtteri Bottas melden keine Probleme. Die Strebe in der Mitte des Sichtfeldes habe der Mercedes-Pilot im Simulator gar nicht mehr wahrgenommen. "Man gewöhnt sich einfach dran, dass das Ding da ist. Genauso wird es den Fans gehen", hofft der Finne.

"Zuerst hat man dieses Neue, das anders aussieht - manche sagen, dass es gar nicht schön aussieht. Aber es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis man sich dran gewöhnt hat. Wenn es Verletzungen - kleine oder große - verhindern kann, dann ist es eine gute Sache", pflichtet er seinem Teamchef bei.

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