Gerhard Berger: Ferrari ist „sympathische italienische Konfusion“

Einmal Ferrari, immer Ferrari – das trifft offenbar auch auf Gerhard Berger zu. Der ehemalige Formel-1-Pilot übt jedoch auch einige Kritik an dem Traditionsrennstall.

Insgesamt sechs Jahre fuhr Gerhard Berger im Laufe seiner Formel-1-Karriere für Ferrari: Von 1987 bis 1989 und von 1993 bis 1995. Die innere Verbindung zur Scuderia hat der Tiroler bis heute nicht verloren.

„In meinem Herzen schlägt immer noch Ferrari, und daher hoffe ich, dass sie bald wieder an großartige Erfolge anknüpfen“, sagte Berger im Interview mit der Bild am Sonntag. Trotzdem, oder gerade deshalb, hat er an dem Team auch einiges auszusetzen.

 

Insbesondere der aktuelle Ferrari-Präsident Sergio Marchionne würde „typische Anfängerfehler machen“, findet der 56-Jährige. „Man muss einem Vettel nicht sagen, dass er gewinnen soll. Das weiß der schon selbst.“

„[Marchionne] gehört zu den erfolgreichen Geschäftsleuten, die glauben, sie können in der Formel 1 einen Businessplan wie in ihrem Unternehmen aufstellen. Sie merken aber schnell, wie unberechenbar die Formel 1 ist und dass die Roadmap der Formel 1 anders funktioniert.“

Bildergalerie: Ferrari in der Formel 1

Im Kampf um die diesjährige WM-Krone räumt Berger den Roten zwar noch Chancen ein, ob Sebastian Vettel tatsächlich seinen fünften Titel holen und nach Maranello bringen kann, wagt er jedoch nicht zu prophezeien.

„Das weiß man nicht in der Formel 1. Es kann schnell gehen, es kann nie passieren. Ich kann ein Lied davon singen“, erinnerte sich der WM-Drite von 1988 und 1994. „Ich war viele Jahre bei Ferrari und genau in der gleichen Situation wie jetzt Vettel. Manchmal habe ich gewonnen, meistens aber nicht. Es gibt dort immer viel Druck von oben.“

 

Das habe sich erst geändert, als Jean Todt sich eine Mannschaft um Michael Schumacher geschaffen habe, sagte Berger weiter. „Mit Rory Byrne und Ross Brawn, der den Druck von oben nach unten abgeschirmt hat und damit diese sehr erfolgreiche Zeit eingeläutet hatte. Mir kommt es vor, Ferrari ist in einem Stadium, wie es bei mir auch war: Sympathische italienische Konfusion", so Berger weiter.

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