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"Gibt gewisse Regeln": Bottas akzeptiert Singapur-Stallregie

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"Gibt gewisse Regeln": Bottas akzeptiert Singapur-Stallregie
Autor:
Co-Autor: Scott Mitchell
27.09.2019, 07:20

Die Mercedes-Stallorder in Singapur ist für Valtteri Bottas kein großes Thema - Er habe bereits im Rennen gewusst, dass Lewis Hamilton Priorität haben würde

Die Positionen vier und fünf waren für Mercedes in Singapur nicht mehr als Schadensbegrenzung. Und wäre Valtteri Bottas nach seinem Boxenstopp nicht absichtlich vom Gas gegangen, um Alexander Albon einzubremsen, wäre das Ergebnis sogar noch schlechter ausgefallen - zumindest aus Sicht des Teams. Denn Bottas selbst verzichtete damit auf eine bessere Platzierung.

Statt Fünfter wäre Bottas Vierter geworden, Hamilton dafür aber nur Sechster. Das wäre zwar schlecht für Mercedes gewesen, aber gut für den Finnen, der in der Weltmeisterschaft noch immer Hamiltons engster Verfolger ist. Trotzdem akzeptierte er die Anweisung des Teams, Albon zu blocken - und war auch nicht überrascht, als er den Funkspruch von Chefstratege James Vowles bekam.

"An diesem Punkt wusste ich es bereits, weil es gewisse Regeln gibt, an die wir uns halten", verrät Bottas und erklärt: "Wer vor den Boxenstopps vorne ist, der hat immer Priorität. Natürlich hat man dann die Möglichkeit, kürzer oder länger draußen zu bleiben. Er hat sich entschieden, länger zu fahren." Tatsächlich war es aber nicht Hamiltons eigene Entscheidung sondern die des Teams.

Risiko bei Hamilton "keine tolle Entscheidung"

"Das war unsere einzige Chance für einen Overcut", erklärt Teamchef Toto Wolff. Man habe gehofft, dass Hamiltons Reifen noch länger durchhalten und die Ferraris nach ihren früheren Stopps im Verkehr steckenbleiben. "Mit Lewis wollten wir so lange wie möglich draußen bleiben, um den Reifenunterschied zu den Führenden so groß wie möglich zu halten und auf ein Safety-Car zu warten", ergänzt Chefingenieur Andrew Shovlin.

"Wir verloren die Position an Vettel, aber wir haben den Platz bewusst an Verstappen abgegeben, um dieses Risiko einzugehen", erklärt er. Denn Hamilton lag vor den Boxenstopps auf Rang zwei. "Aber tatsächlich fielen Lewis' Zeiten dann plötzlich unter die von Giovinazzi. Dann war es vorbei", erklärt Wolff und räumt ein: "Da haben wir keine tolle Entscheidung getroffen."

"Der Undercut war mächtiger als erwartet. Ich denke nicht, dass Ferrari seine Piloten tauschen lassen wollte, indem man Sebastian zuerst hereinholte. Und wir haben die Position von Lewis riskiert, indem wir ihn draußen gelassen haben", erklärt Wolff. Deswegen sei es seiner Meinung nach auch unfair gewesen, wenn Hamilton durch die schlechtere Strategie einen weiteren Platz an Bottas verloren hätte.

Bottas über Stallregie: "Geht in beide Richtungen"

"Das Gesamtergebnis fürs Team wäre schlechter gewesen", erinnert er zudem. Denn statt P4 und P5 hätte man das Rennen dann vermutlich auf P4 und P6 beendet. Trotzdem räumt Wolff im Hinblick auf Bottas ein: "Wir schulden ihm diesen Platz." Und der Finne selbst erklärt: "Es geht in beide Richtungen. Es ist nicht pro Lewis." Es könne sich nämlich durchaus auch der umgekehrte Fall ergeben.

"Wenn ich Vollgas gegeben hätte, dann wäre ich nach dem Boxenstopp vor ihm gewesen - und Albon auch. Daher verstehe ich den Punkt des Teams komplett. Und ich weiß, dass er es umgekehrt auch so gemacht hätte", ist sich Bottas sicher. "Von außen sieht es natürlich ziemlich schlecht aus, und für mich ging diese Situation komplett gegen jeglichen Instinkt", räumt er ein.

Für einen Rennfahrer ergebe es "keinen Sinn", absichtlich vom Gas zu gehen, um hinter einem anderen Auto zu bleiben. Doch die internen Regeln seien klar. Daher habe es auch nicht die Überlegung gegeben, die Positionen auf der Strecke anschließend zu tauschen. "Nein, denn das Auto, das vor den Stopps vorne liegt, hat Priorität - immer", erinnert der WM-Zweite noch einmal.

Keine Chance, auf der Strecke zu überholen

Und aus eigener Kraft konnte Bottas sowieso nicht überholen. "Er hat später gestoppt als ich und hatte dadurch frischere Reifen", erinnert er und erklärt: "Hier muss man ungefähr zwei Sekunden schneller sein, um überholen zu können. Es gab also keine Chance." Für Bottas war es übrigens nicht der einzige interne Zwischenfall in Singapur. Bereits am Samstag hatte es etwas Ärger gegeben.

In Q3 ging Hamilton auf seiner Out-Lap am Finnen vorbei. Das war nicht abgesprochen und beeinträchtigte Bottas' Runde. Wolff führt das auf eine "Misskommunikation" zurück und erklärt: "Valtteri wurde von Albon aufgehalten, aber Lewis hat es nicht gesehen und gedacht, dass Valtteri eine langsame Out-Lap fährt." Hamilton selbst sei seine Out-Lap schneller angegangen und habe deswegen überholt.

"Das müssen wir in Zukunft besser managen", weiß Wolff und verrät: "Wir haben direkt danach darüber gesprochen, und es ist alles geklärt." Nicht gesprochen wurde darüber, ob Bottas Hamilton im Titelkampf gegen die wiedererstarkten Ferraris irgendwann helfen muss. "Nein, [es gab] keine Diskussionen bislang", bestätigt der Finne. Angesichts der WM-Situation scheint das auch (noch) nicht nötig zu sein.

Als bester Nicht-Mercedes-Pilot liegt Charles Leclerc auf WM-Rang drei noch immer 96 Punkte hinter Hamilton.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Singapur
Autor Ruben Zimmermann