GP Monaco 2021: Max Verstappen gewinnt, Mercedes patzt!

Max Verstappen feiert einen souveränen Sieg und profitiert von schweren Patzern im Mercedes-Team - Sebastian Vettel schlägt Lewis Hamilton durch Boxenstrategie

GP Monaco 2021: Max Verstappen gewinnt, Mercedes patzt!

Max Verstappen hat den Grand Prix von Monaco gewonnen und damit die Führung in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2021 übernommen. Der Red-Bull-Pilot feierte seinen ersten Sieg im Fürstentum vor Carlos Sainz (Ferrari) und Lando Norris (McLaren).

Eine schwere Schlappe setzte es für das Mercedes-Team. Valtteri Bottas lag auf Kurs zu Platz zwei, schied aber wegen eines Problems beim Boxenstopp aus. Und Lewis Hamilton ließ die Chance auf das Podium wegen einer schlechten Strategie aus. Der Monaco-Sieger von 2019 wurde Siebter.

Gut lief's dafür für Sebastian Vettel: Dank einer klug angelegten "Overcut"-Strategie von Aston Martin ging der Deutsche sowohl an Pierre Gasly (AlphaTauri) als auch an Hamilton vorbei und kam auf Rang fünf ins Ziel; unmittelbar hinter Sergio Perez (Red Bull), dessen "Overcut"-Strategie noch länger und besser war als die von Vettel.

Mick Schumacher (Haas) erledigte eines der wenigen Überholmanöver des Rennens, als er gleich in der ersten Runde seinen Teamkollegen Nikita Masepin in der Fairmont-Haarnadelkurve überrumpelte. Letztendlich beendete er das Rennen aber hinter Masepin.

Kleine Randnotiz: Auf den ersten sechs Positionen landeten fünf entweder aktuelle oder ehemalige Red-Bull-Fahrer.

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"Undercut" vs. "Overcut": Welche Strategie war diesmal besser?

Hamilton schimpfte wie ein Rohrspatz am Boxenfunk, als er realisierte, dass er durch die Boxenstrategie gleich drei Positionen verloren hatte. In unserer Redaktion meinte ein Kollege: "Das Rennen schaue ich mir heute Abend nochmal im Lewis-Kanal mit Boxenfunk auf F1 TV an!"

Was war passiert? Hamilton hatte auf einen sogenannten "Undercut" gesetzt und in Runde 29 den Reigen der Boxenstopps eröffnet mit einem Wechsel von Soft auf Hard. Zunächst sah das auch nach einer goldenen Idee aus, denn außer den Haas von Nikita Masepin hatte er kein anderes Auto vor sich. In der Theorie hätte er also schnelle Runden fahren und die Gegner vor sich so "undercutten" können.

Doch es kam anders. Der vor der Boxenstopp vor Hamilton auf P6 liegende Pierre Gasly (AlphaTauri) reagierte sofort auf die Mercedes-Strategie und stoppte gleich in der Runde danach. Der Franzose blieb so vor Hamilton.

 

Das war Vettels große Chance. Der Aston-Martin-Fahrer drehte zwei richtig schnelle Runden - und gewann das Beschleunigungsduell hinauf zum Casino gegen Gasly. Weil alle drei genannten Fahrer auch noch von Perez "overcuttet" wurden, kostete Hamilton der frühe Boxenstopp drei Positionen.

Das steckte der siebenmalige Weltmeister nicht gut weg: "Warum ist das passiert, Jungs?", war noch einer der freundlicheren Funksprüche in jener Phase des Rennens. Und die Laune wurde nicht besser, als dank einiger schneller Runden bei freier Fahrt auch Perez seinen langen ersten Stint vergolden und sich von P8 auf P4 katapultieren konnte.

Was war das Problem bei Valtteri Bottas' Boxenstopp?

Der zweite Mercedes-Fahrer lag an zweiter Stelle im Rennen und hatte gerade die Aufforderung erhalten, er möge jetzt Tempo machen, als sein Arbeitstag beim einzigen geplanten Boxenstopp endete. Das rechte Vorderrad ging nicht ab. Das kostete nicht nur ein paar Sekunden, sondern Bottas musste den Grand Prix komplett aufgeben.

Offenbar wurde der Schlagschrauber nicht richtig angesetzt, wodurch die Kanten der Radmutter beschädigt wurden und es unmöglich war, das Rad zu wechseln. "Was da passiert ist, war ein klassischer Radmutternfresser", erklärt der langjährige Mercedes-Ingenieur Philipp Brändle im Interview mit 'ServusTV'. "Da hat sich die Schraube im Gewinde festgefressen. Da hast du dann keine Chance mehr, das runterzukriegen."

 

"Der Schraubschlager ist ein sehr starkes Werkszeug. Da sind wahnsinnige Kräfte am Werk", nimmt Brändle seine Ex-Kollegen in Schutz. "Wenn das nicht perfekt angesetzt wird, wenn der Schrauber nicht perfekt auf die Radmutter geht, dann kann das zu Problemen führen."

Warum konnte Charles Leclerc nicht fahren?

Der Ferrari-Pilot hatte sich mit dem Crash am Ende von Q3 die Pole gesichert, doch der Unfall wurde ihm im Rennen zum Verhängnis. Zwar hatte sein Team bei einer Untersuchung am Sonntagmorgen keinen Defekt am Getriebe feststellen können. Doch schon bei der "Out-Lap" in die Startaufstellung brach Leclercs Welt zusammen, als er merkte, dass ein Getriebeschaden vorlag. Er ging zwar noch zum Startprozedere mit der Hymne seines Heimatlandes, doch damit war sein Arbeitstag beendet.

 

Formel-1-Experte Gary Anderson hatte so einen Defekt schon am Sonntagmorgen befürchtet: "Ohne Warm-up können sie nur Daumen drücken, wenn sie die Aufwärmrunden in die Startaufstellung fahren", schrieb er in seiner Kolumne auf der Plattform 'The Race'. "Da werden sie sehr genau auf alle Daten schauen, die ein Problem andeuten könnten. Wenn es ein Problem gibt, dann am ehesten im Bereich des Differenzials. Wenn sie das nicht vorher entdecken, bedeutet das unweigerlich 'Game over'."

Ferrari bestätigte kurz vor dem Start: "Charles kann wegen eines Problems mit der linken Antriebswelle nicht am Rennen teilnehmen. Es ist unmöglich, den Defekt rechtzeitig vor dem Start zu beheben."

Wie lief das Rennen von Mick Schumacher?

Der Haas-Rookie sorgte zunächst am Start für eines der wenigen Überholmanöver im Grand Prix, als er in der Fairmont-Haarnadelkurve innen an Masepin vorbeiging. "Die beiden haben sich dabei berührt", hat Teamchef Günther Steiner beobachtet. "Nicht ideal, aber ist zum Glück gut gegangen."

Schumacher hatte Masepin zunächst im Griff und lag sicher vor dem Russen. Dann verlor er plötzlich binnen weniger Runden eine halbe Minute. Das Haas-Team twitterte: "Micks Auto hatte die letzten paar Runden nicht die volle Power. Er arbeitet aber mit den Ingenieuren daran, das Problem in den Griff zu bekommen."

 

Bis zur Zieldurchfahrt war Schumacher fast wieder an seinem Teamkollegen dran. Für ein Überholmanöver reichte es nicht mehr. Er kam als 18. und Letzter ins Ziel.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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