Grosjean nörgelt: Neue Heizdecken-Temperaturen ein Sicherheitsrisiko?

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Grosjean nörgelt: Neue Heizdecken-Temperaturen ein Sicherheitsrisiko?
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
19.02.2019, 07:26

Nach einem Dreher beim Testauftakt macht der Haas-Pilot gegen Pirelli mobil: Er fordert, die Hinterreifen wieder auf 100 statt 80 Grad Celsius anwärmen zu dürfen

Haas-Pilot Romain Grosjean hat nach dem Auftakt der Formel-1-Wintertestfahrten am Montag in Barcelona Kritik an Reifenzulieferer Pirelli geübt. Der Franzose findet es gefährlich, dass die Hinterreifen der Boliden in der Saison 2019 mit Heizdecken nur auf 80 statt wie bisher auf 100 Grad Celsius vorgewärmt werden dürfen. Ein Dreher, den er sich am Nachmittag leistete, hätte damit zu tun gehabt. "Ich bin nur vom Gas gegangen und plötzlich war mein Heck vor mir", schimpft er.

Hintergrund der neuen Pirelli-Politik ist, dass die Heizdecken in zwei Jahren komplett abgeschafft werden und man die Teams auf sanfte Art an die Zäsur heranführen will. Hinzu kommt, dass die Italiener so niedrigere Reifendrücke vorschreiben können und dem Überhitzen der Pneus, wie es in den vergangenen Jahren immer wieder vorkam, entgegenwirken. Dafür wurde das Arbeitsfenster der neuen Reifen nach unten verschoben - laut Pirelli. Grosjean schenkt dem keinen Glauben.

"Wenn die Strecke nur vier Grad Celsius warm ist, funktioniert es einfach nicht", hadert er mit den kühlen Bedingungen auf dem Circuit de Catalunya. "Ich verstehe es nicht. Wir unternehmen alles für die Sicherheit und dann drehen sich am Vormittag drei Fahrer auf ihren Aufwärmrunden raus." Neben Grosjean waren auch Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Nico Hülkenberg betroffen.

Grosjean, der der Fahrervereinigung GPDA vorsteht, rechnet damit, dass das Thema im Laufe des Jahres öfter akut wird. "Wenn wir mit 80 Grad hinter dem Safety-Car rausfahren müssen, fällt die Temperatur schnell auf 50 Grad. Dann wird's knifflig." Dabei ist Pirelli bereits einen Kompromiss eingegangen. Bei den jüngsten Testfahrten im November in Abu Dhabi experimentierten die Italiener mit 80 Grad auch auf der Vorderachse, erkannten aber zu wenig Grip und blieben bei 100 Grad.

Damit befindet sich der Pneu beim Herausfahren aus der Boxengasse in vielen Fällen im optimalen Temperaturfenster, das Pirelli für 2019 je nach dem Härtegrad der Mischung mit 85 bis 115 Grad (für die weichste Variante C5) respektive 110 bis 140 Grad (für die härteste Variante C1) angibt.

Teamchef Günther Steiner sieht die Sache entspannter als sein Schützling: "Wir werden uns daran gewöhnen - so wie wir uns an alles gewöhnen", winkt er auf die neuen Heizdecken-Temperaturen angesprochen ab. "Ein oder zwei Rennen lang sind wir unzufrieden, aber dann entdecken wir einen Weg, uns damit zurechtzufinden. Wir müssen lernen, uns nicht bei jeder Veränderung bockig anzustellen, wenn Pirelli etwas unternehmen möchte und das Gefühl besitzt, dass es nötig wäre."

Mit seinem neuen Auto war Grosjean weitaus zufriedener. Nach dem dritten Platz (+0,998 Sekunden) im Tagesklassement spricht er von einem "guten Test", obwohl Benzindruck-Probleme am Vormittag nur 65 Runden erlaubten. "Der Frontflügel und die Art, wie wir den Luftstrom am Chassis entlangführen, gefällt mir nun besser", vergleicht er den VF-19 mit dem Vorgänger. "Wir hatten schon im vergangenen Jahr grundsätzlich gute Balance, aber durch das Update ist sie noch besser."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Dominik Sharaf
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