Günther Steiner über seinen Führungsstil: "Ich möchte keine Jasager"

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Günther Steiner über seinen Führungsstil: "Ich möchte keine Jasager"
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09.04.2019, 15:48

Haas-Teamchef Günther Steiner erklärt, warum er in Diskussionen immer offen und direkt ist - Er ist von seinem Führungsstil überzeugt und möchte sich nicht ändern

Viele Formel-1-Fans sind der Meinung, dass Haas-Teamchef Günther Steiner in der Netflix-Dokuserie "Formula 1: Drive to Survive" nicht gerade gut wegkommt. Der 54-Jährige flucht in der Serie mehrfach und wirkt in den Augen mancher Zuschauer wenig empathisch. Steiner selbst verrät im Podcast 'Beyond The Grid', dass er kein Problem damit habe. Er sei eben so und habe sich nicht verstellen wollen.

"Für mich war das nicht viel Arbeit", zuckt der Haas-Teamchef im Hinblick auf die Dreharbeiten die Schultern und erklärt: "Ich bin, wie ich bin. Ich kann mich nicht verstellen, dann sonst würde ich meinen Job nicht machen. Ich bin kein Schauspieler, also werde ich nicht schauspielern. Ich mache einfach meinen Job. Und wenn sie [von Netflix] nicht mögen, was sie filmen, ist es ihr Problem - und nicht meins."

Tatsächlich wurde Steiner vor der Ausstrahlung der Szenen sogar gefragt, ob man das Material so senden dürfe. Die Macher der Doku hätten sich ihm gegenüber "sehr fair" verhalten. "Ich spreche mit den Leuten immer sehr deutlich. Manche denken, dass ich zu direkt bin", so Steiner. Er selbst verhalte sich aber ganz bewusst so und erklärt, dass es wichtig sei, die Dinge immer offen und ehrlich anzusprechen.

"Ich respektiere es, wenn Leute mit mir diskutieren - das will ich sogar. Ich möchte keine Jasager", verrät Steiner und erklärt: "Um einen ehrlichen Dialog zu starten, muss ich der Ehrliche sein." Unter anderem bekam in der Serie auch Haas-Pilot Romain Grosjean sein Fett weg. Doch Steiner erklärt: "Er kennt mich jetzt gut genug. Wir haben nie über diese Netflix-Sache gesprochen, denn dazu gibt es keinen Grund."

Kein Problem zwischen ihm und Grosjean

"Ich denke, diese Ehrlichkeit hat ihm dabei geholfen, über seine Probleme zu Beginn des Jahres [2018] hinwegzukommen", rechtfertigt Steiner seinen harten Führungsstil. Er fühlt sich darin bestätigt und erklärt: "Die zweite Jahreshälfte war dann fantastisch. Er war wieder der Romain, den wir kennen. Ich habe ihm immer gesagt: 'Junge, Du weißt, wie es geht. Du musste es nur wiederfinden.'"

Zwischen Grosjean und ihm gebe es keine Probleme. Außerdem verrät er: "Wenn ich so spreche, dann ist manchmal auch Sarkasmus dabei. Und Leute, die mich kennen, können das richtig interpretieren." Gleichzeitig stellt er klar, dass seine Kraftausdrücke nie als Beleidigung gegen bestimmte Personen berichtet seien. Sie seien lediglich ein Ausdruck seines Gemütszustandes.

"Ich versuche nicht, es schönzureden. Es sollte nicht passieren, aber es gehört dazu", so Steiner. Übrigens: Er selbst hat die Serie bislang noch gar nicht gesehen. "Alle sprechen mich darauf an. Aber ehrlich gesagt habe ich es mir gar nicht angesehen, denn ich sehe mich nicht gerne selbst", verrät der 54-Jährige.

Hintergrund: "Dann fängt man an, sich zu fragen, ob man anders sein oder die Dinge anders machen sollte - und das will ich nicht. Deshalb gucke ich es nicht", so Steiner. Das trifft übrigens auf seine ganze Familie zu. Auch seine Frau habe die Serie nicht gesehen, und seine zehnjährige Tochter sei noch zu jung. "Die darf es nicht gucken!", lacht Steiner.

Mit Bildmaterial von LAT.

 
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Rennserie Formel 1
Autor Ruben Zimmermann
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