Haas-Problem identifiziert: Zu viel Anpressdruck in Bahrain

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Haas-Problem identifiziert: Zu viel Anpressdruck in Bahrain
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Co-Autor: Stuart Codling
11.04.2019, 09:01

Haas-Pilot Kevin Magnussen erklärt, warum er im Bahrain-Grand-Prix so weit zurückgefallen ist: Falsches Set-up und daher Probleme mit den Reifen

Haas-Pilot Kevin Magnussen erlebte einen enttäuschenden Bahrain-Grand-Prix. Der Däne qualifizierte sich auf den aussichtsreichen sechsten Rang, beendete das Nachtrennen dann allerdings nur auf Platz 13 außerhalb der Punkteränge. Teamchef Günther Steiner war negativ überrascht von der schlechten Rennpace. Magnussen erklärt nun, dass das Team im Bahrain-Test erste Erkenntnisse gewonnen hat. Der VF-19 war zu sehr auf eine Runde optimiert und hatte im Longrun mit zu viel Anpressdruck zu kämpfen.

"Wir hatten Glück, dass gleich nach dem schlechten Wochenende ein Test kam", bemerkt Magnussen am Donnerstag in Schanghai . Das Problem vom Sonntag konnte das Team am Dienstag und Mittwoch nachstellen und direkt erfahren, welche Parameter die Rennpace beeinträchtigten. "Wir haben interessante Erkenntnisse gewonnen", berichtet er.

Magnussen fiel bereits nach zwei Runden ab und wurde von seinen Konkurrenten wehrlos überholt. Eine Kombination aus vielen Dingen habe zu dem Abfall geführt. "Es ist wirklich schwierig zu verstehen. Im Rennen dachte ich, das Auto sei beschädigt, weil es ziemlich schwer zu akzeptieren ist, dass man von einem Tag auf den anderen nicht mehr konkurrenzfähig ist." Im Qualifying fuhr er noch auf 0,005 Sekunden an Max Verstappen im Red Bull heran. Die Bullen hätten jedoch einen "schlechten Tag" erwischt, relativiert er.

Haas VF-19 "zu sehr auf eine Runde abgestimmt"

Daraus schließt der 26-Jährige: "Das Auto war einfach viel zu sehr auf eine Runde abgestimmt, sowohl was den Abtrieb betrifft, als auch Reifenmanagement und insgesamt das Set-up des Autos war einfach falsch für einen langen Stint." Zwar konnte er sich zwei Runden lang noch im Mittelfeld behaupten, danach war allerdings alles verloren.

"Da wir so viel Anpressdruck am Auto eingestellt hatten, war ich ohne DRS sehr langsam [auf den Geraden]. Und sehr einfach zu überholen. Ich konnte die Fahrer nicht hinter mir halten." Er sei frustriert gewesen, da er nach dem starken Qualifying mit einer besseren Leistung gerechnet hatte.

Doch schon am Freitag nach dem zweiten Freien Training gab es erste Anzeichen. Haas war in der Rennsimulation "nicht wirklich" konkurrenzfähig. Daher war man skeptisch. "Dann im Qualifying hatten wir einen großartigen Tag und man denkt sich dann: 'Ach, wir sollten gut dastehen'."

Neuer Heckflügel in China im Einsatz

Doch schließlich hat das Set-up nicht zum Layout des Bahrain International Circuit gepasst. Der Heckflügel sei falsch eingestellt gewesen, ein mittleres Abtriebpaket stand nicht zur Verfügung - im Gegenteil zu China. "An diesem Wochenende haben wir es hier. Es war noch nicht fertig. Ich habe aber nicht erwartet, dass wir es so sehr brauchen würden." In China fährt Magnussen nun mit einem anderen Heckflügel, der niedrigeren Abtrieb erlaubt.

Durch zu viel Anpressdruck war Haas auf den Geraden zu langsam. "Ich konnte niemanden hinter mir halten, daher war es ziemlich langweilig. Ich konnte gegen niemanden kämpfen, weil alle schon lange weg waren am Ende der Geraden." Die Topspeed-Werte unterstreichen Magnussens Theorie: Mit 294,1 km/h war sein Teamkollege Romain Grosjean mit Abstand der langsamste Pilot.

Generell führt Magnussen seine Probleme auf ein falsches Set-up und dadurch auch auf die Pirelli-Reifen zurück. "Ja, ich denke, das hängt mit den Reifen zusammen. Es ist immer eine große Herausforderung, diese Reifen in das richtige Arbeitsfenster zu bringen, sowohl im Qualifying als auch im Rennen."

Durch das schmale Arbeitsfenster sei es schwierig, das Optimum aus den Pneus zu holen. "Die haben einfach ein sehr kleines Fenster und so vieles kann die Performance der Reifen beeinflussen - das Set-up, die Temperaturen oder die Kühlung."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer
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