Haas trumpft in Barcelona auf, aber: Wieder Ärger um Magnussen

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Haas trumpft in Barcelona auf, aber: Wieder Ärger um Magnussen
Autor: Rebecca Friese
Co-Autor: Filip Cleeren
11.05.2018, 18:06

Beim Trainingsauftakt zum Spanien-Grand-Prix konnte sich Romain Grosjean und Kevin Magnussen als "Best of the Rest" präsentieren - Magnussen mit Verwarnung

"Magnussen muss mal kapieren, dass er nicht allein auf der Strecke ist. Immer das Gleiche ...", beschwert sich nun sogar Sauber-Rookie Charles Leclerc über den Rüpel von Haas. Kevin Magnussen war am Ende des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Spanien auf einer langsamen Runde, als er Leclerc im Weg stand. Es ist längst nicht das erste Mal, dass er mit seinem Fahrstil bei den Kollegen negativ auffällt. Für die Szene am Freitag bekam er von der Rennleitung seine erste Verwarnung in dieser Saison ausgesprochen.

Magnussen hatte den Stewards noch erklärt, er hätte seine Runde abbrechen müssen, weil es zuvor gelbe Flaggen gegeben habe und sei deshalb langsam unterwegs gewesen. Leclerc hingegen habe seine Runde fortführen können, weil die gelben Flaggen schon aufgehoben waren. Magnussen habe aber nicht damit gerechnet. Die Rennleitung ließ Milde walten, sah sich aber zu einer Verwarnung gezwungen, weil das Herüberziehen auf die Ideallinie als gefährlich eingestuft wurde.

Bei Sauber ist man auf das Thema jedenfalls nicht gut zu sprechen "Geht es um heute Morgen, letzte Woche oder letzten Jahr", antwortet Teamchef Frederic Vasseur auf den Vorfall angesprochen. "Es macht überhaupt keinen Sinn, so etwas im Training abzuziehen. In einem Rennen könnte ich da ja noch irgendwie nachvollziehen, obwohl das auch dumm wäre."

 

Mit dieser Meinung sprach er sogar beim seinem Amtskollegen Günther Steiner vor. "Er kam rüber und wollte wissen, was da los war", erklärt dieser. "Ich glaube, er wusste nichts über die gelben Flaggen. Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht glaube, dass Kevin etwas falsch gemacht hat. Er war recht aufgeregt und meinte: 'Warum seid ihr immer da, wenn etwas passiert?'. Es war keine lange Unterhaltung."

"Ich glaube, Charles war einfach ein bisschen ungeduldig", so Steiner. "Wahrscheinlich hatte er auch keine Informationen über die gelben Flaggen vor ihm. Braucht er ja auch nicht. Das kann ich verstehen."

Dennoch runzelt auch Steiner darüber die Stirn, dass jetzt schon Rookies auf seinen Fahrer losgehen. "Jetzt fühlt sich jeder berufen, auf Kevin herumzuhacken. Aber er ist zu den Stewards gegangen, sie haben gesagt: 'Mach das nicht wieder', sie haben ihm keine Strafe auserlegt, also ist die Sachlage klar. Es gibt ein paar Burschen, die denken, sie könnten sich nach ein paar guten Resultaten etwas rausnehmen."

Steiner selbst sieht bei seinem Sorgenkind kein Handlungsbedarf. "Er ist im Moment der Bad Boy. Sobald etwas los ist, wird er zu den Stewards gerufen. Den Weg kennt er schon sehr gut. Natürlich ist so etwas störend, aber es gehört schon zu seiner Routine. Solche Sachen können sich hochschaukeln. Aber irgendwann wird es die Leute langweilen. Dann werden sich die anderen Fahrer auch nicht mehr beschweren. Ich bin da ganz entspannt. Ich finde, ee ist gar nicht so schlimm wie es manche machen."

Die Angelegenheit wirft einen Schatten über das eigentlich sehr gute Trainingsergebnis von Haas. Denn Romain Grosjean und Magnussen waren am Freitag als Siebt- und Achtschnellste "Best of the Rest" hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull. "Es fühlt sich ganz gut an. Und wir wissen, woran wir am Auto noch zu arbeiten haben", sagt Grosjean. "Es war nicht die beste Runde, also kann es noch besser werden."

 

Die Uhr hatte bei Grosjean bei 1:19.579 Minuten gestoppt, womit er 0,750 Sekunden langsamer als Kimi Räikkönen, aber auch über drei Zehntel schneller als der Force India von Sergio Perez auf Platz zehn war.

Mehr herausholen hätte beim Trainingsauftakt aber beinahe jeder können. Denn gleich mehrere Autos landeten teilweise mehrmals neben der Strecke - auch die Haas. Grosjean monierte dabei über Funk schon am Morgen blockierende Vorderräder und ein ausbrechendes Heck. Auch der scharfe Wind in Barcelona soll dabei eine Rolle gespielt haben.

Am Nachmittag steckte Grosjean dann direkt zu Beginn im Kies. "Das Heck brach einfach aus und wir haben jetzt noch keine Erklärung dafür", sagt er. "Da Auto fuhr die ganze Session lang über die Front. Wir müssen es hinbekommen, das Auto etwas stabiler zu machen, um die Kurven aggressiver anfahren zu können. "

Für das Qualifying am Samstag hat Grosjean schon eine genaue Vorstellung: "Man landet am besten auf Platz sechs oder sieben - oder aber auf elf. Dieses Sandwich zwischen Platz acht und Platz zehn ist nicht ideal."

Was er meint: Entweder, man platziert sich so weit vorne, dass man dem Mittelfeld davonfahren kann, oder man genießt den Vorteil der freien Reifenwahl. Da könnte auf dem neuen Asphalt in Barcelona besonders zum Tragen kommen. Pirelli stellt an diesem Wochenende außerdem ungewöhnlich weiche Mischungen zur Verfügung, die zudem dünner sind als normal.

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