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Hamilton wundert sich über Leclerc: Hätte Platz nicht hergegeben

Warum sich Lewis Hamilton über Charles Leclerc wundert, obwohl auch Mercedes in Sotschi bereits Windschattenspiele machte, und was bei Ferrari der Fehler ist

Hamilton wundert sich über Leclerc: Hätte Platz nicht hergegeben

Mercedes-Star Lewis Hamilton kann verstehen, dass Sebastian Vettel seinem Teamkollegen Charles Leclerc in Sotschi trotz interner Absprache nach dem Start nicht vorbeigelassen hat. "Charles hat Sebastian Windschatten gegeben und sich nicht bewegt und nicht verteidigt, aber das hätte er tun sollen", meint Hamilton. "Man schenkt keinen Platz her und erwartet dann, dass man ihn zurückbekommt. Zumindest ich würde das nicht tun."

Zur Erinnerung: Vettel startete beim vergangenen Rennen in Russland direkt hinter Pole-Setter Leclerc von Platz drei und überholte diesen dann rechts. Eine abgesprochene Aktion, denn dadurch konnten die Mercedes-Piloten in der ersten Kurve keine Attacke starten. Da Leclerc die Innenbahn nicht abdeckte, nutzte der die Chance und ging in Führung.

Eine ähnliche Aktion gab es in Sotschi, wo der Windschatten durch die lange Gerade bis zur ersten Kurve eine besondere Rolle spielt, übrigens auch schon bei Mercedes: 2015 zog der damalige Pole-Setter Nico Rosberg den von Platz zwei gestarteten Hamilton. "Da hat der andere aber die Innenlinie abgedeckt", erinnert sich der Brite. "Ich hatte den Windschatten, wir haben die ersten beiden Positionen abgedeckt und er blieb an der Spitze."

Hamilton: Vettel bei Ferrari nicht mehr Nummer 1

Ferrari habe es hingegen diesmal übertrieben. Dennoch glaubt Hamilton, dass Leclerc seine Führung in Sotschi beim Start ohnehin verloren hätte. "Hätte er abgedeckt, dann hätte ihn Sebastian eben auf der anderen Seite überholt."

Sebastian Vettel, Charles Leclerc, Start, Sotschi

Sotschi-Start: Sebastian Vettel überholt Leclerc aus dem Windschatten

Foto: LAT

Als Hauptproblem sieht der Mercedes-Pilot aber, dass Ferrari auf eine klare Rollenverteilung setze. "Die Dynamik ist interessant, denn Seb war mal die Nummer 1, ist sie jetzt aber ganz klar nicht mehr. Es sieht hingegen so aus, als würden sie gerne Charles dazu aufbauen. Ist das gut für ein Team? Ich glaube nicht, aber sie haben immer auf diese Philosophie gesetzt. Da werden wir uns nicht beschweren, denn wir haben eine gute Philosophie, die wirklich gut funktioniert und wir haben in absehbarer Zeit nicht vor, daran was zu ändern."

Denn Hamilton würde laut eigenen Angaben nie einen Nummer-1-Status einfordern. "Es gibt Fahrer, die das wollen, weil es dadurch für sie einfacher wird", sagt Hamilton. "Ich will mir das hingegen verdienen und mit gleichen Chancen anfangen. Man kann diesen Nummer-1-Status von Wochenende zu Wochenende erreichen, aber das sollte nicht über die ganze Saison so sein. Denn wenn man von Anfang an weiß, dass man die Nummer 1 ist, dann geht man mit einer Verteidigungshaltung in das Wochenende."

Hamilton: Gegen Alonso ab Saisonmitte gleichbehandelt

Da er dies in seiner Karriere nie gehabt habe, könne er sich auch in Sebastian Vettels Lage nur schwer hineinversetzen. Aber wie war das eigentlich 2007 bei McLaren, als Hamilton als Rookie an der Seite von Superstar Fernando Alonso seine Kariere begann und die Rollenverteilung bald aus den Fugen geriet?

"Da wurde er als Nummer 1 geholt, aber ab der Saisonmitte wurden wir gleich behandelt", sagt Hamilton. "Er war zwar immer noch die Nummer 1, da er am besten bezahlt wurde, aber wir erhielten die gleiche Spritmenge und dadurch haben sich die Dinge verändert", verweist er auf das damalige Reglement, als im Rennen noch nachgetankt wurde und daher die Strategie im Vorfeld festgelegt werden musste.

"In Montreal und in Indianapolis hatten wir die gleiche Spritmenge. Die Dynamik hat sich geändert - und damit kam das Team nicht gut klar", grinst er.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Sotschi
Subevent Rennen
Autor Sven Haidinger