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"Hat mir das Herz gebrochen": Vater Hamilton über Bruch mit seinem Sohn

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"Hat mir das Herz gebrochen": Vater Hamilton über Bruch mit seinem Sohn
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll

Lewis Hamilton hat sich 2010 von Manager, und Vater, Anthony Hamilton getrennt - Nach jahrelanger Funkstille haben sich die beiden wieder angenähert

"Spaßige Zeit mit meinem Vater", schrieb Lewis Hamilton vor wenigen Tagen auf seinen Social-Media-Kanälen zu einem Video. Unter dem Hashtag "Vater und Sohn" veröffentlichte der sechsfache Weltmeister ein Video, in dem er mit Vater Anthony und zwei weiteren Personen während einer Autofahrt Musik hört und dazu singt. Nicht immer war das Verhältnis zwischen den beiden Hamiltons ein solch entspanntes wie dieser Tage.

"Unsere Beziehung ist jetzt fantastisch. Leider war das nicht immer der Fall, aber das passiert in Familien eben", kommentiert Hamilton. Sein Vater habe zwischenzeitlich vier Jobs gleichzeitig angenommen, um seine Familie zu ernähren und Hamiltons Kartlaufbahn zu finanzieren.

Anthony Hamilton kam als Außenseiter in den Motorsport, erkannte das Talent seines Sohnes aber recht schnell. Er tat alles, um den kleinen Lewis zu unterstützen. Als Hamilton 2007 tatsächlich in die Formel 1 aufstieg, war sein Vater auch sein Manager und ständiger Begleiter.

Hamilton junior: "Das wollte ich nie"

Den WM-Titelgewinn 2008 feierte die gesamte Familie ausgelassen. Doch nur zwei Jahre später folgte der harte Bruch - die Abnabelung. Der damalige McLaren-Pilot trennte sich von seinem Manager - und damit entfernte er sich auch von seinem Vater. Keineswegs sei diese Trennung in beiderseitigem Einverständnis vollzogen worden, verrät Anthony Hamilton.

"Definitiv nicht. Das hat mir mein Herz gebrochen", erzählt der heute 63-Jährige in der Netflix-Serie "My Next Guest Needs No Introduction" mit Talkshow-Master David Letterman. "Seit er mit acht Jahren begonnen hat, hatten wir immer eine liebevolle Vater-Sohn-Beziehung zueinander."

Doch mit den Jahren litt die private Beziehung der beiden immer mehr unter der professionellen. "2010 hat das alles plötzlich aufgehört. Das war wirklich hart. Wir haben in jenem Jahr und auch in dem darauf nicht miteinander gesprochen." Das enge Gespann entzweite sich.

 

Es brauchte Jahre bis Hamilton senior die Trennung verstehen konnte. "Wenn ich jetzt darauf zurückblicke, dann erkenne ich, dass er auf sich selbst geschaut hat. Ich würde gar nicht so sehr sagen, dass er mein Herz gebrochen hat, aber mein Herz war gebrochen."

Hamilton junior war auf der Suche nach sich selbst unglücklich darüber, dass der Vater nur noch Manager war. "Manchmal muss man sich Zeit nehmen, damit man wachsen kann und erst dann wieder zu alten Beziehungen zurückkehren", meint der Mercedes-Pilot heute.

"Wenn man älter wird, realisiert man erst, wie wertvoll Zeit ist. Ich habe Freunde, die keinen Vater mehr haben, oder mit ihm seit 25 oder 30 Jahren nicht mehr reden. Das wollte ich nie." Die beiden haben sich in den vergangenen Jahren wieder angenähert.

Vater-Sohn-Beziehung, "die ich mir gewünscht habe"

2018 feierte Hamilton stolz das erste Weihnachten mit der gesamten Familie. "Das war das erste Weihnachten, bei dem wir als Familie vereint waren. Das zeigt, wie stark die Familie gewachsen ist und wie sehr wir uns angenähert haben." Auch den 63. Geburtstag habe er ausgelassen in London bis in die Morgenstunden mit seinem Vater gefeiert.

"Mein Vater ist für mich der großartigste Mann", fügt der 35-Jährige hinzu. Er scheint gefestigter denn je, und glücklich darüber, dass er seinen Vater zurückhat. Anthony Hamilton war hingegen gar nicht verwundert, dass es dem Sohnemann irgendwann reicht.

"Ich wusste, dass dieser Moment eines Tages kommen würde. Das ist einfach so, wie wenn man seine Eltern dauernd in die Arbeit mitnimmt. Ich habe einfach hart gearbeitet, weil ich nicht wollte, dass er versagt. Ob das jetzt gut oder schlecht für meine Beziehung mit Lewis war ..."

Lewis Hamilton

Bis 2010 ein unzertrennliches Team: Danach ging Hamilton seinen eigenen Weg

Foto: Motorsport Images

Nachsatz: "Ich gab immer Vollgas, da ich immer diese Brillanz in Lewis sehen konnte, noch heute." Mittlerweile managt sich Hamilton selbst. Er will das schwierige Kapitel ein für alle mal hinter sich lassen. "Das ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Ich bin mir sicher, dass wir irgendwann ein bisschen genauer darauf eingehen werden."

Das zeige nur, dass auch die Hamiltons eine ganz normale Familie mit Problemen seien. "Das Wichtigste ist, dass diese Probleme gelöst werden und man wieder nach vorne schauen kann, und daran wächst. Das ist uns gelungen. Wir verstehen uns jetzt ganz toll und haben die Vater-Sohn-Beziehung, die ich mir immer gewünscht habe."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer