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Helmut Marko: Sprachbarriere ist ein "großes Problem"

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Helmut Marko: Sprachbarriere ist ein "großes Problem"
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19.03.2019, 12:49

Helmut Marko über die Herausforderung Honda: Wie Red Bull mit dem großen Kulturunterschied klarkommt und die Japaner zu alten Glanzleistungen treibt

Während die Zusammenarbeit zwischen McLaren und Honda nie wirklich in Schuss kam, bescherte Red Bull den Japanern schon beim ersten gemeinsamen Rennen in Melbourne den ersten Formel-1-Podestplatz seit Montreal 2008. Der Weg zum Erfolg der Österreich-britisch-japanischen Allianz war aber nicht ohne Herausforderungen, was auf die unterschiedlichen Kulturen und die Sprachbarriere zurückzuführen ist.

"Lost in Translation ist ein großes Problem. Ganz, ganz wenige sprechen ein perfektes Englisch", sagt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bei 'ServusTV' über seine Kollegen bei Honda. "Der Einzige von uns, der ein paar Worte Japanisch kann, ist Franz Tost. Ansonsten ist es mühsam. Wir können vielleicht ein Essen und ein Bier bestellen, aber dann ist es vorbei. Guten Morgen, danke und dergleichen."

Und dann wäre da noch der Kulturunterschied: In Japan gilt der Gesichtsverlust als große Sorge, Hierarchien werden fast sklavisch geachtet. Zudem gibt es das Vorurteil, dass Japaner nicht nein sagen können. "Aber sie sagen auch nicht gleich ja", entgegnet Marko. "Da gibt es viele kulturelle Unterschiede."

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Der 75-Jährige erkennt aus eigener Sicht sogar einen "Riesenvorteil: Mein Alter wird sehr geschätzt. Meistens bin ich der Älteste. Der Älteste ist nicht immer der Wichtigste, aber er wird respektiert. Als der Weiseste vielleicht. Nicht auf mich bezogen, aber generell."

Um die Reibungspunkte zwischen den zwei Kulturen abzubauen, hat Toro-Rosso-Teamchef Tost, der als früherer Betreuer von Ralf Schumacher ein Jahr lang in Japan lebte, seine Mitarbeiter in Seminare geschickt. Dabei lernten sie, wie man mit Japanern am besten kommuniziert, wie man E-Mails interpretiert und wie man am besten antwortet, um nicht die gleichen Fehler wie McLaren zu machen.

‘¿’Das hat sich offenbar bezahlt gemacht. Denn laut Marko funktioniert ist Zusammenarbeit auf einem ganz anderen Niveau als in der Vergangenheit mit Renault. "Da ist einmal die finanzielle Seite", spielt Marko darauf an, dass man nun in der Riege der Werksteams mitspielt, während man bei den Franzosen Kunde war.

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"Das Entscheidende ist: Als Kundenteam bekommst du einen Motor hingestellt und kannst nicht beeinflussen, wo die Nebenaggregate sind. Das musst du dann halt in dein Auto integrieren. Hier war es von Anfang an so, dass zuerst via Toro Rosso schon Vorarbeit geleistet wurde, und dann ab Sommer 2018 die Ingenieure von Red Bull Racing und Honda sich zusammengesetzt haben", erklärt der Österreicher.

Dabei legte man es anders an als die McLaren-Ingenieure, die den Japanern zahlreiche Vorgaben machten. "Unsere Prämisse war: Gebt uns den stärksten Motor, den ihr bauen könnt, und wir versuchen, den bestmöglich im Chassis unterzubringen!", stellt Marko klar. "Dann hat man natürlich gewisse Kompromisse gemacht. Das ist halt auch auf der Ersatzteilseite, im gesamten Management, eine ganz andere Ebene."

Marko verspricht neue Honda-Erfolgsära

Die Japaner scheinen die Vorgabe erfüllt zu haben: Das Aerodynamikkonzept des RB15 scheint - auch wegen der Renault-Schwäche der vergangenen Jahre - noch zu stark auf Topspeed ausgerichtet zu sein, was nun aber dank der Leistung der Honda-Antriebseinheit gar nicht mehr notwendig ist.

Ein Problem, von dem man in der Vergangenheit nur träumen konnte - und das für Aufbruchstimmung sorgt. Kann Red Bull in Zukunft die große Honda-Ära der 1980er-Jahre wiederaufleben lassen? "Ich bin überzeugt, dass wir sicher in einem Jahr, vielleicht im zweiten, an diese Erfolge anknüpfen werden", ist Marko zuversichtlich.

Mit Bildmaterial von LAT.

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