Honda-Analyse: Was die Topspeed-Überlegenheit wirklich bedeutet

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Honda-Analyse: Was die Topspeed-Überlegenheit wirklich bedeutet
Autor:
Übersetzung: Maria Reyer
23.03.2019, 09:45

Hondas beeindruckende Performance in den Geschwindigkeitsmessungen beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne reicht tiefer als das Red-Bull-Podium

Honda konnte am ersten Formel-1-Wochenende in Australien nicht nur dank des Podestplatzes von Red-Bull-Pilot Max Verstappen aufzeigen, der japanische Motorbauer rangierte außerdem in der Topspeed-Wertung an oberster Stelle. In jeder Geschwindigkeitsmessung war Honda an der Spitze zu finden. 'Motorsport-Total.com' hat bei Honda-Technikdirektor Toyoharu Tanabe nachgefragt, wie es dazu kommen konnte.

Denn nicht nur im Rennen waren die Honda-Motoren die schnellsten bei den Messungen rund um die Strecke, auch im Qualifying trumpfte man auf. Viele Faktoren müssen dabei allerdings in Betracht gezogen werden - die Verwendung von DRS, verschiedene Motoreinstellungen oder aber auch Windschatten von anderen Autos. Im Zeittraining schaffte Sergio Perez im Mercedes-betriebenen Racing Point mit 322,5 km/h den Spitzenwert.

Toro-Rosso-Rookie Alexander Albon lag mit 322,3 km/h hauchdünn dahinter. Im Rennen schnappte sich Pierre Gasly mit 321,9 km/h Topspeed den Bestwert. Honda ist allerdings vorsichtig und möchte nicht zu viel hineininterpretieren. "Das hängt sehr stark von den Bedingungen ab", meint Tanabe bescheiden. "Die Platzierung in der Topspeed-Wertung ist nicht so wichtig für uns. Aber es ist besser so, als am Ende zu stehen!"

Kritiker könnten anmerken, dass Red Bull im Qualifying bei der Geschwindigkeitsmessung nur im hinteren Mittelfeld lag, und damit mit Honda doch kein Fortschritt gelungen ist. Tatsächlich finden sich Verstappen und Gasly unmittelbar hinter McLaren, die mit dem Renault-Motor ausgestattet sind. Allerdings zeigt dies zumindest, dass Red Bull unter dem Motorwechsel im Winter nicht gelitten hat und an das Niveau des Vorjahres anknüpfen konnte.

Die Performance des Toro Rosso lässt darauf schließen, dass Red Bull nicht wie in den Vorjahren auf möglichst wenig Abtrieb beim Set-up setzt, um einen Powernachteil auszugleichen. Während das die Topspeed-Stärke im Qualifying verringert, ist man unter Rennbedingungen bei den Schnellsten dabei. Dazu passt auch Verstappens Aussage, dass er auf den Geraden in Australien eine Chance gegen Ferrari und Mercedes hatte.

Der Vergleich zu Hondas erstem Jahr in der Hybrid-Ära gibt Aufschluss, wie sehr sich die Japaner verbessern konnten. Zum ersten Mal lag der Antrieb über dem Durchschnitt in der Geschwindigkeitswertung. Mit McLaren fand man in Melbourne 2015 ein Auto vor, das nicht konkurrenzfähig war. Jenson Button wurde mit 295,1 km/h geblitzt, zehn km/h langsamer als die Spitze.

Honda hat es demnach geschafft, rund zehn km/h in der Geschwindigkeitswertung aufzuholen, während der Durchschnitt in den vergangenen vier Jahren vier km/h einbüßte. Das ist das Ergebnis der Aero-Änderungen 2017 und 2019 hin zu größeren Flügeln und mehr Abtrieb, obwohl der größere Heckflügel für einen größeren DRS-Effekt sorgt.

Red Bulls Hauptgrund, von Renault zu Honda zu wechseln, war demnach der Glaube in die Fähigkeiten der Japaner, größere Fortschritte zu erzielen, als das mit Renault möglich wäre. Das bedeutet, dass die pure Performance von Honda im ersten Rennen Red Bull wohl noch zuversichtlicher werden lässt als das Ergebnis an sich.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Scott Mitchell
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